Fleischfrei! Palmölfrei! Zuckerfrei?

Fleischfrei!

2/3 meiner Lebenszeit lebe ich nun schon fleischfrei. Grade in meiner Kindheit und vielleicht meinen frühen Teenageralter aß ich Fleisch. Wobei, ich bin ja keine reine Vegetarierin. Ich bin Ovo-lacto Vegetarierin und manchmal Pescetariarin. Soll heißen, Fisch esse ich ab und zu, Insekten würde ich essen, aber Hühnchen, Schweinefleisch und ähnliches lehne ich strikt ab.

Warum ich fleischfrei lebe?

Begonnen hat es als Statement gegen die Massentierhaltung. Bevor ich Vegetarierin wurde, lehnte ich strikt Essen aus Massentierhaltung ab. Fleisch aus biologischer, artgerechter Haltung aß ich eine zeitlang noch.

Später kam die ökologische Komponente dazu. Weniger Fleischverbrauch bedeutet einen geringeren ökologischen Fußabdruck, weniger CO2 Ausstoß usw. Ich bin überzeugt, dass moderater Fleischkonsum gesund ist. Daher finde ich es völlig in Ordnung, dass mein Sohn Fleisch isst. Er isst nicht jeden Tag Fleisch (aus Gedundeits- und Öko-Gründen begrüße ich das sehr) und er isst ausschließlich Fleisch aus biologischer, artgerechter Haltung.

Für mich sind Nutztiere genauso schützenswerte Wesen wie Hunde und Katzen, zumal ja Schweine immer wieder erstaunliche Fähigkeiten unter Beweis stellen, Kommandos lernen und sogar ihr Spiegelbild kennen können. Schweine können planen, logisch denken und sogar ihre Kumpel austricksen, wenn es ums Futter geht.

Bei ausgewogener Ernährung ist die fleischfreie Kost sicher gesund, egal ob man Fisch isst oder nicht. Menschen, die sich fleischfrei ernähren, essen oft bewusster als als ihre nicht vegetarischen Mitmenschen. Obst und Gemüse, die man 5x am Tag essen sollte (2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse) landen bei ihnen oft am Teller. Der Eiweißbedarf von Ovo-Lacto Vegetariern wird durch Milch und Milchprodukte sowie Hülsenfrüchte gedeckt, Vitamine der B-Gruppe liefern auch die Milchprodukte. Und falls man Fisch isst, liefert dieser neben wichtigen Mineralstoffen noch wertvolle Omega 3 Fettsäuren.

Problematischer wird es bei strikten Veganern und Veganerinnen. Die müssen aufpassen, dass sie ihren Bedarf an Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen und vor allem ihren Vitamin B Bedarf decken, was bei ihnen in der Regel nur mit Vitaminpräparaten aus der Apotheke funktionieren kann.

Palmölfrei!

Seit 2013, somit seit 5 Jahren, leben wir nun schon bewusst palmölfrei.

Anfangs war es ein ziemlicher Spießrutenlauf. Palmöl ist noch heute fast überall drin, aber vor 5 Jahren war es noch schwerer als heute, palmölfrei einzukaufen.

Manche Firmen, die zu Beginn unseres palmölfreien Lebens noch Produkte mit Palmöl anboten, haben aber mittlerweile auf palmölfrei umgestellt, wie z.B. die Firma Sonnentor.

Palmöl steckt in den meisten industriell verarbeiteten Lebensmitteln, vom Babybrei, über Säuglingsmilch bis in fast allen Kosmetikprodukten. Palmöl ist billiger als seine Alternativen. Da zählt, nicht das Überleben von Orang Utangs, Nashörnern, Tiger oder asiatischen Elefanten. Die Industrie versteckt manchmal das Palmöl unter dem Begriff „pflanzliche Öle“ oder sie hypen es unter dem Vorwand, Palmöl sei für die Qualität unverzichtbar und bringen dann schadstoffbelastete Schokoriegel für Kinder heraus. Mit böser Zunge könnte ich überspitzt sagen, die Überraschung im Ei sind die krebserregende Inhaltsstoffe, die für die Qualität unverzichtbar sind.

