Welt-Recycling-Tag

Ich bin mit meiner Tochter einkaufen. Rundum ist alles in Plastik verpackt. In der Getränke Abteilung gibt es nur ein paar Flaschen Mineralwasser und Bier in der Glaspfandflasche. Aber selbst das Bier gibt es neben dem Dosenbier schon in der PET Flasche.

Zusätzlich werden die PET Flaschen noch in meterweise Folien eingeschweißt und auch Äpfel, Karotten, Erdäpfel, Fleisch, alles liegt in Plastik verschweißt in den Regalen.

Plastik im Meer

Fast 14.000 Tonnen (!!) Plastikmüll landen täglich im Meer. Eine unvorstellbare Menge, die man auf den ersten Blick nicht sieht und die deshalb lange Zeit unsichtbar blieb. Doch das Plastik ist mittlerweile überall- in der Tiefsee, in der Artis, in den Mägen von Tieren, die daran verenden oder in den Mägen der Tiere, die es mit Plankton verwechseln. Es schwimmt bereits mehr Mikroplastik als Plankton in den Meeren und bald gibt es mehr Plastikmüll als Fische in den Meeren. Kein Wunder, dass Umweltschützer herausfanden, dass auch in menschlichen Körpern Plastik nachweisbar ist.

Man fand schon gestrandete Pottwale, mit kiloweise  Plastik in ihrem Magen, die grausam zu Tode gekommen sind. In Spanien strandete 2018 ein junger Pottwal mit 29kg Plastikmüll im Magen. Der junge Pottwal war leider nicht der erste Wal, der mit vollem Magen verringern musste: Immer noch in trauriger Erinnerung ist der im Februar 2017 verendete Cuvier-Schnabelwal aus Norwegen, oder den in Andalusien 2012 gestrandete, verendete Pottwal, der 17kg Plastikplanen im Magen hatte. Die Plastikplanen stammten vermutlich von den Gewächshäusern. Wie die WEale verhangen auch Meeresschildkröten mit vollem Magen, wenn sie Quallen mit im Meer treibenden Plastiksackerl verwechseln. Vögel, etwa Kormorane, gehen oft  am gefressenen Plastik ein, entweder weil sie verhungern oder die harten Teile ihre Bauchwand durchlöchern.

Plastik-Recycling

Wichtig also, das Plastik zu recyceln. Das schwierige an Plastik ist leider, dass es so viele Sorten gibt. Plastik ist nicht gleich Plastik. Plastik, also Kunststoffe, stehen für Materialien aus Makromolekülen (riesige Moleküle aus kleineren Bauteilen), meist aus Erdgas oder Erdöl. Je nach Bausteine erhält man dann PVC (Polyvinylchlorid) oder PET (Polyethylenterephthalat) oder PE (Polyethylen) oder PC (Polycarbonat) oder PU (Polyurethan)oder andere Plastik-Arten.

In Wien werden PET Flaschen gesammelt und recycelt. PET kann man relativ gut recyceln, aber nicht ewig. Nach ein paar Zyklen ist es vorbei,  Um  Flaschen mit hör Qualität herzustellen muss der immer etwas frisches Granulat zugeführt werden.

Es gibt auch andere Recycling Projekte, etwa coole Jacken oder Badekleidung aus alten Fischernetzen oder bei Jack Wolfskin gibt es auch Fleece Pullis oder Wetterschutz Jacken aus PET Flaschen.

Aluminium und Metall Recycling

Noch besser als Plastik lassen sich Metalle recyceln. Aluminium etwa ist in der Industrie ein wichtiger Rohstoff. Aluminiusalze in Medikamenten oder Deos sind vermultlich (laut zahlreicher Studien toxisch und für schlimme Erkrankungen wie Alzheimer oder Krebs zumindest mitverantwortlich. Als Werkstoff in Fensterrahmen oder Fahrrädern ist Aluminium hervorragend: leicht, rostfrei und stabil.

Die Produktion von Aluminium ist extrem energieaufwändig, beim Herauslösen von Begleitmineralien aus dem aluminiumtätigen Bauxit benötigt man große mengen an Natronlauge,, die als Rotschlamm- tonnenweiser Sondermüll- zurückbleibt. Im Oktober 2010 brach bei Kolontár in Westungarn eine Staumauer und Tonnen von Rotschlamm ergossen sich über das der Firma benachbarte Dorf. 10 Menschen starben damals, 150 Menschen wurden teils schwer verletzt.

In Brasilien wird zur Bauxit Gewinnung großflächig Primär-Regenwald gerodet, die Bevölkerung leidet unter verseuchtem Wasser und Fischer am Schwund der Fische, die am Aluminium eingehen.

