Palmölfrei leben- eine Zwischenbilanz

Palmölfrei seit 5 Jahren

Seit 2013 versuchen wir, meine Familie und ich, nun schon palmölfrei zu leben. Was vor 5 Jahren noch ein echter „Spießrutenlauf“ war, kaum ein Produkt war ohne Palmöl, wird aufgrund der mittlerweile von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommenen Problematik, zusehends leichter.

Palmöl, wo man es nicht vermutet

Immer wieder landeten (oder landen noch immer) auch bei uns Produkte mit Palmöl im Einkaufskorb, meist unbedacht, etwa weil ich es nicht für nötig hielt bei Tsatsiki aus dem Kühlregal auf Palmöl zu achten (und dennoch war es zu meinem Bedauern darin enthalten).

Palmöl in der Kosmetik, wo es aufgrund seiner Eigenschaften und des niedrigen Preises, ein höchst beliebter Rohstoff ist, umgehen wir, weil ich die meisten Kosmetik Artikel, von der Seife über die Lippenpflege bis zur Creme, selber herstelle und somit genau weiß, welche Öle in meinem Deoroller oder meiner Gesichtscreme stecken.

Orang Utan Nonja

Nonja

Palmölfrei zu leben ist also insofern anstrengend, als man permanent beim Einkaufen die Augen offen halten muss. Nicht einmal ein Bio-Einkauf bedeutet, dass man den Regenwald schont. Auch in Bioprodukten steckt Palmöl und in der für „Veganer“ geeigneten Wurst sowieso. Nur, warum kaufen Veganer Produkte, in denen Palmöl steckt, für deren Produktion die Heimat des Orang Utan zerstört wird?

Niemand tätigt so einen Kauf bewußt. Wir werden alle geblendet von bunter Werbung, die uns eine heile Welt ihrer angeblich wunderbaren Produkte suggerieren will. Gerade die großen Weltkonzerne erzielen ihren Gewinn damit, dass die Produktion oft in Billiglohnländer ausgelagert wird, mit geringen Umweltauflagen, mit billigen Arbiter/innen oder sogar Kinderarbeit. Hohe Gewinnspannen erzielt man auch, wenn man an den Rohstoffen spart und etwa Palmöl von skrupellosen Herstellern einsetzt.

Auf den bunten Verpackungen der Schokoladenriegel oder des Haarshampoos sieht man nichts davon. Da sieht man ein glückliches Kind, welches genußvoll in den Riegel beißt und eine sinnliche Frau, die in einer bunten Blumenwiese stehend, ihr volles Haar schüttelt.

Mein Glück ist es, dass meine Kinder mitkontrollieren, ob die gekauften Waren ökologisch nachhaltig und palmölfrei sind. Und dennoch landen ab und zu Produkte mit Palmöl auch in unserem Einkaufskorb…

Palmöl und seine negativen Auswirkungen auf die Gesundheit

Palmöl in Lebensmittel hat aber auch, wie Greenpeace zeigen konnte, negative Auswirkungen auf die Gesundheit, hier besonders industriell produziertes Palmöl mit seinen durch den Herstellungsprozess entstandenen problematischen Inhaltsstoffen.

Kein Palmöl mehr…und dann?

Wie bereits erwähnt gibt es heute viel mehr Firmen die auf palmölfreie Produkte setzen. Noch immer warten wir auf ein faires und aussagekräftiges Zertifikat für Palmöl aus nachhaltigen betrieben, die ihre Plantagen nicht auf frisch gerodeten Regenwaldflächen bauen. Denn selbst wenn man zu 100% oder fast 100% auf palmölfreie Produkte setzt bleibt ein bitterer Beigeschmack: Welches Billigöl nehmen findige Konzerne, wenn der Markt kein Palmöl mehr will? Wird dann das Kokosöl zum „neuen Palmöl“? Muss in einer palmölfreien Zukunft die Kokospalme billiges Öl liefern und wird dann die Kokospalme auf Plantagen wachsen, die dem Regenwald entrissen worden sind?

Wo liegt also die Lösung des Problems? Ich denke, die Lösung liegt, wie so oft, eigentlich auf der Hand. Wer hochwertige Produkte kauft, erwirbt meist solche, die nie Palmöl verwendeten. Hochwertige Bäckerein etwa setzen auf Butter. Veganer/innen können auf Margarine auf Bio-Qualität ausweichen, auch wenn Bio nicht heißt, dass der Ausbau ach regenwaldschonend erfolgte. Wenn es geht, kann und soll man heimische Öle verwenden: Rapsöl, Sonnenblumenöl, aber auch importiertes Olivenöl hat relativ kurze Transportstrecken hinter sich und kann nachhaltig gewonnen werden.

Es lohnt sich, weniger Fleisch und Wurstwaren oder Süßigkeiten zu kaufen, dafür solche in hoher Qualität. Und wer weniger kauft, wirft dafür weniger weg, so muss Biokauf nicht unbedingt teurer werden.

im Regenwald der Österreicher/innen

im Regenwald der Österreicher/innen

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