15.02.: Tag des Regenwurms

Tauwurm-wikipedia

Wie meine Kinder klein waren, waren sie die tollsten Regenwurmretter weit und breit. Jeder Wurm, der nach Regen am Boden lag, wurde hochgehoben und in die nächste Wiese oder unter ein Gebüsch geworfen. Und ganz ehrlich, auch ich hebe noch heute einen Regenwurm vom Gehsteig hoch und setze ihn in die nächste Wiese.

Regenwürmer im engeren Sinn, sind eine Familie der Ordnung der Regenwürmer im weiteren Sinn (Crassiclitellata). Sie gehören zur Klasse der Gürtelwürmer im Tierstamm der Ringelwürmer (Annelida).

Woher der Regenwurm seinen Namen hat

Der Name des Regenwurms kommt übrigens nicht, wie häufig vermutet daher, dass man die Tiere häufig bei Regen findet. Der Regen lockt die Würmer aus ihren Röhren, da sie unter Wasser schnell den Sauerstoff verbrauchen und ersticken würden. Andererseits können sie bei Regen ihre Röhren gefahrlos verlassen, da ihre empfindliche Haut dann nicht austrocknet.

Der Name des Regenwurms kommt vermutlich aus dem Mittelalter und leitet sich ab von „reger Wurm“.

Aus dem Leben der Regenwürmer

In Europa kommen 400 Arten von Regenwürmern vor. Eine der größten und häufigsten einheimischen Arten ist der gemeine Regenwurm oder Tauwurm (Lumbricus terrestris). Er wird 9-15 cm lang (selten sogar bis 30 cm) und bis zu 1 cm dick. Eine weitere häufige und sehr bekannte heimische Art ist der 6 bis 13 cm lange Kompostwurm (Eisenia fetida).

Regenwürmer werden recht alt, im Schnitt zwischen drei und acht Jahren.

Die zwittrigen Tiere bewegen sich mit Hilfe ihres kräftigen Hautmuskelschlauches und atmen mit der Haut. Daher ertrinken Regenwürmer nicht im Wasser, sondern ersticken, wenn ihnen der Sauerstoffgehalt im Wasser zu gering wird. Sie besitzen ein einfaches Nervensystem (Strickleiternervensystem).

Es ist übrigens Unsinn dass man einen Regenwurm zweiteilt und dann 2 Würmer hat. Wenn überhaupt, überlebt nur das Vorderende mit der Mundöffnung, so sich das Tier keine tödliche Infektion holt, kann das Hinterende nachwachsen. Das Hinterende verendet auf alle Fälle, da es ohne Mundöffnung keine Nahrung aufnehmen kann.

Lebensraum und ökologischer Nutzen

Regenwürmer gehören zu den bekanntesten Bodentieren und für die Landwirtschaft wichtigsten Nützlingen. Ihr Lebensraum ist somit der Boden von Wäldern, Wiesen, Äckern und Gärten, in den die Regenwürmer bis zu 2 m tiefe Gänge graben. Regenwürmer haben eine empfindliche, weiche Außenhaut, daher benötigen sie Schatten und Feuchtigkeit. Trotz der ständigen Schleimabsonderung trocknen sie im Sonnenlicht schnell aus. Daher kriechen die meisten Regenwurm-Arten nur nachts oder bei Regenwetter aus dem Boden. Der gemeine Regenwurm erscheint auch tagsüber häufig an der Erdoberfläche.

Die Ernährung besteht aus abgestorbenen, verfaulten Pflanzenteilen. Diese werden im Verdauungstrakt der Tiere zu Kothumus verarbeitet und in kleinen Haufen meist an den Öffnungen der Gänge ausgeschieden. Regenwürmer ziehen abgefallene Blätter von der Erdoberfläche in ihre Wohnröhren, wodurch die Verrottung beschleunigt wird. Durch das Graben wird der Boden durchmischt, gelockert und so auch das Eindringen von Regenwasser erleichtert. Die Bodenfruchtbarkeit unserer Ökosysteme und auch die landwirtschaftlich genutzter Böden ist wesentlich von der Tätigkeit der Regenwürmer abhängig!

Fortpflanzung

Regenwürmer haben ein interessantes Liebesleben. Sie sind Zwitter und befruchten sich gegenseitig. Bei der Paarung legen ihre Vorderenden in entgegengesetzter Richtung aneinander. Die Drüsen des Clitellum scheiden sie eine Art Klebstoff aus, damit sie fest aneinanderhaften. Stundenlang kleben sie so aneinander und tauschen währenddessen Samenpakete aus. Die Pakete des anderen Tiers schieben sie durch Hautbewegungen in ihre Samentaschen und heben sie dort ein paar Tage auf, bis sie ihre Eier damit befruchten. Ein anderes Sekret aus dem Gürtel bildet eine Schutzhülle um die befruchteten Eier, die den Larven dann auch gleich als Nahrung dient.

In seltenen Fällen können sich Regenwürmer auch selber befruchten. Aber sie bevorzugen sexuelle Partner von denen sie in der Regel genug zur Auswahl haben…

Aus der Verwandtschaft der Regenwürmer

Riesenregenwurm

Verwandte des Regenwurms, allerdings einer anderen Familie zugehörig, sind die Riesenregenwürmer. Australische Riesenregenwürmer können 2-3m lang werden und werden in Scheiben geschnitten als „Wurm -Burger“ serviert.

 

 

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