„Kana da“ in Kanada?

Tadoussac-Buckelwal

Ich fliege mit meinem Sohn nach Kanada. Er wird dort ein Jahr zur Schule gehen und ich möchte ihn noch hinbringen, die Gasteltern kennenlernen und mit ihm etwas durchs Land reisen.

Kanada ist ein riesiges Land. Es ist überraschend warm und die Menschen sehr freundlich.

In den Städten ist das Verhältnis arm-reich teilweise extrem. In Toronto schlafen etwa dutzende Menschen auf der Straße, während die Straßen von den neuesten und protzigsten Pickups gesäumt werden.

Kanada ist für uns auch ein schweres Reiseland. Die Leute sind zwar sehr hilfsbereit, aber anders als in Südostasien wird einem wenig weitergeholfen, den nächsten Zug, Bus Hotel oder eine Tour zu machen.

man muss alles selber herausfinden und checken, was uns neben den fehlenden Koffern oft ziemliches Kopfzerbrechen bereicherte. Aber irgendwie klappt es dann doch. Oder irgendwer hilf der „armen Touristin“ und ihrem Sohn aus der Patsche.

Toronto

Nach einem entspannten Flug mit KLM kommen wir in Toronto an. Leider kommen nur wir an, die Koffer nicht. Nach endloser Telefoniererei, was zur Folge hat, dass mein Telefon gesperrt wird und schlaflosen Nächten, kriege ich mit 4 Tagen Verspätung endlich meine Koffer geliefert!

Toronto ist imposant. Wußtet ihr, dass die meisten New York Filme in Toronto gedreht werden? Auch Superman kommt aus Toronto.

Auch imposant: Torontos Skyline.

Ottawa

Was ist die Haupstadt Kanadas? nein, nicht Toronto. Nein, nicht Montreal und auch nicht Vancouver. Es ist Ottawa. Eine englisch anmutende Stadt mit Kleinstadt-Feeling und wunderschöner Altstadt rund um den Parlament Hill.

Wir haben das Parlament von außen und innen (Schlange stehen für gratis Tickets von 8:15-9:00) besucht, sind mit einem Amphibienbus gefahren, um das Zentrum von Land und vom Wasser aus zu bestaunen. Toll: Der Parc Jacques Cartier mit lebenden, bewachsenen Skulpturen, designt von den besten Gärtner/innen der Welt

Quebec

Quebec ist eine liebliche Kleinstadt. Wir tun uns in Quebec schwer, da spricht man französisch. Wie überall in Kanada sind aber auch hier die Leute sehr freundlich und hilfsbereit!

Quebec ist die einzige Stadt nördlih von Mexiko City und man sogar auf der Stadtmauer spazieren.

Es gibt kein eigentliches Downtown, die meisten touristisch interessanten Gebäude findet man in Old-Quebec

Tadoussac

Mit dem Greyhoundbus ging es nach Tadoussac, wo wir mit Mühe ein Bett in einem mehrbettzimmer ergatterten (ächz). Der Lärm bis spät in die Nacht wurde entschädigt durch eine Wal Tour. Wir sahen Finnwale, Buckelwale, Minkwale, Schweinswale und Robben. Dann noch Kormorane und andere Seevögel. Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. Hier, am kalten St. Lorenzstrom, gibt es Nahrung im Überfluss und somit viele Wale.

Calgary & Banff

Calgary ist aktuell (August 2018) total verraucht. In der Gegend wüten tausende Waldbrände. Calgary -Stadt ist interessanter als gedacht. Zu sehen gibt es neben dem Wahrzeichen der Stadt, dem Calgary Tower, imposante Skyscraper und viele Wildtiere in den Parks wie Hasen, Hörnchen usw.

Leider waren die Touren zu den Gletschern ausgebucht, so fuhren wir nur nach Banff in den Nationalpark. Der BanffNationalpark ist wunderschön. Wir sahen verschiedene Wildschafe und Wildziegen, leider keine Elche oder Bären. Die Gegend ist herrlich, leider ist derzeit die Aussicht durch den Rauch sehr eingeschränkt.

