Welt-Schildkrötentag

„Kröten“, die keine Kröten sind

Schildkröten sind, anders als ihr Name vorgibt, keine „schildbewehrten“ Kröten. Im Gegenteil, Schildkröten sind keine Amphibien, sie sind vielmehr Reptilien. Höchst erfolgreiche Reptilien sogar- zumindest bis jetzt.

Lebende Fossilien

Schildkröten gibt es bereit seit etwa 220 Millionen Jahren. Sie exisistierten also schon, als auf dem Superkontinent Pangäa die ersten Dinosaurier herumstreiften. Aktuell sind leider alle Arten vom Aussterben bedroht.

Es könnte natürlich sein, dass die Zeit für Schildkröten „abgelaufen“ ist. Das Problem dürfte aber eher sein, dass die Schildkröten mit den Veränderungen durch den Menschen nicht zurecht kommen.

Gründe für den „Untergang“ der Schildkröten

So begann der Untergang vieler Schildkröten in der frühen Neuzeit, als große Exemplare (Riesenschildkröten auf Mauritius beispielsweise) als wiederstandsfähige, lang lagerungsfähige Fleischlieferanten auf den Schiffen der Eroberer und Forschungsreisenden herhalten mussten. Auch Meeresschildkröten wurden auf diese Weise tierquälerisch gestapelt und nach und nach verspeist. Meeresschildkröten macht heute der Rückgang der Strände zu schaffen. Viele Strände schwinden, weil der Rohstoff Sand benötigt wird oder auch weil der Meeresspiegel steigt. Das Gelege der Tiere (zumindest der untere Teil) liegt oft im Wasser und die Eier verfaulen. Viele Schildkröten verheddern sich in Fischernetzten und ertrinken qualvoll. Manche Meeresschildkröten sind spezialisierte Quallenfresser. Oft fressen diese Tiere Plastiksackerl, die wie im Meer schwebende Quallen aussehen, statt Quallen und verhungern dann mit vollem Magen. Frisch geschlüpften Schildkrötenbabies (=Hatchlinge) finden häufig den Weg ins Meer nicht, weil die Stände beleuchtet sind und sie zu den Beleuchtungen krabbeln statt Richtung Mond ins Meer, so die Eier des Geleges nicht vorher verspeist werden…

Darüberhinaus bedrängen artfremde Arten manche Schildkröten (ausgesetzte Rotwangenschildkröten bedrängen heimische Sumpfschildkröten) oder selbst die ausgewachsenen Tiere gelten als Delikatesse (Suppenschildkröten), ihr Panzer wird zu Schmuck verarbeitet ( Schildpatt) oder ihr Lebensraum schrumpft und schwindet.

Die vom Menschen verursachten Probleme bedrohen somit alle Schildkröten an Land und im Wasser unterschiedlich stark und auf vielfältige Weise. Zeit, diese erdgeschichtlich betrachtet höchstverfolgreichen, „uralten“ Tiere umfangreich zu schützten, damit diese mehr oder weniger stark vom Aussterben bedrohten „lebenden Fossilien“ nicht dem Menschen zum Opfer fallen, sondern auch noch zukünftige Generationen faszinieren können.

Möglichkeiten, Schildkröten zu schützen:
  • Kein Kauf von Produkten aus Schildpatt
  • Weder Jungschildkröten noch Produkte als Schildkröten als Urlaubs-Souvenir mitbringen
  • Falsche Tierliebe- Aussetzen von zu groß gewordenen Haustieren- rotwangenschildjröten können recht groß werden- bedroht heimische Sumpfschildkröten
  • Lebensraumschutz ist Artenschutz: z.B.: der Schutz heimischer Aulandschaften schützt (nicht nur) die heimische Sumpfschildkröte
  • Umsichtiges Verhalten am Urlaubsort- kein Buddeln an „Schildkröten-Stränden, öko-zertifizierten Hotels den Vorzug geben,…
  • Klimaschutz ist (auch) Schildkrötenschutz
  • Projekte zugunsten von Schildkröten unterstützen (z.B. von WWF)

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