Tag des Pferdes am 13.12.

Meine Tochter liebt Pferde und sie liebt es zu Reiten. Wie viele Mädchen in ihrem Alter träumt sie natürlich auch von ihrem eigenen Pferd.

Aber von wem stammen unsere Pferde überhaupt ab? Vom Mustang? Vom Przewalski-Pferd? Gibt es überhaupt noch Wildpferde und mit wem sind unsere Pferde verwandt?

Fragen, denen ich am Tag des Pferdes, am 13.12., nachgehen wollte.

Die Gattung der Pferde- Pferde und ihre Verwandten

Wie Esel (Equus asinus) und Zebras (3 Arten: Equus grevyi-Grevyzebra , Equus quagga- Steppenzebra und Equus zebra-Bergzebra) gehören Pferde (Equus ferus) zur Gattung der Pferde (Equidae).

Die Gattung der Pferde ist die einzige Gattung in der Familie der Pferde innerhalb der Ordnung der Unpaarhufer (Perissodactyla) dar. Zur Ordnung der Unpaarhufer gehören neben den Pferden die Familien der Tapire und Nashörner, womit Pferde und Nashörner bzw. Pferde und Tapire weit entfernt verwandt sind.

Die Evolution der Pferde

Der Vorfahre aller Pferde- auch der Esel und Zebras- war ein kleines Tier, welches nur eine Schulterhöe von 50cm erreichte und im Eozän vor 55 Millionen Jahren in Wäldern fast aller Kontinente verbreitet war.

Das Früchte fressende Hyracotherium sah heutigen Pferden noch nicht sehr ähnlich.  Der Urahn der Pferde hatte einen kurzen Hals, eine kurze Schnauze, kurze Beine und einen langen Schwanz. Das Tier ging auf Pfoten, hatte aber an jeder der 4 Vorderzehen und 3 Hinterzehen kleine Hufe. Das Gehirn war klein, dennoch war das Urpferd für ca. 20 Millionen Jahre ein recht erfolgreiches Tier.

Vor etwa 30 Millionen Jahre, im Oligozän, wurde das Klima zumindest in Nordamerika trockener. Die Wälder wichen immer mehr Graslandschaften. Die Pferde wurden größer und bekamen festere Zähne.

Im mittleren Miozän, vor ca. 15 Millionen Jahren entwickelte sich ein 3-zehiges Pferd (Pliohippus). Dieses Tier ähnelte modernen Pferden sehr und es verlor im Laufe der Evolution seine seitlichen Zehen- moderne Pferde laufen im Prinzip auf ihren „Mittelfingern“, die Hufe sind eine Arte großer Fingernagel. Aus den einzehige Pferden entwickelte sich dann am Ende des Pliozäns vor etwa 4 Millionen Jahren das moderne Pferd Equus.

Wildpferde

Die meisten Wildpferde stammen von verwilderten Haustieren ab, so die Wildpferde im Donaudelta in Rumänien. Die rumänischen Pferde stehen im Spannungsfeld zwischen Tierschützern und Naturschützern. Während Tierschützer in erster Linie die etwa 10.000 verwilderten Tiere schützen wollen, befürchten Naturschützer, dass die Pferde das Ökosystem der Au- und Graslandschaften des Donaudeltas, einzigartig in Europa und Heimat seltener Tier- und Pflanzenarten, empfindlich zerstören könnten.

Auch die berühmten nordamerikanischen Mustangs sind keine Wildpferde, sondern Nachkommen verschiedener europäischer Hauspferderassen.

Echte Wildpferde, so nahm man lange zeit an,  wären heutzutage eigentlich nur noch die Przewalski-Pferde beziehungsweise die Mongolischen Wildpferde aus Asien. Man hielt diese Pferde für eine Urform des Pferdes, die nicht von gezüchteten Pferderassen abstammen würden, auch wenn die Przewalski-Pferde zumindest zum Teil rückgezüchtet werden mussten, weil Haustiere zumindest teilweise eingekreuzt waren. Neueren Forschungen zufolge stammen unsere Pferde allerdings doch nicht von Przewalski-Pferden ab. Die Suche nach den „Ur-Pferden“ geht also weiter.

Wildesel, sie gehören wie die Pferde zur Gattung der Pferde, findet man noch in Kasachstan oder auch Afrika.

Und als echte Vertreter der Wildpferde findet man natürlich noch Zebras.

Pferde und Eseln haben eine unterschiedliche Zahl an Chromosomen. Pferde haben 64 Chromosomen und Esel 62. Maultiere oder Maulesel, Nachkommen von Pferd und Esel, haben also 63 Chromosomen. Da Ei- und Samenzellen immer die halbe Chromosomenzahl haben müssen (Samenzellen und Eizellen von Pferden haben demnach 32 Chromosomen und Keimzellen von Eseln haben 31 Chromosomen), können Maulesel mit ihren 63 Chromosomen keine Ei- und Samenzellen mit korrekter Chromosomen zahl bilden. Diese Tiere sind somit steril.

Auch Zebras mit ihren 44 Chromosomen können sich mit Pferd oder Esel paaren und unfruchtbare Junge zeugen.

Besonders zur Weihnachtszeit ist ein Vertreter der Gattung besonders wichtig. Schließlich war es der Esel, welcher der Erzählungen nach am ersten Weihnachtsfest Maria auf seinem Rücken trug und dann gemeinsam mit dem Ochsen im Stall das jesuskind mit seinem Atem wärmte.

Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde

Der berühmte antike Arzt Hippokrates erkannte bereits den „heilsamen Rhythmus“ des Reitens und das Wachsen des Selbstgefühles bei Reitern. Auch der weise Goethe  verwies auf die Heilwirkung des Reitens. Nach dem 2. Weltkrieg begann man mit Rehabilitationsmaßnahmen bei einseitig beinamputierten Patienten mit Hilfe von Pferden.

Heute sind Pferde, neben Delfinen und anderen Tieren, im Rahmen tiergestützter Therapien, wichtige Co-Therapeuten für geistig und/oder körperlich behinderte Menschen. Auch Esel werden zunehmend in tiergestützten Therapien eingesetzt.

Säugende Eselstute

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