Nicht jede Schnecke ist eine schneckliche Plage- Tag der Weinbergschnecke am 24.05.

Weinbergschnecke und Regenpfütze
Schnecken als Schreckgespenstern vieler Gärtner/innen

Schnecken gehören zu den Schreckgespenstern vieler Gärtnerinnen und Gärtner. Der Gedanke an kahl gefressene Setzlinge oder unappetitlich angeknabberten Salat läßt viele Gartenfreunde erbleichen und manche sogar zu Gift oder anderen drakonischen Bekämpfungsmitteln greifen. Schneckengift trifft aber nicht nur die schädliche spanische Wegschnecke, sondern auch harmlose Weichtiere oder deren Fraßfeinde, unsere Helfer im garten im Kampf gegen die Schneckenplage.

Schleimige Weichtiere sind so für viele Gärtner/innen das Feindbild schlechthin; dabei sind längst nicht alle Schnecken Plagen im garten, manche sind sogar auf der Seite der Gärtner und verschmähen das zarte Grün im Gemüsebeet. Solltet Ihr etwa einen Tigerschnegel im garten erblicken, so sollte Euch das sehr erfreuen: Tigerschnegel sind die Raubtiere unter den Schnecken und verspeisen andere Schnecken. da der Tigerschnegel ein eingebürgerter Neozoa (ein ursprünglich in Österreich nicht heimisches, nach 1492 eingeschlepptes Tier) ist, betrachte ich ihn dennoch mit gemischten Gefühlen.

Archäozoen unter den Weichtieren

Auch harmlos, oder sogar Grund zur Freude sollte auch der Anblick von Weinbergschnecken sein. Diese großen Gehäuseschnecken konnten sich dank der Römer im ganz Europa ausbreiten, sind also Archäozoen. Weinbergschnecken vertilgen kaum saftiges Gemüse im Gemüsebeet, viel lieber fressen sie welkes Grün. Verschiedene Quellen unterscheiden sich in ihren Angaben darüber, ob Weinbergschnecken Gelege von Nacktschnecken fressen oder nicht. Im Gegensatz zu Nacktschnecken (und hier insbesondere die eingeschleppte spanische Wegschnecke) sind Weinbergschnecken und auch Bänderschnecken kaum ein Problem im Garten. Nur wenn man gar arg viele im Garten hat, könn(t)en auch Weinbergschnecken oder Bänderschnecken zur Plage werden.

Weinbergschnecken als Delikatessen

Weinbergschnecken wurden von den alten Römern gerne verspeist. Noch heute werden sie oft gezielt als Delikatessen gesammelt und sind somit stellenweise schon recht selten geworden. Will man Weinbergschnecken im eigen Garten beheimaten, benötigt man allerdings ein „wildes Eckerl“, damit sich diese Tiere wohl fühlen können.

Eingeführte Schneckenplage aus falscher Tierliebe

Übrigens: Die in vielen Kindergärten und Schulen, mittlerweile auch in etlichen Familien, gehaltenen und gezüchteten Achatschnecken stammen aus Afrika und sind die größten Landschnecken. In Florida ist das Halten dieser Tiere mittlerweile verboten, da Tierfreunde es aus falscher Tierliebe nicht übers Herz brachten, unerwünschtes Gelege ihrer Haustiere zu zerstören und die Jungschnecken im Freien aussetzten. Dort bedrängen die Neulinge die heimische Schneckenfauna.

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