Tag der Mädchen

Quelle: S. Hofschaeger / pixelio.de
Erfolg für das Frauenvolksbegehren

Fast eine halbe Million Menschen haben für das Frauenvolksbegehren unterschrieben. Ein großer Erfolg, zumal Frauen noch immer mit Ungleichheit zu kämpfen haben, zumal die Vereinbarkeit von Job und Familie noch immer vorwiegend ein Frauenproblem ist und viele alleinerziehende Mütter noch immer armutsgefährdet sind. Manche der Forderungen sehe ich persönlich problematisch, etwa der geforderte niederschwelligere Zugang zum Schwangerschaftsabbruch, da halte ich den kostenfreien Zugang zu Verhütungsmittel für besser.

Generell sind aber auch in einem westlichen Land wie Österreich Männer wie Frauen noch immer nicht gleichgestellt. So lange es noch immer ungleiche Löhne für die selbe Arbeit gibt, solange Frauen noch immer mit niedrigeren Pensionen abgespeist werden, weil sie den Hauptteil der Kindererziehung übernehmen und länger in Karenz sind als die Väter (so die überhaupt in Karenz gehen), muss für eine Gleichstellung weitergekämpft werden.

Die Anpassungen der Sprache (Arbeiter/innen) und der Bundeshymne sind eine kleine kosmetische Korrektur, die oft von den wesentlichen Problemen ablenkt und für Anti-Feminist/innen ein Aufhänger ist, gegen Feminist/innen zu schimpfen- Stichwort Unleserlichkeit von Texten.

Wertschätzung von Buben und Mädchen und Männern und Frauen

Meiner Meinung liegt das wahre Problem aber in der Wertschätzung von Männern und Frauen und Buben und Mädchen.

Ich stelle Schüler/innen oft die Frage, was sie denn davon halten, wenn ein vierjähriges Mädchen mit einem typischen Bubenpulli, einem Spiderman Pulli, in den Kindergarten gehen will. In der Regel wäre das für keinen der Jugendlichen ein Problem. Anders verhält es sich, wenn ich frage, ob sie denn einen vierjährigen Buben in einem rosa Hallo Kitty Pulli in den Kindergarten gehen lassen würden. Hier teilen sich die Meinungen, aber der Großteil hätte Angst, der Kleine würde ausgelacht oder verhänselt werden, würde später schwul werden oder findet es ganz einfach unpassend für einen vierjährigen Buben einen Mädchen Pulli zu tragen. Nur wenige Jugendliche stehen dem Buben im rosa Pulli positiv gegenüber.

Und hier teil sich die Gleichheit in der Erziehung von Buben und Mädchen. Das Mädchen im Spiderman Pulli wird der cool empfunden, der Bub im Hello Kitty Pulli weckt negative Emotionen. Ich frage mich, ist das Weibliche weniger wert oder warum darf ein Mädchen/eine Frau männliche Eigenschaften zeigen, ein Bub/Mann aber keine weiblichen?

Typische Rollenbilder

Das typische Rollenbild Mann und das typische Rollenbild Frau sind tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Die Rollenbilder lockern sich natürlich mit der Zeit. War ein Mann mit Kinderwagen in den Siebzigerjahren noch die Ausnahme, so tragen und schieben die Väter ihren Nachwuchs heute selbstverständlich und selbstbewusst durch die Gegend. Wickeln und füttern die Kinder, was noch bis in die Achzigerjare die Ausnahme war.

Dennoch gibt es noch heute typisches Mädchenspielzeug in rosa und lila und Bubenspielzeug mit Action-Themen im Vordergrund. Selbst Lego, dass in den 50er und 60er Jahren hochmodern war und geschlechtsneutrales Spielzeug bot, hat seit den 80er Jahren eine eigene Mädchen-Linie. Vielleicht ist es gut, um Mädchen zumindest ein bisschen für Technik zu gewinnen, denn andere Spielzeughersteller drängen Mädchen sonst noch mehr in die klassische Frauenbild-Rolle. Andererseits, warum sollen Mädchen keine Autos und Häuser in neutralen Farben bauen und warum brauchen Buben andere, wildere Themen wie Mädchen?

Männerberufe-Frauenberufe

Mädchen werden in technische Berufe gelockt, warum trauen sich noch immer weniger Mädchen technische Berufe ergreifen als Buben? Ich denke ein Blick in die Spielzeugabteilung gibt die Antwort. Der unterschiedliche Umgang von Müttern und Vätern und Erzieher/innen tut das Übrige.

Umgekehrt finden sich nur wenige Männer in typischen Frauenberufen. Buben in Schulen für angehende Kindergartenpädagog/innen sind noch immer die Ausnahme, ebenso wie Kindergärtner, Altenpfleger, Volksschullehrer die Ausnahme sind. Dennoch gibt es erstaunlich viele Volksschuldirektoren.

Einerseits liegt das sicher am niedrigen Gehalt, als Kindergärtner verdient man weniger Geld wie als Techniker. Vielleicht haben aber auch viele Männer noch immer Scheu als „Weichei“ zu gelten, wenn sie einen sozialen Beruf ergreifen?

Von der Gleichstellung der Frau profitieren sicher beide Geschlechter: Frauen von gerechteren Löhnen, besseren Aufstiegschancen und mehr Selbstvertrauen. Männer davon, dass sie ihre weiche, weiblichere Seite ausleben dürfen.

Auch Kinder in Kindergärten und Schulen profitieren davon, wenn sie von Männern und Frauen erzogen werden.

Somit mein Appell an alle Mädchen am Tag der Mädchen:

Mädchen traut euch! In Euch steckt genau so viel Power und Mut und Können wie in den Buben. Ihr müsst nur zu Eu stehen- dann gehört die Zukunft Euch!

Quelle: S. Hofschaeger / pixelio.de

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