Bruno Bär spielt Nikolaus

Bruno Bär war traurig. „Warum bist du traurig Bruno?“ fragte Püppchen Lisa. „Ach“; antwortete der Bär kläglich, „es ist so ungerecht!! So furchtbar, furchtbar ungerecht!“ Bruno Bär schaute Püppchen Lisa mit traurigen Augen an. „Was ist ungerecht, lieber Bruno?“ fragte Püppchen Lisa. „Ach, zu uns kommt der Nikolaus, dann das Christkind und dann, und dann..“  Bruno Bär schluchzte: „Und dann sogar noch der Osterhase!“  „Aber was ist daran so ungerecht?“ wunderte sich Püppchen Lisa. „Nun das wir so oft beschenkt werden und zu den armen Tieren des Waldes kommt niemand. Sie warten auf den Nikolo und auf das Christkind, aber es kommt kein Nikolaus und auch kein Christkind, nicht einmal der Osterhase. Und das ist ungerecht!“ Püppchen Lisa schaute Bruno Bär an und war auf einmal so traurig, dass sie beinahe weinen musste. „Du hast Recht Bruno Bär!“ rief sie entschlossen: „Wir müssen an der Situation etwas ändern.“ Nur was? Wie sollten Bruno Bär und Püppchen Lisa den Nikolaus oder das Christkind davon überzeugen, auch den Tieren im Wald einen Besuch abzustatten. Beide mussten ja bereits zu so vielen Kindern, dass sie für die Tiere des Waldes bestimmt keine Zeit mehr hatten. „Ich weiß was“ , meinte da Püppchen Lisa, ein anderer muss für den Nikolo einspringen. Nur wer? „Vielleicht der Weihnachtsmann?“ überlegte Püppchen Lisa. „Quatsch!“ rief Bruno Bär, „Der hat doch in Amerika England und Finnland so viel zu tun, dass er bestimmt keine Zeit hat, unsere Tiere zu besuchen. „Hmmm! Püppchen Lisa besah sich Bruno Bär von der Seite. „Warum schaust du komisch?“ fragte Bruno Bär. „Ach, ich hab da so eine Idee!“ sagte Püppchen Lisa und ihre Augen leuchteten dabei. Dann flüsterte Püppchen Lisa Bruno Bär etwas ins Ohr. Bruno Bär schaute irritiert. „Ich weiß nicht, glaubst du, das klappt?“ fragte er Püppchen Lisa, aber diese meinte nur bestimmt: „Mit Sicherheit“

Am nächsten Morgen waren Püppchen Lisa und Bruno Bär schwer beschäftigt. Sie taten sehr geheimnisvoll und machten ihre Vorhänge zu. Man merkte nur, dass sie etwas sehr wichtiges zu tun hatten. Bruno Bär nähte und Püppchen Lisa schnitt etwas aus Karton. Dann ging Bruno Bär in den Wald und holte einen riesengroßen Stock. Am Abend waren sie fertig. Bei Einbruch der Dunkelheit öffnete sich die Tür der Bärenhöhle und heraus trat nicht Bruno Bär sondern- der Nikolaus. Er trug eine spitze Bischofsmütze und einen langen, roten Mantel. Mit seiner rechten Hand stütze er sich auf einen goldenen Bischofsstab und mit der linken hielt er einen riesengroßen Sack, den er über seine Schulter geworfen hatte, und im Gesicht trug er einen watteweichen, weißen Bart. Dennoch, man hätte meinen können, dass der Nikolaus große Ähnlichkeit mit Bruno Bär hatte. Nikolaus zog mit schweren Schritten in den Wald und besuchte dort alle Tiere, die Rehe beschenke er mit einem Sack voller Kastanien, die Wildschweine bekamen jeder ein großes Büschel Heu und die Hasen eine Karotte. Nikolaus dachte an wirklich jedes Tier und diese freuten sich riesig, denn es war das erste mal, dass der Nikolaus auch zu den Tieren in den Wald kam. Nur der große Hirsch runzelte die Stirn und raunte: „Ich werde den Eindruck nicht los, dass St. Nikolaus unserem lieben Bruno Bären verdammt ähnelt!“

©Silke Geroldinger

Nikolausgedicht

Wer kommt da in Saus und Braus?

Es ist der liebe Nikolaus!

Mit seinem Bart, so lang und weiß,

macht sich Niklaus auf die Reis´.

 

Roter Mantel, rote Schuh,

Rote Mütze noch dazu.

 

Einen großen, schweren Sack

Trägt Herr Niklaus huckepack,

eilt damit von Haus zu Haus

und teilt seine Gaben aus.

 

Zieht dann weiter ganz geschwind,

Niklaus denkt an jedes Kind.

 

Alle Leute groß und klein,

laden Niklaus gerne ein!

©Silke Geroldinger