Ökosystem Mensch

Kopflaus, Quelle: wikipedia
Kopflausalarm an der Schule

Meine Tochter kommt aus der Schule. Mit juckenden Neuigkeiten: Kopflausalarm in der Schule. Kopfläuse können weder fliegen noch springen. Sie sind flügellose Insekten aus der Ordnung der Tierläuse und gehören zur Familie der Menschenläuse. Kinder stecken oft tuschelnd die Köpfe zusammen, so können die kleinen Blutsauger von Kopf zu Kopf krabbeln. Kopfbedeckungen oder Pölster sind kaum ansteckend. Selbst bei starkem Befall finden sich höchstens ein paar Läuse am Polster. Auch ist es den Tierchen egal, ob die Haare gewaschen oder ungewaschen sind. Ein sauberer Kopf schützt nicht vor Kopflausbefall!

Kopfläuse sind unangenehm, weil juckend, aber an sich recht harmlos. Sie übertragen keine Krankheiten, obwohl sie mit den Kleiderläusen eng verwandt sind, die das gefährliche Fleckfieber und andere Infektionskrankheiten übertragen können.

Kleiderläuse sind in erster Linie ein hygienisches Problem und kommen heute kaum noch vor. Am ehesten findet man Kleiderläuse heutzutage in unhygienisch geführten Massenquartieren. Zu Napoleons Zeiten waren Kleiderläuse dagegen ein immenses Problem und für viele Fleckfieber- und somit Todesfälle unter den Soldaten verantwortlich.

Kampf den Kopfläusen

Kopfläuse können nun mit chemischen oder physikalischen Mitteln bekämpft werden. Physikalische Mittel verstopfen die Tracheen (=Atemröhren) der Insekten. Sie ersticken. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man einerseits Resistenzbildung der Schädlinge verhindert und sich andererseits selbst nicht giftigen Chemikalien (unter anderem giftig für das Nervensystem) aussetzt. Die Bettwäsche sollte bei 60°C gewaschen werden, ebenso Kamm und Bürste. Man muss nicht, wie man früher angenommen hatte, das ganze Kinderzimmer oder die ganzeWohnungseinrichtung in die Waschmaschine packen. Bei kleineren Kindern reicht es, außer dem Kopf (natürlich!!) Kleidung und Bettwäsche zu waschen und Kuscheltiere übers Wochenende in einen Sack zu packen, nach dieser Zeit verhungern die Tiere.

Nicht zu empfehlen ist das rein mechanische Auskämmen der Läuse. Zu leicht übersieht man ein Tier und es setzt äußerst geduldige Kinder voraus!

Kopflausfrei

Nach dem Untersuchen sämtlicher Köpfe der Familie und sicherheitshalber Einwirken mit einem physikalischen Hausmittel, diesmal die Entwarnung: Beim gegenwärtigen Auftreten der Läuse sind die „Biester“ nicht bei uns eingezogen…

Ökosystem Mensch-weitere Mitbewohner

Neben Kopfläusen gibt es aber weitere stete Mitbewohner des Menschen: Unsere Haut wird von einer Menge Pilze und Bakterien bewohnt, und das ist gut so. Die gesunde Hautflora verhindert ein Einnisten von krankmachenden Bakterien, da alle Nischen bereits besetzt sind und den sauren pH Wert halten auch nur die wenigsten Bakterien aus. Auch in unserem Darm haben wir jede Menge Mitbewohner. Unsere Darmflora ist ebenfalls wichtig für unsere Gesundheit, um Vitamin K aufzunehmen und auch um pathogenen (krankmachenden) Keimen keinen Platz zu lassen.

Auch Haarbalgmilben sind harmlos und leben unbemerkt oberhalb der Augenbrauen praktisch aller Menschen.

Neben diesen nützlichen und sogar lebenswichtigen Mitbewohnern (Haut- und Darmflora) oder ungefährlichen Mitbewohnern (Haarbalgmilben) gibt es natürlich auch ein paar unangenehmere. Neben Darmparasiten wie Spulwürmern und sogenannten Ektoparasiten wie Flöhen, Zecken oder Läusen, gibt es auch wirklich gefährliche. Dazu gehören kleinste Parasiten wie Plasmodien, die Erreger der Malaria, die es sich in den roten Blutkörperchen bequem machen oder bestimmte Bandwurmarten wie der Fuchsbandwurm, die mitunter lebensgefährlich sein können.

Oft stellen nicht die Parasiten selber das Problem dar, sondern Krankheiten, die sie übertragen können, z.B. das durch die Zecken übertragene FSME.

Wir Menschen stellen also selber Ökosysteme dar. Für lebenswichtige, harmlose, unangenehme aber relativ harmlose oder sogar gefährliche Mitbewohner.

Kopflaus, Quelle: wikipedia

Kopflaus, Quelle: wikipedia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.