Dabei könnte man Aludosen so leicht recyceln. Zum Einschmelzen des Metalls braucht man ein Minimum der Energie, die man für den Herstellungsprozess aus Bauxit benötigt. Und man kann Alu quasi endlos recycelnd, benötigt also gar nicht so viel Wertvollen Rohstoff. aus dem Wertvollen, klimaschützendem Regenwald!

Auch Eine und andere Metalle lassen sich hervorragend recyceln!

Papier

Nicht nur in Büros und Schulen werden tonnenweise Papier gebraucht. Papier kostet nicht Wieland wird der kaum geschätzt. Weggeworfenes Papier kann zwar immerhin thermisch genutzt werden und ein endlosen Recycling von Papier ist auch nicht möglich, weil sich die Fasern bei jedem Recycling Prozess verkürzen, dennoch ist die Papier Sammlung und das Herstellen von Recycling Papier sinnvoll!

Müllvermeidung

Besser noch als Müll trennen und Müll recyceln ist die Müll- Vermeidung. Die meisten Staaten setzen hier die ersten richtigen Schritte und verbieten Wegwerf-Plastik Sackerl in den Geschäften (noch vor ein paar Jahren hat man mich komisch angeschaut wenn ich den Verkäufer/die Verkäuferin bat: „Bitte kein Sackerl!“.

Laut einer Studie der University of California wurden 1950 weltweit zwei Millionen Tonnen Kunststoffe hergestellt. 2015 waren es bereits 380 Millionen Tonnen Plastik. Die Forscher der Studie berechneten, dass von 1950  bis 2015 an die 6,3 Milliarden Tonnen Plastikmüll anfiel. 9 Prozent des Mülls wurden laut der Studie wieder verwertet. 12 Prozent wurden thermisch genutzt (also verbrannt) und 79 Prozent landeten auf Deponien oder schlimmer,  in der Umwelt.

822.000 Eiffeltürme aus Plastik

Seit der Studie sind 4 Jahre vergangen. Die Menge des produzierten Plastiks wird immer mehr. Seit 1950 wurden rund 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 822.000 Eiffeltürmen, dabei wird das meiste Plastik nicht einmal genutzt, es dient zum Einschweißen von Produkten  oder anders Verpackungsmaterial, welches noch im Jahr seiner Erzeugung entsorgt wird. Möbel aus Plastik oder andere Haushaltsgeräte nutzt man immerhin ein paar Jahre.

Müllvermeidung geht am besten, indem man seine wiederbefüllbare Flasche (der eigenen Gesundheit wegen am besten aus Gas oder Edelstahl) mitnimmt und so auf PET Flaschen verzichtet. Käse und Wurst von der Theke kann man in der mitgebrachten Box nach hause tragen und Obst und Gemüse kauft man am besten in den Mengen, wie man sie verzehren kann.

Bei Kleidung setzt man am besten auf wenige qualitativ hochwertige Stücke und kauft besser ein teures T-Shirt, das einem dann auch echt gut gefällt als viele Billige, die weder die Form halten und vielleicht auch nur achtlos rumliegen und dann bald ausgeleiert im Müll landen. Insgesamt spart man mit dieser Methode sogar Geld, auch wenn man dann nur an sich teure Kleidung trägt.

Recycling- Missbrauch

Reling ist wichtig und absolut sinnvoll. Afrikaner/innen und Menschen anderer armer Regionen sind oft Meister im Recyceln. So entstehen in Kenia oder Tansania Sandalen aus alten Autoreifen, Spielzeugautos aus Blechdosen oder Tassen aus leeren Kaffeeverpackungen oder Getränkekartons.

Leider wird dieser Umstand auch missbraucht und Europa tickt seinen Elektroschrott unter dem Vorwand der Entwicklungshilfe nach Afrika. In Ländern wie Ghana nehmen dann Kinder und Jugendliche die Geräte auseinander. Mangels Ausrüstung kommen sie nur an die wertvollen Metalle (seltene Erden), indem sie Plastik wegbrennen. Dabei atmen die Kinder die giftigen Dämpfe ein und sie verpesten auch die Umwelt rund um ihre „Outdoor-Werkstätten. Aus lieblichen Landschaften werden so öde, tote, Gegenden.

Dabei wäre das Recycling der seltenen Metalle so wichtig. Viele ihrer Fundorte liegen in den ärmsten Ländern der Welt. Bürgerkriegesartige Zustande  oder Bürgerkriege im Kongo, der Demokratischen Republik Kongo oder in anderen Staaten, machen die Menschen dort aber nicht generell reich, sondern nur ein paar wenige bereichern sich und die meisten Menschen leiden und schürfen unter elendesten Bedingungen seltenen Metalle aus dem Boden. So steckt in jedem Handy Kinderarbeit.

Das Recycling von Alt-Telefonen oder Laptops müsste geregelt stattfinden und in Spezialwerkstätten in Europa, die Umweltschutzmaßnahmen treffen und auch ihre Angestellten entsprechend schützen. Leider kostet das halt Geld…

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