Die Zeichen der Zeit

Ich fuhr mit den Kids mit der U6 über die Donaubrücke. „Schaut mal die Wolke!“ ich zeigte meinen Lieben ein schwarzes Ungetüm von Wolke. Turmartig, schwarz und einfach riesig stach sie einem im ohnehin bewölktem Himmel ins Auge. Noch nie habe ich eine derart geforme, turmhohe Wolke gesehen. ich bin überzeugt, dass diese Wolke der Vorläufer des späteren Tornados war, der-wie ich aus den Medien erfahren habe-über Teile Ostösterreichs gewütet hat.

Das Wetter spielt verrückt. Sind es „nur“ Wetter-Kapriolen? Sind es „nur“ Zufallsereignisse? Sind es Zufälle, dass die Extremwetterlagen jedes Jahr neue Spitzenwete erreichen? Etwa das Jahrhunderthochwasser 2002 in Österreich. Ich weiß noch, als ich damals, schwanger mit meinem Großen, mit dem Fahrrad von der Arbeit kommend über die Donau fuhr, traute ich meinen Augen kaum. Die Neue Donau war ein reißender Fluß mit Stromschnellen geworden. Ein gewaltiger Anblick.

Fast jedes Jahr setzt es Rekorde. So auch dieser extrem kalte Mai mit Schnee, Stürmen und teils katastrophalen Hochwässern und Murenabgängen.

Alles nur Zufälle- oder doch schon Vorboten der Klimaveränderung? Die von vielen Menschen vertretene Meinung, eine Klimaerwärmung würde auf der ganzen Welt zu einer Zunahme der Temperaturen um ein paar Grad führen, ist falsch. Die globalen Zusammenhänge, das Weltklima und die Entstehung des Wetters sind so komplex und kompliziert, dass sie kaum ein Mensch voll erfassen kann. Eine Änderung der Temperatur einer bestimmten Meeresströmung kann etwa eine Änderung einer  Meereströmung andernorts bewirken, die wiederum eine bestimmte Luftströmung beeinflußt…ein Dominoeffekt- mit zahlreichen Abzweigungen, Verästelungen und höchst komplizierten Zusammenhängen. Wenn den Eisbären der Boden unter den Pranken wegschmilzt muß das noch lange nicht bedeuten, dass auch wir Europäer schwitzen. Im Gegenteil. Aber auf Extremwetterlagen durch geänderte Luftströmungen, Meeresströmungen usw. können wir uns gefaßt machen. Und Extremwetter kann leider auch bedeuten: zu kühl, zu feucht, Ernteeinbußen, Katastrophen, Hochwasser…

Leider deuten auch nach wie vor viele Menschen die Zeichen der zeit falsch. So ein kalter Mai? Der Klimawandel muss eine Lüge sein. Aber leider nein. Ist er wohl nicht.

Wie viele Einzelereignisse müssen noch passieren, wieviele Katastrophen noch geschehen, dass endlich ein wirksames globales Umdenken einsetzt? Was muss passieren, dass auch die Reichen und Bequemen Menschen ihre (verzeihen Sie diesen ungehobelten Ausdruck, aber an dieser Stelle muss es sein) Ärsche heben, die Ärmel hochkrempeln und auch mal was wirklich wirksames gegen den globale Kollaps unternehmen anstatt immer nur mit Argusaugen auf die Wirtschaftszahlen zu achten. In Zeiten der Wirtschaftskrise fehlen leider wohl auch Zeit und Geld für den Umwelt- und Naturschutz. Und kaum ein „Wirtschafter“ an oberster Stelle bedenkt, dass etwa ein Zusammenbruch des Klimas, ein Klimakollaps, auch die Wirtschaft völlig zusammenkrachen läßt. Wenn dem Wintertourismus der Schnee wegschmilzt, der Sommertourismus ins Wasser fällt und die Ernte vertrocknet oder verfault, haben weder die Menschen genug zu essen noch die Wirtschaft genug Geld, um damit global zu jonglieren.

Was muss also wirklich geschen, dass eine Ölpest nie da gewenenen Ausmaßes das Interesse der Mächtigen mehr weckt als Börsezahlen? Was muß passieren, daß in Hinblick auf die (Öl-)Katastrophe das Leben der Tiere der Region und der Anrainer wichtiger sind als die Verluste der Fischereilobby?

Aber selbst angesichts tausender toter, teils sehr seltener, Tiere fürchten manche Menschen wieder vorrangig um ihre Dividende aus den BP-Aktien.

Was muß noch geschen um die Menschen wach zu rütteln? Die Auswirkungen des Klimawandels sind schon jetzt recht dramatisch und reichen vom Abschmelzen der Gletscher über eine Häufung an Stürmen, Hochwässer und Extremwetterlagen bis zu Mißernten und Klimaflüchtlingen aus besonders stark betroffenen armen Ländern.

Ich hoffe, daß das globale Umdenken möglichst rasch einsetzt. Ich kann nur hoffen, denn irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt. Laut Uno Klimaforscher muss dieses Umdenken vor 2020 passieren. Sonst gibt es kein Zurück mehr aufgrund unumkehrbarer Prozesse wie dem Abschmelzen der Eisschilde in Grönland und die Übersäuerung der Ozeane.

Dabei gäbe es Wege :

Klimaschutz geht uns alle an. Klimaschutz muß zur Chefsache werden. Und Verstöße gegen den Klimaschutz sind kein Kavaliersdelikt.

Packen wir die Klimarettung gemeinsam an!

Für eine Zukunft mit Zukunft!

Damit unsere Kinder eine Zukunft haben!

Kornblume; Bildquelle Rosel Eckstein, pixelio.de

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