Ich habe begonnen, meine Kosmetik selber herzustellen. Die Kinder und ich haben begonnen, die Zutatenliste aller Produkte vor dem Kauf zu studieren. Frustrierend: Fast überall (!) war/ist Palmöl drinnen. Dennoch passierte es uns immer wieder, dass und Palmöl (ein palmölätiges Produkt) in den Einkaufskorb rutschte. Noch heute passiert uns dies noch aber nur noch sehr selten.

Palmölfrei leben bedeutet einen weitgehenden Verzicht auf industriell hergestellte Lebensmittel. Damit ist mitunter ein etwas höherer Aufwand verbunden, aber es geht. Dank Herrn Peschka kann ich nun Strudelteig selber machen (nicht so gut wie meine Mutter- einen Spitzenköchin und beste Tortenbäckerin ever), aber immerhin wird Strudel daraus und auch Gnocchi oder Pizza(teig) mache ich nur noch selber. Selbstgemacht schmeckt besser und ist viel gesünder, weil jetzt viel weniger Hilfsstoffe, unnötige Zusatzstoffe oder auch Zucker in unserem Essen stecken. Da profitiert die ganze Familie davon!

Zuckerfrei?

Ich lebe nun seit 6. März, also seit 10 Tagen zuckerfrei.

Es fällt mir nicht wirklich schwer, auf Zucker zu verzichten, wobei ich allerdings schon seit etwa Oktober meine Ernährung umgestellt habe, auf kalorienreduzierte (kleinere bis mittlere Portionen pro Malzeit statt unbegrenztem Nachschlag), fett- und zuckerreduzierte Ernährung mit viel Gemüse und Obst.

Irgendwann zu Beginn meiner Zuckerfei- Challenge hatte ich ein ziemliches psychisches Tief, ob dies mit der Zuckerfreiheit (zumindest dem Fehlen von Haushaltszucker oder industriellen Zuckerzusätzen wie Mais-Sorup) oder mit meinem Hormonaushalt zusammenhängt, kann ich nicht sagen. Fakt ist, seit dieses Tief überwunden ist, geht es mir blendend.

Generell geht es mir seit meiner Ernährungsumstellung, die einhergeht mit einer Erhöhung meines wöchentlich Sportpensums, so gut wie schon lange nicht. meine Haut ist reiner und klarer, wie schon seit Jahren nicht, ich fühle mich fitter und gesünder und bin nicht so müde.

Interessant ist, dass mein Geschmacksempfinden wieder viel sensibler geworden ist. Ein Apfel und eine Banane schmecken für mich intensiv süß und auch von einem Stück Paprika schmecke ich die Süße raus. Ein Spritzer Zitronensaft in einem Glas Wasser schmeckt mir wie eine erfrischende Limonade und meine Histamin Intoleranz ist etwas leichter geworden.

Gönnte ich mir im Oktober oder November noch ab und zu ein Stück Milchschokolade oder Gummibärchen, so habe ich nun keinerlei Gelüste mehr nach Süßigkeiten. Ab und zu ein Stückchen zuckerfreie Schokolade (an meiner 70g Tafel von Edelmond nasche ich bereits seit Jänner) oder eine Banane und ich bin voll zufrieden!

Auf lange Sicht möchte ich aber nicht zuckerfrei bleiben. Zuckerreduziert leben, was ich eigentlich schon lange mache, möchte ich bleiben, vielleicht etwas strenger als bisher. Aber ab und zu eine Semmel (weißes Weizenmehl meide ich derzeit auch, weil es rasch in Zucker umgewandelt wird) oder ein Honigbrot oder hie und und da ein Stück Schokolade oder ein Stück Kuchen, wenn man zu Kaffee und Kuchen eingeladen wird, möchte ich mir erlauben- und dann auch ohne schlechtem Gewissen bewusst genießen dürfen.

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