Gedanken zum Tag der Haustiere

Aus dem Leben mit Haustieren

Ich gehe mit meiner Hündin laufen. Wir haben Glück, für ihre 11 Jahre ist unsere Labradoründin noch fit wie ein Turnschuh und hält meine Laufrunde locker mit. Nur ganz gegen Ende wird sie etwas langsamer.

Wie immer ärgere ich mich mit meiner angeleinten Hündin, wenn mir ignorant unangeleinte Hunde entgegenkommen. Meist sind nicht die bravsten Hunde unangeleint, im Gegenteil. Besonders blöd, wenn ich extra ausweiche und am Ausweich-Weg wieder ein ungelernter Köter entgegen kommt. Genauso ärgere ich mich über nicht weggeputzte Hundstrümmerl, beim Beseitigen der Hinterlassenschaften meiner Hündin muss ich ja regelmäßig in die „Hundewiesen steigen. Grauslich, wenn auch deutlich besser als noch vor 10 Jahren!

Meine Hündin erkennt sofort, wenn ich laufen gehe, nur die Fahrradkleidung kann sie nicht von der Laufkleidung unterscheiden und ist immer enttäuscht, wenn sie zum Radfahren nicht mitdarf, während es in der Früh für sie klar ist, dass sie nicht mitkommen kann, wenn wir weggehen.

Zuhause angekommen geht sie zum Abstellraum, sie weiß, der wird ihr Futter aufbewahrt, und morgens und abends wird sie immer erst nach der Gassi Runde gefüttert. Also versucht sie auch nach der Laufrunde, ob nicht etwas für sie abfällt. Wir werden auch sofort von der Katze begrüßt, die mir um die beine Streit und auch ihre Streicheleinheiten einfordert.

Wenn ich später koche, sammle ich bestimmte Küchenabfälle separat, die Kaninchen lieben Karotten- und Gurkenschalen ganz besonders und auch die Bartagamen brauchen regelmäßig Gemüse wie Salat oder Karotten-Stückchen.

Tag der Haustiere

Heute ist der Tag der Haustiere. Wobei wir ja beim Thema Haustiere oft die Nutztiere vergessen, Rinder, Schweine, über, die wie Tiere zweiter Klasse behandelt werden, es sei denn, sie sind auf einem Schaubauernhof, wie in Schönbrunn. Sonst heißt es aus den Augen, aus dem Sinn und sie vegetieren zusammengepfercht in Tierfabriken vor sich hin.

Vom Nutztier zum Kuscheltier

Hunde und Katzen begleiten den Menschen bereits seit Generationen. Besonders beim Hund ist bekannt, dass er seit etwa 10000 Jahren treuer Begleiter des Menschen ist. Hunde stammen vom Wolf ab und lassen sic theoretisch auch noch mit diesem verpaaren. Aufgrund der unterschiedlichen Kommunikation zwischen Hund und Wolf und Paarungen in der Natur sehr unwahrscheinlich, der Hund wäre akut gefährdet vom Wolfsrudel gerissen und als Beute verspeist zu werden.

Der vom Wolf abstammende Hund hatte die Aufgabe,  Haus und Hof zu bewachen oder als Hütehund Herden zu bewachen.

Unsere Katze stammt von der Falbkatze ab, sie kommt aus dem vorderen Kleinasien, wo sie dem Menschen folgte, da in der Nähe seiner Getreidespeicher immer viele Mäuse zu finden waren. Die Bauern duldeten die Katzen gerne, da sie Mäuse und Ratten am Hof in Schach hielten.

Obwohl die Hauskatzen heimischen Wildkatzen sehr ähnlich sehen, stammen sie nicht von diesen ab, lassen sich allerdings kreuzen.

Während in der christlichen Tradition im Mittelalter die Katze zum Bösen mutierte und man oft vermutete, Katzen würden mit dem Teufel im Bunde stehen, waren im Islam Katzen beliebt. Sogar der Prophet Mohamed soll eine Katze gehabt und diese sehr geliebt haben.

Hunde und Katzen alten lange Zeit „Aufgaben“ in Haus und Hof und das Märcen von den Brehmer Stadtmusikanten erinnert daran, dass die Tiere nur solange gefüttert wurden, wie sie diese Aufgaben erfüllen konnten. Erst später wurden aus diesen Nutztieren Kuscheltiere mit Familienanschluss.

