Internationaler Tag der Artenvielfalt

Ringelnatter-2

Bienensterben, bedrohlicher Rückgang der Artenvielfalt der Insekten, auch ehemals häufige Arten werden immer seltener. Durch den Rückgang der Insekten hört man leider auch immer weniger Singvögel in Österreich zwitschern, sogar noch vor wenigen Jahren häufige Arten wie der Spatz geraten in Bedrängnis. Beim Durchblättern von Zeitungen liest man in jüngerer zeit immer wieder vom durch Klimawandel, Neobiota (ursprünglich nicht heimische, also eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten) oder anderen Ereignissen verursachten Rückgang unserer heimischen Artenvielfalt. Nur leider ist das tägliche Aussterben oder Verschwinden zahlreicher Arten nicht nur in Österreich zu beobachten, sondern ein trauriges, globales Phänomen.

Bedrohte Artenvielfalt

 

Die momentane Aussterberate von schätzungsweise 3 bis 130 Arten pro Tag liegt 100 bis 1000 mal über dem natürlichen Durchschnittswert.
Während wir einerseits dem Überfluss frönen, leben wir in einem Zeitalter des unglaublichen Verlustes:

75 % der weltweit kommerziell genutzten Fischbestände sind voll ausgeschöpft oder werden übernutzt.

Drei Viertel der (genetischen) Vielfalt von landwirtschaftlich genutzten Kulturpflanzen sind verschwunden.

40 % der in Europa vorkommenden Tierarten stehen auf der roten Liste, sind also gefährdet. Spitzenreiter sind Amphibien und Reptilien mit je 78- 79%.

Weltweit sind jede dritte Fisch-, jede achte Vogel- und jede vierte Säugetierart akut gefährdet.
Laut  WWF bräuchten wir die Ressourcen von 2,8 Erden, wenn alle Menschen auf der Welt so wie wir „Westländler“ leben würden.
Weltweit werden demnach täglich Tiere und Pflanzen ausgerottet- und das, obwohl noch längst nicht alle Arten entdeckt sind!
Manche Arten werden so für immer verschwinden, ohne je entdeckt worden zu sein;
Allein im Amazonas wurden seit 2001 1200 neue Tierarten entdeckt, das entspricht 3 neuen Arten pro Tag! Man vermutet, dass etliche medizinisch wirksame Pflanzen im Regenwald gedeihen, die wir noch nicht entdeckt haben. Möglicherweise verlieren wir, ohne es zu wissen, wirksame Medikamente gegen Krebs, Alzheimer und anderen Krankheiten.
17 Prozent der Waldfläche Amazonienswurden in den vergangenen 50 Jahren zerstört – ein Gebiet doppelt so groß wie Spanien.
Etwa 80 Prozent der im Amazonas gerodeten Waldflächen war für die Rinderzucht.
Gründe für das weltweite, rasante Artensterben

 

  • Trophäenjagd (Nashorn, Tiger)
  • Zerschneiden und Zerstören von Lebensraum
  • Meeresverschmutzung
  • (Öl, Plastik)
  • Klimawandelunddie Folgen wie Übersäuerung der Ozeane
  • Überfischung und rücksichtsloser Massentourismus
  • Neobiota
Ausblicke in die Zukunft

Um die Artenvielfalt des Planeten langfristig zu erhalten, gilt es zu handeln!

  • Klimaschutz (ist Artenschutz UND Menschenschutz!)
  • Erhaltung natürlicher Lebensräume
  • Förderung kleinstrukturierter Landschaft->Biolandwirtschaft statt Agrarindustrie
  • Grundlagenforschung, ev. Nachzuchten in Zoos
  • Schutz von Feuchtgebieten und anderen sensiblen Biotopen
  • Schutz der Regenwälder und Weltmeere
  • Aufklärung der lokalen Bevölkerung
  • Stärkung der lokalen Wirtschaft
  • Ökotourismus mit Unterstützung der Anrainer (aus Wilderern werden z.B. Nationalpark-Ranger)
  • Kein Kauf oder Handel mit geschützten Tieren (oder Teilen von ihnen)
    Kein Kauf von Produkten aus Tropenhölzern
    Vermeidung von Produkten aus Palmöl
    Bevorzugter Kauf von Produkten aus ökologisch- und sozial fairem Handel (Bio-Produkte, Produkte mit Transfair- Siegel)
    Heimischen Produkten den Vorzug geben (Forelle statt Tiefsee-Fisch)

    Generell: Augen auf beim Kauf!   

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