Endlich Sommer!!

Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel und brennt mir auf den Rücken. Die Kids und ich sind zu Besuch bei meiner Mutter und wir genießen den plötzlichen Sommer. Der extreme Temperaturunterschied zur Vorwoche bringt auch uns ins Schwitzen und so beschließe ich, das seit 15 Jahren im Dornröschenschlaf ruhende Schwimmbecken wieder zu revitalisieren.

Irgendwann werde ich das Schwimmbecken zu einem Schwimmteich umbauen und in eine Oase des Lebens im Garten meiner Mutter umwandeln. Meine Geschwister haben das technische Know how dazu.

Im Moment aber begnügte ich mich mit der Wiederherstellung des Pools. Im Becken war toll die Sukzession zu beobachten. Der Werdegang öden oder auch zerstörten Lebensraumes zur ortstypischen Vegetationsgesellschaft. Sukzession passiert nach menschlichen Eingriffen, etwa wenn Sandgruben oder Firmengelände aufgelassen werden und von der Natur zurück erobert werden, wie auch nach nätürlichen Ereignissen wie Überschwemmungen oder neu aufgeschüttete Flussinseln. Im Extremfall-etwa wenn nach einem Vulkanausbruch in weitem Umfeld alles Leben ausgelöscht ist, beginnt die Sukzession nei der Stunde Null als so genannte primäre Sukzession. Aber das Leben kommt zurück.
Die Sukzession macht somit auch Hoffnung. Denn die Natur kommt immer zurück. Nur, für manche Arten, die durch menschliches Fehlverhalten nur noch ein kleines Refugium vorfinden, nur noch in einem bestimmten Gebiet vorkommen, kann die Zerstörung dieses Gebiets das endgültige und absolute Aus bedeuten.

Die Natur kommt zurück, das wird auch in den ölverseuchten Gebieten Floridas passieren. Die Natur wird auch dann wieder zurückkommen, wenn sich der Mensch seiner eigenen Lebensgrundlage beraubt.

Viele Völker haben sich durch übertriebenen Größenwahn selbst ausgelöscht. Bestes Beispiel sind die berühmten Osterinseln im Südpazifik. Die dort angesiedelten Einwohner waren so damit beshäftigt, ihre riesigen Skulpturen aufzustellen um ihre Macht zu demonstrieren, dass sie nicht merkten, dass sie sich ihre eigene Lebensgrundlage nahmen.

Waren vor der vor der polynesischen Besiedlung 25 Spezies von See- und 6 Spezies von Landvögeln heimisch, so sind heute auf der Insel selbst nur drei Seevogelarten und vier Landvogelarten verblieben. Und auch die Menschen erwartete ein hartes Schicksal. Hungernd in Erdhöhlen dahinvegetierend hatten sie
die einst blühende und bewaldete Insel in ein Ödland verwandelt: Der Raubbau an den natürlichen Ressourcen hat zur Störung des ökologischen Gleichgewichtes auf der isolierten Insel geführt.

Natürlich, das Gleichgewicht so einer kleinen Insel ist schnell gestört. Aber was die Inselbewohner ihrer Insel antaten, ist nichts im Vergleich mit dem, was die Menschheit heute dem gesamten Planeten antut.
Irgendwie sollte uns das Schicksal der Osterinsel schon zu denken geben…

Aber zurück von der Weltreise zu den Osterinseln in Mutters Garten. Im Schwimmbecken war auch die Sukzession am Werk. Dort, wo der Schatten ein feucht-kühles Millieu erlaubte und abrinnendes Regenwasser sich sammeln konnte, wuch Moos in hohen Pölstern.  Aus einer Ritze im Boden wuchs eine staudenartige Pflanze, deren verdorrter Stängel in die Höhe ragte und nicht mehr bestimmbar war.

Ich mußte also zuerst das Bad reinigen. Alte, blätternde farbe abkratzen, Schmutz und Laub, Moos und Steine in einem Bauschuttkübel sammeln. Das ganze vorreinigen und schließlich mit Farbe streichen. Während das Putzen den Kids zu fad war und sie mir schon nach kurzer Zeit den Rücken kehrten und lieber Trampolin springen gingen, waren sie beim Streichen mit Feuereifer dabei. Im Schatten stehend bepinselten sie die Wand blau und verzierten sie nachher mit Seeungeheuern, Piratenschiffen und Fischen. Auch meine Schwester, die mir zur Hilfe eilte, und ich tobten uns künstlerisch aus.

2 Tage, 3 volle Kübeln Schutt, Schmutz und abgeblätterte Farbe, 10 Liter Farbe und viel Muskelschmalz später erstrahlte das Bad wie neu.

Als ich daran ging den Abflussschacht mit Silikon abzudichten erlebte ich eine Überraschung: In dem Schacht hockte ein Frosch.

Der Frosch war sehr abgemagert. Er saß wohl schon lange in dem  Schacht, hineingeplumpst durch ein kaum 2cm breites Loch. Da im Garten leider auch ein toter Frosch lag, vermute ich, dass die Amphibien das feuchte Regenwetter für Wanderungen nutzen, denn ich weiß in der Nähe meiner Muttr kein Biotop, sie mußten also ganz schön weit gewandert sein. In ein zwei Jahren, wenn ich mein Schwimmbiotop-Päne realisiert habe, werden sie dann eine neue, schöne Heimat vorfinden.

Wir geben zwar keine Chemikalien ins Wasser und auch bei der Auswahl derFarbe achtete ich auf Naturverträglichkeit, dennoch verbraucht ein Schwimmbad viel wertvolles Trinkwasser. Und ohne Chemikalien muss das Wasser öfter mal ausgetauscht werden. Auch wenn das Schwimmbecken klein ist- einige Badewannen  voll sind es allemal. Und ein Schwimmteich ist überdies Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen…und reinigt sich komplett selber, wenn das Ökosystem Schwimmbiotop intakt ist.

Ich gab den Frosch meiner Schwester mit, sie sollte ihn bei ihr zuhause im Schwimmteich auslassen.

Ich freue mich nun schon auf den hoffentlich schönen Sommer. Auf den Sprung ins kühle Naß in neu renovierten Schwimmbecken.

Bildquelle: Miroslav, pixelio.de

Frosch, Bildquelle: Miroslav, pixelio.de

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