Welttag der Feuchtgebiete

Im Donaudelta-4

Feuchtgebiete nahmen früher weite Flächen ein. Bei Hochwasser wirkten sie wie ein Schwamm und verhinderten so größere Überschwemmungen.

In Auwäldern, Feuchtwiesen, Sümpfen und Mooren blühten Lilien und andere heute selten gewordene Pflanzen, Frösche, Kröten und verschiedene Insekten tummelten sich und somit auch deren Jäger, z.B. Störche oder Seeadler.

In den Augen vieler Menschen waren und sind diese Feuchtgebiete aber nutzloses, weil nicht produktives Land. In der Folge wurden und werden Feuchtgebiete drainagiert und trocken gelegt. Kanäle wurden gegraben um Feuchtigkeit abfließen zu lassen, wirtschaftlich unbrauchbares oder wenig brauchbares Land wurde so durch den Menschen zu Ackerland gemacht.

Am 02.02. ist der Welttag der Feuchtgebiete.

Feuchtgebiete werden immer seltener. Tiere und Pflanzen, die auf Feuchtgebiete angewiesen sind, stehen meist auf der Roten Liste der IUCN  für bedrohte Arten.

Die Feuchtgebiete fallen aber auch den Menschen selber, nämlich dann, wenn nicht nur Ackerland den Feuchtgebieten abgerungen wurde, sondern Ackerland in Bauland umgewidmet wurde und Wohnungen und Häuser bei Hochwasser unter Wasser stehen, einfach weil die natürlichen Überflutungsflächen fehlen. DIE Menschen dann verzweifelt Dämme oder türmen Sandsäcke auf, dabei wäre die Lösung so einfach- der Natur die Fläche zurückgeben, die ihr zusteht, dort Feuchtgebiete tolerieren, wo sie hingehören.

Hohe Artenvielfalt

Gesunde Feuchtgebiete verfügen über eine hohe Artenvielfalt. Weil auf kleinem Raum viele Lebensräume vorkommen, oft schnell wechselnde Lebensräume wie kleine, trockene Inseln, feuchte Wälder, trockenere Wälder, periodisch geflutete Regionen usw., können hier bedrohte Tier- und Pflanzenarten überleben, wie der in Europa einst häufige und mittlerweile äußerst selten gewordene Laubfrosch.

Feuchtgebiete zu schützen ist auch der EU- Naturschutzbehörde ein wichtiges Anliegen, so können besonders schützenswerte Feuchtgebiete als „Natura 2000“ Gebiete ausgeschrieben werden und somit einen besonderen Schutzstatus erhalten.

Schutz der Feuchtgebiete als Hochwasserschutz

Der Schutz von Feuchtgebieten kommt den Menschen auch als natürlicher Hochwasserschutz zugute. Nach den verheerenden „Jahrtausendhochwässern“ 2002 und 2013 wurden etliche Flüsse rückgebaut um so natürliche Auffangbecken für Hochwasser zu schaffen.

Der technische Hochwasserschutz kann etwa am Beispiel von Wien durch die Begradigung der Donau und der Neuen Donau als Auffangbecken für Hochwasser (Überlastungsgerinne) auch sicheren Hochwasserschutz bieten. Allerdings waren die Eingriffe in die Natur enorm und angesichts der schrumpfenden Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen, die natürlich oder naturnahe Feuchtgebiet benötigen. Auch ist der finanzielle Aufwand für den technischen Hochwasserschutz teils enorm.

Übrigens ist auch Klimaschutz Hochwasserschutz: Durch den Klimawandel werden Extremwetterlagen und somit auch sintflutartige Regenfälle mit  Hochwässern nicht nur häufiger sondern auch mit stärkerer Intensität eintreten!

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