Vancouver

Auf die Busfahrt nach Vancouver freue ich mich sehr. Wir sitzen zwar 15 Stunden im Bus, fahren aber durch wunderschöne Gegenden, wie durch die Nationalparks Banff und Jasper.

Nach rund 8 Stunden Fahrt bildet sich ein Stau am Highway 1. Ein schlimmer Crash mit einem Toten legt die Autobahn für 6h lahm. Wir informieren unseren nächsten Vermieter: Da alle Zimmer in Vancouver ausgebucht oder unbezahlbar sind, mieten wir uns für die erste nacht in einem Vorort (Richmond) ein.

Um 3 Uhr nachts erreichen wir übermüdet Vancouver. Wir konnten ein paar Stunden in dem unterkühlten Bus schlafen, sehnen uns dennoch nach einem Bett, dass wir mit dem Auto erreichen und wo wir von einem ebenfalls übermüdeten Vermieter empfangen werden.

Mit Glück finde ich für die zweite Nacht ein günstiges Hostel in Downtown Vancouver. Per Bus und Skytrain geht es von Richmond nach Vancouver, wo wir tatsächlich noch für zwei weitere Nächte ein günstiges Zimmer ergattern und Wale, Robben und den großartigen Nationalpark am Indian Arm bewundern.

Für das Beaty Biodiversity Museum , das der Universität gehört, haben wir Zuwenig Zeit. Das erstaunlichste Exponat ist ein riesiges Skelett eines Blauwals in der Eingangshalle. Interessierte können bestimmt mehrere Stunden oder einen Tag in diesem Museum verbringen.

An unserem letzten Tag in Toronto machten wir noch eine Whale watching Tour, wo wir Orcas und Robben sahen.

Nach der Whale Watching Tour spazierten wir noch durch den riesigen Stanley Park, der den First Nations gehört, die hier ansässig waren, lange bevor die ersten Siedler ihren Fuß auf Amerika setzten. Wir spazierten eine Seemauer entlang und sahen weitere Robben und sogar Seeotter und einen Pacific Great Blue Heron, eine Reiher Art.

An unserem letzten Tag hatten wir auch endlich klare Sicht. Die Wolken der letzten Tage hatten sich verzogen und der Regen hat die verrauchte Luft reingewaschen. Es bot sich uns ein tolles Panorama von Vancouver und die Berge dahinter.

Vancouver ist an sich eine wunderschöne Stadt. Tolle Architektur, eine hinreißende Altstadt- Gastown, eine unglaubliche Skyline vor atemberaubender Naturkulisse. Und dennoch sind da die unzähligen homeless people und Drogensüchtige

St. Johns

St. Johns ist die älteste, dauerhaft besiedelte Siedlung Nordamerikas und eine hübsche Kleinstadt mit bunten Häusern.
Im Bagel Café essen wir lokale Spezialitäten. Der Gastvater meines Sohnes holt uns ab und zeigt uns etwas die Gegend.
Ich muss ab Montag wieder arbeiten, zu gerne wäre ich in Neufundland geblieben, hätte eine Kolonie von Papageintsuchern besucht oder einen der Nationalparks mit Elchen oder Schwarzbären. Auch Whale watching wird angeboten: in den Gewässern rund um Neufundland tummeln sich große Bartenwale.
Neufundland ist dünn besiedelt und weniger touristisch als z.B. Vancouver- das spiegelt sich auch in den Preisen wider. So istvetwa Übernachten in St. Johns um vieles günstiger als in Vancouver.

Der Tag des Abschieds von meinem Sohn naht. Schweren Herzens umarme ich ihn nochmal, ehe ich weiter Reise. Er hat eine liebe Gastfamilie gefunden und ich weiß, er wird dort eine Schöne Zeit haben, im schönen Neufundland!

Hier ein paar Bilder/Eindrücke von unserer Reise durch Kanada:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.