Tag des afrikanischen Kindes

Schule und ihr Stellenwert in unserer Gesellschaft

Wenn man bei uns in eine Schule schaut, sieht man nur unzufriedene Gesichter. Gelangweilte Kinder, überforderte Kinder, Kinder, die einfach keine Lust auf Schule haben. Fragt man die Eltern der Kinder, so hört man, die Kinder wären überfordert, die Lehrer schlecht oder die Schule schlecht. Fragt man die Lehrer/innen, so beschweren sich diese über undisziplinierte Schüler/innen und überforderte Eltern.

Die Gesellschaft klagt über die Lehrer/innen und die Medien greifen Geschichten über die ungeliebten Lehrer/innen dankbar auf, während die Regierung eher planlos am Schulsystem herumbastelt, in der Hoffnung, dass die PISA Tests endlich besser werden- nur um jedes Jahr erneut ernüchtert auf immer schlechtere PISA Ergebnisse blicken zu müssen. Für die Medien wieder ein gefundenes Fressen um wieder auf die „unfähigen“ Lehrer/innen loszugehen.

Fragt man Kinder oder Jugendliche, ob sie gerne zu Schule gehen, verdreht fast jede/r die Augen. Schule ist uncool, Lernen ist uncooler. Bildung ist wichtig, das ist zwar jeden klar, aber die Schule, vom Staat bezahlt, erfährt kaum Wertschätzung, ebensowenig die Schulbücher.

Schule in Afrika

In Afrika ist die Situation komplett anders. Für viele afrikanischen Kinder ist Schule keine Selbstverständlichkeit. Etliche Kinder in Tansania oder Kenia laufen viele Kilometer weit zu Fuß in die Schule. Sie nehmen gefährliche Schulwege in Kauf, hocken in viel zu kleinen Klassenzimmern und sind stolz darauf in die Schule zu gehen, weil sie wissen, dass Schule ihre Chance ist, der bittersten Armut zu entkommen.

Der Tag des afrikanischen Kindes

Heute ist der Tag des afrikanischen Kindes. Lernen wir doch von den afrikanischen Kindern, auch Dinge, die nichts kosten zu schätzen. Bildung wieder einen Stellenwert zu geben und sich wieder über Kleinigkeiten wie einem Bleistift freuen zu können, statt immer mehr, mehr, mehr haben zu wollen.

Wir können das, was wir haben, oft nicht wirklich sehen. Wir wissen unsere Privilegien nicht mehr zu schätzen, wie die Chance, dass unsere Kinder alle in die Schule gehen dürfen, ohne lebensgefährliche Wege auf sich nehmen zu müssen. Wir können uns für unsere Kinder Hefte, Bleistifte und schicke Schultaschen leisten und eine gesunde Jause. Und das ist längst nicht für alle Kinder eine Selbstverständlichkeit. Dort, wo Kinder schon arbeiten müssen, junge Frauen früh verheiratet werden und in jungem Alter schon Mütter werden, wissen Menschen den Wert der Schule zu schätzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.