Sparschweinchen und Bio-Einkauf

Liebe Leserschaft!

Ich komme gerade vom Einkaufen. Ich weiß nicht ob es an der Wirtschaftskrise liegt- oder ob es einfach die allgemeinen Umstände sind…aber mein Sparstrumpf und mein Börserl sind derzeit leider chronisch leer. Sparen ist angesagt!

Ich gehe ja am allerliebsten in diese kleinen Bio-Läden einkaufen. Da riecht es immer schon so gut, wenn man den Laden betritt und man wird herzlich begrüßt und freundlich bedient.

Leider fallen diese Besuche immer sehr teuer aus. Wir bekommen ohnedies einmal pro Woche ein BIO-Kisterl eines lokalen Bio-Bauern geliefert. Mit buntem, abwechlungsreichen Inhalt; viel Obst und Gemüse und Käsespezialitäten.

Basics wie Kartoffel, Karotten, Milch oder auch die von den Kindern so geliebten, leider nicht heimischen Orangen und Bananen, sowie Brot und Äpfel müssen  zugekauft werden.

Beim Betreten des Supermarktes fallen einem gleich die Angebote auf: Äpfel aus Südafrika, heute im Angebot. Orangen aus Spanien und Trauben aus Argentinien.

Wenn ich die Möglichkeit habe  auf lokales Angebot zugreifen zu können, wähle ich das. Wozu Äpfel aus Südafrika? Und wie geht das so billig? Und die günstigen Orangen? Kindheitserinnerungen an das Schälen der gepritzten Orangen oder Mandarinen ekeln mich, als ich die Preistafeln inspiziere. BIO ist viel teurer. Aber die Finger riechen nach dem Schälen gut nach ätherischem Öl statt wie bei den konventionellen Produkten mit klebriger, stinkender gelber Pampe vollgeschmiert zu sein.

Ich wähle die BIO -Orangen, die steirischen Äpfel (fanden sich auch in BIO-Qualität), biologische Erdäpfel, Eier aus Freilandhaltung und zuletzt noch 2 Liter Milch-auch BIO.

Ich habe nicht viel in meinem Einkaufswagerl. Und dennoch der gewohnte Schreck an der Kassa. BIO im Supermarkt ist wesentlich günstiger zu bekommen als in diesen kleinen, hoch-sympathischen Läden. Dennoch viel teurer als „konventionell“. Und irgendwie verstehe ich die 4fache Mutter neben mir an der Kassa, die konventionell eingekauft hat.

Bio ist eine Mehrbelastung fürs Budget, geht sioch aber aus, wenn man anderswo spart. Etwa beim Einkauf überflüssiger Kleinigkeiten oder bei der Kleidung und beim Spilezeug.

Bei Kleidung und Spielzeug ist weniger oft mehr. Kinder können nur eine Hose auf einmal anziehen. Und zuviel Spielzeug überfordert Kinder eher, als ihrer Entwicklung dienlich zu sein.

Dennoch ärgert mich die finanzielle Mehrbelastung des Bio-Einkaufs:

  • Bio Einkaufen ist wesentlich nachhaltiger, CO2-sparender und umweltschonender
  • Kinder aus finanziell-schwachen Familien werden so gesundheitlich benachteiligt, da Bio wesentlich gesünder ist
  • Bio ist landschaftsschonender: die kleinen Felder der Biobauern beheimaten mehr Wildtiere und sind auch für Erholungssuchende hübscher anzusehen
  • Bio-Konsum ist volkswirtschaftlich gesehen langfristig günstig, da Umweltschäden minimiert werden
  • Bio fördert auch die regionale Wirtschaft
  • Auch Versuche an Ratten zeigen: Bio schmeckt nicht nur besser, es  senkt auch das Risiko an Krebs oder anderen Krankheiten zu erkranken
  • Bio konsumieren heißt auch sicher keine genmalipulierte Ware zu konsumieren.

Aus oben genannten Gründen bin ich mir sicher, dass BIO mit Sicherheit volkswirtschaftlich gesehen billiger kommt. Ich vermisse eine stärkerer Förderung der Biobauern und der biologischen Lebensmittel von politischer Seite.

BIO sollte für alle zugänglich sein und nicht nur für eine privilegierte Kernbevölkerung.

2 Kommentare

  • Mag. Michael Stacher

    Liebe Silke!

    Gratuliere zu Deinen ausführlichen informativen und interessanten Artikeln. Du versuchst wirklich ökologisch zu leben.

    Liebe Grüße

  • Patty

    Hallo Silke!

    Ganz meine Meinung! Afrikanische Äpfel und Birnen, Paprika aus Spanien, firsche Erdbeeren im Winter oder Paradeiser die nach nichts schmecken.. die Liste ist endlos.

    Bio ist teuer und das ist ein Umstand den wir alle ändern müssen. Bio muss, wie du schon geschrieben hast, alle erschwinglich sein. Im Vergleich zum Bioladen komm ich im normalen Supermarkt „billiger“ davon, kommt auch wieder drauf an. Auch die Biobauern müssen gefördert werden und zwar die bei uns im Land. Biolebensmittel aus Frankreich oder Schweden zum Beispiel sind ja auch ein Graus was die CO2-Bilanz angeht. Unsere Biobauern gehören gerecht bezahlt damit sie bei Bio bleiben können und nicht auf die konventionelle Landwirtschaft umsteigen müssen um zu überleben. Da kommen wir als Verbraucher ins Spiel!

    Ich habe den Einkauf übernommen /Arbeitsteilung daheim/ und hab mich erst da richtig mit Bio beschäftig. Meine großen Ansprüche waren: Aus Österreich, möglichst reginal und Bio. War schwer zu finden aber ich hab was gefunden und ich muss es einfach weiterempfehlen, sowas gehört unterstützt.

    Ich kaufe hauptsächlich die Zurück zum Ursprung Produkte weil sie gut schmecken, regional sind und bio und die Bauern werden auch fair bezahlt. Anfangs war ich etws skeptisch, klang einfach zu gut um wahr zu sein und drum hab ich auf der Homepage von Zurück zum Ursprung nachgeforscht. Beim Einkaufen ist klarer weise die mobile Webseite besser. Man kann den Chargencode eingeben die auf jedem Produkt der Marke steht und so zurückverfolgen woher das Produkt kommt. So stell ich mir das vor, die Produzenten meines Essens haben ein Gesicht, kennt man heutzutage ja gar nicht mehr. Wers ausprobieren mag: http://m.zurueckzumursprung.at/

    Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen aber ich finde die Produkte toll. Ein Apfel der wirklich nach Apfel schmeckt und riecht, das ist eigentlich das normalste der Welt aber wenn man durch den Supermarkt geht und zu den Äpfeln richt man so gut wie nix. Ist doch so betrachtet schon kein gutes Zeichen. Äpfel die nach nichts riechen und Paradeiser die geschmacklos sind da läuft doch was falsch. Und das tut es solang wir Schafe brav das Zeug kaufen.

    Wenn man sich in dieses Thema einliest ist man erschrocken was dem Gemüse angetan wird mit Pestiziden, Herbiziden und Kunstdünger und der Hammer, wir essen das und halten das noch für gesunde Ernährung! Oder geben es unseren Kindern. Wie sollen Kinder erfahren wie gut Gemüse und Obst schmecken kann wenn wir ihnen diesen geschmacklosen Kunstdüngermist vorsetzen?

    Über das Thema könnte ich noch ewig schreiben aber ich muss mal zum Ende kommen.

    Schöner Beitrag von dir, ich hoffe ihn lesen noch viele Leute und denken nach.

    Servus Patty

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.