Gedanken zum Welttierschutztag

Kuh_Nelly

Ich bin Vegetarierin. Schon 2/3 meines Lebens. Ich verzichte nicht aus religiösen Gründen aus Fleisch und nicht aus Gesundheitsgründen, wobei ich ja sogar überzeugt bin, dass moderater(!) Fleischgenuss nicht ungesund ist.

Ich bin seit Jahren Vegetarierin aus Tierschutzgründen.

Ich betone, diese Lebensentscheidung deshalb so, weil ich heute möglicherweise bei vielen Vegetarier/innen anecke.

Zum einen hadere ich mit unserem fadenscheinigen Tierschutz. Einerseits werden Hunde und Katzen verhätschelt und vermenschlicht, andererseits gibt es noch immer Massenproduktionen und Fleischfabriken in denen unter katastrophalen Bedingungen Billigfleisch produziert wird, welches zu Dumpingpreisen in unsere Läden und somit auf unsere Teller kommt. Vollgepumpt mit Antibiotika, so dass man sich bei der nächsten Mittelohrentzündung das Penizillin sparen könnte.

Gleichzeitig wird man als Rohling dargestellt, wenn man seinen Kindern erzählt, wo das Fleisch herkommt, während man den lieben Kleinen Wursthäppchen in den Mund schiebt.

Besonders gerne streite ich mit Veganer/innen, welche Fleischersatzprodukte aus Soja und Palmöl konsumieren und partout nicht verstehen wollen, warum  der weltweite Palmöl- Konsum für Orang Utans existenzbedrohend (für Palmölplantagen wird hektarweise Regenwald gerodet und die Menschenaffen verlieren Iren Lebensraum) ist und warum hektarweise Regenwald für brasilianische Sojabohnen geopfert wird. Nach dem Motto Hauptsache vegan.

Ich weiß aber, dass es viele veganer/innen gibt, die sehr wohl auf die Herkunft ihrer Produkte alten und etwa nur regionale Produkte konsumieren!

Ich möchte auch hier nicht falsch verstanden werden: Ich finde es wichtig, dass es Tierschutzmassnahmen für Hunde, Katzen, Zoo- und Zirkustiere gibt. Mich ärgert in diesem Zusammenhang nur, dass Massnahmen für Tiere, die im Verborgenen leben weit weniger schnell gehen. Noch immer gibt es Tiere, die in Massentierhaltung in fensterlosen Ställen dahinvegetieren oder zusammengepfercht zum Schlachter transportiert werden. Noch immer kann man Eier – oder zumindest Produkte aus Batterie-Legebetrieben beziehen. Und das passt nicht. Viele Menschen essen Fleisch und Wurst in rauen Mengen und blenden aus, dass diese Produkte von lebenden Tieren kommen. Während Bello und Minka liebevoll behandelt werden, wird im Supermarkt das billigste Fleisch gekauft. Und in manchen Gratisblättern, die sich für Tierschutz stark machen, wird Werbung für dieses Billigfleisch aus Tierfarmen geschaltet.

Ich habe auch einen Hund und meine Kinder haben noch Kaninchen und Bartagamen. Wir kümmern uns um unsere Tiere, aber mir ist auch wichtig, dass unsere Tiere wie Tiere behandelt werden. Unser Hund ist praktisch ein echtes Familienmitglied. Dennoch bleibt ein Hund ein Hund, mit „hündischen Bedürfnissen“.

Für mich am Welttierschutztag stehen eigentlich die Nutztiere im Vordergrund, die noch immer ein Schattendasein führen und deren Bedürfnissen noch immer in vielen Fällen mit den Füßen getreten werden.

Kuhgeheimnisse-privat

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