Welttag des Hundes

Horrormeldungen über Hunde

Im Moment habe ich das Gefühl, dass eine Hunde-Horror-Meldung die nächste jagt. Erst biss ein  Rottweiler in Wien-Donaustadt einem unschuldigen einjährigen Kind Anfang September so fest in den Kopf, dass das Kind 18 Tage später später an den Folgen der Verletzung sterben musste. Mein tiefstes Beileid an dieser Stelle den verzweifelten Hinterbliebenen.

Nun erneut eine Attacke eines Dackels gegen ein zweijähriges Kind, dass möglicherweise sein Leben lang durch entstellende Narben im Gesicht gezeichnet ist.

Während ich diese Zeilen schreibe, liegt mir unsere Familienhündin zu Füßen und blickt mich mit ihren treuen Hundeaugen an. Wir haben uns den Hund vor bald 10 Jahren angeschafft. Ich wollte, dass die Kinder (damals noch Kleinkinder und zweieinhalb und fünf Jahre alt) mit einem Hund groß werden. Schrittweise lernen, Verantwortung zu übernehmen und von den sozialen Eigenschaften eines Hundes als Haustier profitieren. Ich frage mich, ob auch unser Hund fähig wäre, einen Menschen zu beissen oder gar wirklich schwer zu verletzten. Ich kann es mir nicht vorstellen, denke aber, dass wenn ein paar böse Zufälle zusammenkommen, wahrscheinlich jeder Hund gefährlich werden kann- uns somit auch unser gutmütiger Familienhund.

Es liegt an uns, durch eine liebevolle und doch konsequente Hundeerziehung und auch durch einen vernünftigen Umgang mit Tieren, in Kombination mit altersgerechter Schulung von Kindern, wie man mit Hunden und anderen Tieren umgeht, dieses Restrisiko klein zu alten.

Ein vernünftiger Umgang mit dem besten Freund des Menschen

Hunde gelten als die besten Freunde des Menschen, aber sie brauchen Erziehung und einen vernünftigen Umgang. Einmal seitens der Hundehalter/innen die sich im Klaren sein müssen, dass auch der liebste Hund ein Tier ist, das potentiell gefährlich werden kann. Kleine Kinder und und Hunde darf man darum nie alleine lassen.

Auch sollten Hundebesitzer/innen ihre Hunde kennen und „lesen“ können. „Der tut eh nix“ ist für mich das beste Indiz, dass bei diesen Hunden Vorsicht geboten ist!

Aber auch nicht-Hundebesitzer und Kinder sollten im richtigen Umgang mit Hunden geschult sein. Sicher hat der Hundebesitzer/die Hundebesitzerin die Verantwortung für sein/ihr Tier, die sie aber nicht immer wahrnehmen. Leider. Auch kann immer etwas passieren, der Hund sich losreissen oder andere Umstände dazwischenkommen. Im Umgang mit Hunden ist nicht Angst zielführend, aber Respekt und die Fähigkeit, Signale des Hundes zu lesen.

Es wäre auch wünschenswert, würden sich die Zweibeiner am anderen Ende der Leine an bestehende Regeln halten, wie die Leinen- oder Beißkorb-Pflicht in Wien oder dass Sackerl für das Gackerl. Das Zusammenleben zwischen Hunden, Hundehaltern und Nicht-Hundebesitzern kann nur funktionieren, wenn alle Seiten Verständnis zeigen und die Hundehalter Verantwortung übernehmen. Nicht-Hundehalter dürfen nicht Angst haben müssen und auch ich als Hundehalterin will keine Angst haben müssen vor unangeleinten Hunden- was ich aber tue. Schließlich ist meine Hündin schon einmal von einem Nachbarshund angefallen worden. Es ist glimpflich ausgegangen, aber ich traue mich nicht mehr, meine dreizehnjährige Tochter mit meiner Hündin alleine Gassi gehen gehen zu lassen, obwohl sie körperlich und geistig dazu in der Lage wäre, unseren Hund zu führen. Aber weiss sie sich zu helfen, wenn sie von einem fremden Hund angefallen wird?

Positive Wirkung auf den Menschen

Hunde (und generell Tiere) haben eine positive Wirkung auf Menschen. Das zeigt sich, wenn Therapiehunde in Altersheimen alten Menschen wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern und sich die Senior/innen trotz Gicht und Schmerzen in den Fingern bemühen, Dosen aufzuschrauben um dem Therapiehund ein Leckerli zu geben. Diese positive Wirkung zeigt sich auch wenn sich (traumatisierte) Kinder und Erwachsene zuerst dem Hund anvertrauen, bevor sie mit Menschen über ihr Problem sprechen können. Speziell ausgebildete Hunde riechen eine Unterzuckerung von Diabetiker/innen, lange bevor der Mensch es merkt und kann den Diabetiker/die Diabetikerin rechtzeitig warnen. Nicht zuletzt brauchen wir Polizeihunde, Drogensuchhunde, Lawinensuchhunde, Leichenspürhunde- Hunde sind somit wichtige Partner bei Katastropheneinsätzen um etwa Verschüttete aufzuspüren.

Hunde sind aus die beste Alarmanlage. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Haushalten mit Hunden weniger oft eingebrochen wird. Zum einen schlagen die Hunde Alarm und verbellen die Einbrecher lautstark und zum anderen verteidigen (die meisten) Hunde ihr Revier.

Ich möchte Probleme, die im Umgang mit Hunden entstehen (können) keinesfalls kleinreden- zu sehr haben mich die schlimmen Ereignisse/Hundeunfälle der letzen Wochen erschüttert. Dennoch sollte und darf man Hunde nicht generell böse reden. Ein gut- und liebevoll erzogener Hund und ein vernünftiger Umgang mit Tieren generell sollte das Risiko klein halten. Hunde sollten generell angeleint sein, wenn sie im öffentlichen Raum unterwegs sind. Unangeleinte Pitbulls oder Staffordshire Terrier, wie sie in Floridsdorf oft zu sehen sind, sind mir ein Gräuel und sind eine Gefahr, besonders für  Kinder und andere Hundehalter/innen mit ihren angeleinten Hunden.

Ich wünsche mir für die Zukunft mehr Miteinander zwischen Hundehalter/innen und Nicht Hundehalter/innen, einen vernünftigen Umgang mit den Tieren, damit der Hund der beste Freund des Menschen bleibt und nicht zur Horror-Bestie mutiert!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.