21.03.: Tag des Waldes

Vancouver-Capilano-Suspension-Bridge

Schon seit meiner frühen Kindheit fühle ich von Wäldern angezogen. Das satte Grün ringsum, das Ausblenden der Geräusche der Zivilisation, die angenehme Luft und eventuell Tierbeobachtungen sind nur wenige der Gründe, warum ich mich in Wäldern so wohl fühle.

In Österreich nimmt der Waldbestand zu, wobei ein zunehmender Waldbestand nichts über den Zustand der Wälder aussagt. Auch in Polen nimmt der Waldbestand zu, dennoch ist in Polen ein ganz besonderer Wald akut gefährdet. In Polen findet sich an der Grenze zu Weißrussland Europas letzter intakter Tieflandurwald, der Bialowieza Nationalpark. Dieser Nationalpark, Rückzugsort seltener Tierarten, wie dem Wisent, ist nun durch die Holzindustrie stark gefährdet. Selbst wenn anderswo in Polen die „Waldmasse“ anwächst, der ökologische Nutzen dieses Urwaldes kann durch Forste nicht ersetzt werden.

Österreich, ein an sich waldreiches Land, besitzt nur zwei Urwaldreste. Ein kleiner Rest findet sic im Lainzer Tiergarten, der andere ist der sogenannte Rothwald (Wildnisgebiet Dürrenstein). Zum Schutz dieser Naturjuwele darf man beide nur im Rahmen besonderer Führungen betreten.

Bedrohtes Ökosystem Wald

Obwohl Wälder nicht nur für das Klima extrem bedeutend sind, werden wichtige Waldökosysteme weltweit bedroht. Wirtschaftliche Interessen stehen oftmals im Vordergrund, wenn Urwaldriesen mit Kettensägen gefällt werden oder Waldstücke einfach niedergebrannt werden.

Apotheke im Regenwald

Indogene Kulturen haben oft ein immenses Wissen über die Pflanzen in den Wäldern, in denen sie leben. Man vermutet, dass noch unzählige, unentdeckte Pflanzen in den Regenwäldern existieren, die das Potential haben, bislang unheilbare Krankheiten zu heilen oder zu lindern. Durch Rodungen gehen diese „Schätze unwiederbringlich verloren.

Palmöl

In Südostasien ist es meist die Palmölindustrie, die sich in die Regenwälder „frisst“. Urwald muss Ölplantagen weichen, die Gier der Welt nach dem billigen Öl ist gewaltig. Palmöl steckt heute in den meisten Fertigprodukten, in einem Großteil der Kosmetik Artikel und als Biotreibstoff sogar in Benzin und Diesel. Bedrohte Tierarten wie der Orang Utan, asiatische Elefanten, Tiger und Nashorn verlieren ihren Lebensraum und sind mittlerweile akut gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

Ölsande

Auch in Kanada stehen wirtschaftliche Interesse vor Umweltschutz. Alberta macht zwar Tourismus Werbung mit Bildern unberührter Natur, glitzernde Bergseen und intakte, tiefgrüne Wälder werden auf Postern stolz präsentiert. Kaum ein Tourist/kaum eine Touristin ahnt, dass nur sich wenige Kilometer der Naturparadiese entfernt eine ökologische Katastrophe ereignet: Urwald wird abgeholzt, um an die Ölsande zu kommen. Das ist klebriger, schwarzer Matsch aus 83 Prozent Sand, vier Prozent Wasser, drei Prozent Ton und zehn Prozent flüssigem Bitumen. Man benötigt zwei Tonnen Ölsand, um ein Barrel Öl (=159l Öl) zu gewinnen. Lange Zeit galt die Ölgewinnung aus Ölsanden zu unwirtschaftlich und aufwändig. 2012 wurden in Alberta täglich 1,5 Millionen Barrel Öl aus Ölsanden gewonnen.

Klimaschutz

Wälder leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz. Sie binden große mengen an Kohlenstoffdioxid, indem sie dieses klimawirksame Gas durch Fotosynthese in Form von Zucker in Biomasse umwandeln. Gerade die Tropischen Regenwälder wirken aber auch beim  globalen Wasserkreislauf und beim weltweiten Wettergeschehen mit.

Artenschutz durch Waldschutz

Viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten können nur geschützt werden, indem man ihren Lebensraum schützt. Der Schutz etlicher Tierarten, z.B. Pandas, Tiger, Waldelefanten usw. kann nur durch unter Schutz stellen ökologische besonders wertvoller Wälder oder ander Ökosysteme und falls notwendig, der Verbindung dieser Ökosystem -Reste mittels Korridore. Viele der oben genannten Tierarten sind sogenannte Flagship speaces. Tierarten, die bei der Bevölkerung einen den Sympathiewert haben. Pandas sind süß, Tiger sind stark, Elefanten sind klug und sozial. Rettet man diese Tiere, rettet man ihre Lebensräume und rettet man ihre Lebensräume rettet man alle Tier- und Pflanzenarten, die in diesen Lebensräumen existieren.

Forste und Monokulturen

Früher wirkten Forste auf mich wie der Märchenwald aus Hänsel und Gretel. Bäume in Reih und Glied gepflanzt, so kann man Hänsel und Gretel auch im Wald in der Grottenbahn in Linz bestaunen.

Forste sind Monokulturen, bepflanzt mit oft standortfremden Bäumen, etwa Fichten.

Es gibt kaum Unterholz und wenige andere Bäume als die gepflanzten. Folglich ist die Tierwelt in diesen Wäldern eher bescheiden. Schädlinge finden in diesen Wäldern natürlich ein Paradies vor; es gibt wenig natürliche Feinde, dafür viel Nahrungsangebot. Während in gesunden Mischwäldern ein paar Bäume erkranken, die Schadinsekten durch Vögel aber „in Schach gehalten“ werden können und die Nachbarn der erkrankten Bäum in der Regel gar nicht erkranken, weil es eben Arten sind, die nicht befallen werden, geht ein Borkenkäfer Befall in einer Monokultur ganz rasch vor sich. Zudem sind die Bäume oft standortfremd, kränkeln daher ohnehin und werden noch leichter „krank“.

Kranker Wald?

Forste werden oft in erste Linie mit Fichten bepflanzt. Fichten wachsen Schnell und sind in wenigen Generationen nutzbar.

Allerdings gedeihen natürliche Nadelwälder in Mitteleuropa erst in den Hochlagen der Mittelgebirge und Alpen, also ab 1400-2000m, wo ein ähnliches Klima wie in den borealen Regionen (=kaltgemäßigte Klimazonen, z.B. in Nordeuropa oder Kanada) herrscht.

Der Klimawandel macht den Fichtenforsten, die eigentlich in höhere Lagen gehören würden (siehe oben) zu schaffen. Sie kränkeln, weil sie mit dem vorherrschenden Klima ohnehin nicht gut zurechtkommen. In den Monokulturen der Forste, mit wenig Artenvielfalt und kaum natürlichen Feinden, wird eine Borkenkäfer Epidemie dann rasch zum Problem, das nicht in dieser Dramatik vorhanden wäre, würde man auf gesunde Mischwälder setzen. Zum Glück erfolgt in der Forstwirtschaft gerade ein Umdenken. Was die Ökolog/innen seit Langem predigen, müssen Bäuerinnen und Bauern durch das sterben Tausender Bäume gerade selber erleben. Der wirtschaftliche Schaden für die Betroffenen ist enorm!

Wald ist schön!

Zum Schluss für Euch noch ein paar Wald Bilder. Wald ist einfach schön! Schützen wir unsere Wälder!

 

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