Leben mit Haustieren

Ich bin selber mit Haustieren aufgewachsen, mit Kaninchen und Katzen und später hatten wir auch einen Hund. So war es Wunsch, auc meine Kinder mit Haustieren ausaßen zu lassen. So zog 2008 unsere labradoründin bei uns ein. Als familienuni, als Gefährte auc für die Kinder. Mit 12 Jahren bekamen die Kinder jeweils eigene Pfleglinge, in einem Alter, wo Kinder in der Regel verantwortungsvoll genug sind, auf ein Tier zu schauen, das Tier so zu versorgen, dass seine Bedürfnisse erfüllt sind. So zogen 2014 zwei Bartagamen bei uns ein, Veteranen, die noch im Naturhistorischen Museum ausgestellt wurden und mittlerweile dementsprechend alt sind. 2017 folgten zwei Zwergkaninchen aus einer Wiener Liebhaberzucht und schließlich zog 2018 noch eine Katze bei uns ein. Ich finde das gemeinsame Halten von Katze und Hund einfach süß und die Gewöhnung klappte rasch und unkompliziert. Noch sind Hund und Katze dabei, die Sprache des jeweils anderen zu „lernen“. Oft super-lustig zum Beobachten!

Der ökologische Fußabdruck von Haustieren

Haustierhalter/innen haben einen größeren ökologischen Fußabdruck, als Menschen ohne Haustiere. Für mich ist die Haltung von Haustieren eine Gratwanderung zwischen den pädagogischen wertvollen Aspekten, die ein Haustier für Kinder bringt und den schlechten Einflüssen auf Umwelt und Klima.

Wir bemühen uns, den ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten, indem wir biologischen Futter verfüttern, Hund und Katze weitgehend mit Trockenfutter ernähren (keine Blechdosen oder Aluschälchen, Futter aus Fleischabfällen,…), definitiv würde ich nie BARFEN, da ich es fast präpotent finde, für Menschen produziertes Fleisch an Tiere zu verfüttern, denen es egal ist, ob sie Fleisch-Abfälle fressen oder bestes Muskelfleisch. Verfüttere ich Tierfutter aus Abfällen, werden die Schlachttiere wenigstens besser genutzt, wie auch Inuit noch heute alle Teile der von ihnen erlegten Tiere nutzen.

Haustierhaltung global

Bei meinen Reisen konnte ich immer wieder feststellen, dass sic die Haltung von Menschen zu ihren Haustieren auch mit dem Lebensstandard der Menschen und somit mit Wertvorstellungen der Gesellschaft ändert. So haben Hunde und Katzen auch in Europa in ländlichen Gegenden einen anderen Stellenwert und sind noch näher am „Nutztier“, als in der Stadt, wo Hunde und Katzen oft als Kindersatz fungieren.

Gerade in ärmeren Regionen wie Afrika sind die Haltungsbedingungen von Hunden und Katzen aus mitteleuropäischer Sich katastrophal, aber ich finde es verständlich, dass jemand, der sich kaum einen Arzt für seine Kinder leisten kann, den Esel oder denHund nicht zum Tierarzt bringt.

Auch sind in vielen Städten, auch in Rumänien oder Bulgarien, viele herrenlose Streunerhunde und Streunerkatzen unterwegs.

Etliche Tierschutzorganisationen bemühen sich mittlerweile, Hunde und Katzen in betroffenen Ländern zu kastrieren oder zu sterilisieren und Tiere an neue Besitzer/innen zu vermitteln.

Haustiere auf dem Teller

Das Schweinschnitzel oder der Rinderbraten sind bei uns alltägliche, gewohnte Speisen. Wir stoßen uns nicht daran, dass Schweine hochintelligente Tiere sind, die sich sogar im Spiegel erkennen und laut der Meinung vieler Expert/innen viel intelligenter sind als Hunde.Noch vor wenigen Jahren kamen in vielen Familien, als Relikt der Nachkriegszeit, Kaninchenbraten auf den Tisch.

Unvorstellbar sind für uns jedoch die Traditionen anderer Länder. Hunde und Katzen werden in China, Vietnam oder auch Kambodschas noch heute verspeist und auch in machen Regionen der Schweiz kam bis vor wenigen Jahren (und teilweise noch heute) zu Weihnachten Katzen-Braten auf den Tisch. In Südamerika gelten Meerschweinchen als Delikatesse. Was gegessen wird und was nicht, was „normal“ ist und was als „unvorstellbar“ gilt, ist mit den Tradition und mit den Vorstellungen und Werten der jeweiligen Kultur verknüpft.

Bildgalerie unser tierischen Mitbewohner/innen

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