Gedanken zum Tag des amerikanischen Bison

Der Auerochse, der Urahn unserer Hausrinder, ist bereits seit dem Mittelalter in Europa ausgerottet. Die letzten Auerochsen lebten im 17. Jahrhundert in der Nähe von Warschau unter dem Schutz des dortigen Landesherren. Es waren wohl zu wenige Tiere, bedroht durch Krankheiten und Wilderei, denn die letzte Kuh starb 1627.

Dem europäischen Wisent wäre es beinahe ähnlich wie dem Auerochsen ergangen. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wäre das europäische Wisent beinahe ausgestorben, als 1927 das letzte frei lebende Wisent im Kaukasus geschossen wurde. Alle heute lebenden Wisente stammen von nur zwölf aus Tiergärten stammenden Exemplaren ab.

Im polnischen Nationalpark Białowieża, dem letzen mitteleuropäischen Tieflandurwald, leben heute knapp 2000 Tiere.

Der amerikanische Bison, eng mit dem Wisent verwandt und mit diesem kreuzbar, wäre auch beinahe durch die Schießwut der neuen Siedler ausgerottet worden.

Die unzähligen Tiere wurden aus Spaß und Jux unter anderem von der Eisenbahn aus abgeknallt. Ganz im Gegensatz zu den indigenen Völkern, die das Bison auch jagten, aber mit Bedacht und nur so viele Tiere töteten, wie sie zum Überleben benötigten. So wurden aus 30 Millionen Tieren, die in riesigen Herden über den Kontinent zogen, ein paar wenige, die Dank der Gründung des Yellowstone-Nationalparks im Jahr 1872 sowie des Wood-Buffalo-Nationalparks im Jahr 1922 überleben konnten.

Heute beträgt die zahl der Bisons wieder rund 30.000 Tiere.

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