Internationaler Tag der Artenvielfalt

Artenvielfalt

Unser Heimatplanet hat in den 4,5 Milliarden Jahren seines Bestehens eine großartige Vielzahl an Lebewesen und eine Vielfalt an Pflanzen und Tieren hervorgebracht.

Seit vor 3,5 Milliarden Jahren die ersten einfachen Zellen, bakterienähnliche Lebewesen, entstanden hat sich das Leben immer weiterentwickelt. Die längste Zeit bevölkerten einfache, kernlose Einzeller die Urmeere unserer Erde, bis sich vor circa 1,5 Milliarden Jahren zwei Bakterien symbiontisch verbanden. Die Verbindung dieser zwei Lebewesen wurde so intensiv, dass sie miteinander verschmolzen: die ersten höheren Zellen mit Zellkern und Mitochondrien waren entstanden.

Massenaussterbe-Ereignisse: Rückschläge am Weg zur heutigen Artenvielfalt

Das Leben entwickelte sich aber nicht einfach nur so, es gab auch viele Rückschläge, so starben vermutlich am Ende des Präkambriums, vor rund 580 Milliarden Jahren, bis zu 97% aller Lebewesen aus, kurz nachdem sich das Leben gerade zu entfalten begann. Eine mächtige Eiszeit hüllte die Erde in einen mehrere tausend Meter dicken Eispanzer.

Diese als „Schneeball Erde“ bekannte Aussterbewelle war aber nicht die einzige Katastrophe, die das Leben auf „fast Null“ zurückkatapultierte:

Vor 490 Millionen Jahren, am Ende des Kambriums starben rund 80 % aller Tier- und Pflanzenarten aus.

Im oberen Devon, vor 360 Millionen Jahren starben erneut starben etwa 50 % aller Arten aus, darunter einige Fische, Korallen und Trilobiten.

Vor ca. 251 Millionen Jahren, an der Perm-Trias-Grenze, starben die meisten Tiere der damaligen Zeit aus: 95 % aller meeresbewohnenden Arten sowie ca. 66 % aller landbewohnenden Arten (Reptilien- und Amphibienarten).

Vor ca. 200 Millionen Jahren am Ende der Trias starben 50 bis 80 % aller Arten, unter anderen fast alle Landwirbeltiere, aus.

Die bekannteste Katastrophe ereignete sich vor 65 Millionen Jahren, als vermutlich eine Kombination aus verheerenden Vulkanausbrüchen und der Einschlag eines Meteoriten auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko zum Aussterben der Dinosaurier führte. Das Aussterben der Dinosaurier ermöglichte im Gegenzug dafür den Aufstieg der Säugetiere, die neben den mächtigen Dinosauriern nur eine untergeordnete Rolle spielten und sich erst nach deren Ende behaupten und entwickeln konnten.

Der Mensch als Landschaftsgestalter

Seit der Mensch existiert, formt und verändert er seine Umgebung. Das ist an sich nichts Schlechtes. Viele naturnahe (nicht natürliche!) Kulturlandschaften entstanden erst durch das Zutun und die Umformung durch den Menschen: die Almenlandschaften in den Alpen, Reisterrassen in Südostasien, Weinterrassen in der Wachau und viele mehr. Viele dieser Kulturräume schufen mosaikartig neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Verschiedene Lebensräume existierten nebeneinander: Feldraine- kleine Wiesen und Gebüsch Ränder neben den Feldern, trockene Steinmauern ermöglichten den terrassenartigen Bau der Weinterrassen. Die „sanfte Umformung“ der Landschaft durch den Menschen, von Menschen, die von der Natur bzw. von einer „intakten Natur“ (oder eigentlich korrekterweise einer intakten naturnahen Umgebung) noch direkt abhängig waren schufen sogar neuen Lebensraum. Verbuschen etwa Almen, verschwinden viele Blumen und seltene Pflanzen und mit ihnen auch Insekten und Amphibien und Reptilien.

Natürlich gab es auch vor dem Menschen diese Inseln: Lawinenabgänge in den Bergen sorgten schon vor dem Menschen für Kahlschlag in den Wäldern und ermöglichten für kurze Zeit blühende Wiesen-Lichtungen.

Massenaussterben heute

Wenn auch der Frühmensch wahrscheinlich für das Aussterben von Mammuts und anderen Großsäugern verantwortlich ist, so ist das massive Aussterben von Tieren und Pflanzen in Rekordzeit ein Phänomen der Moderne und eine Folge von industrialisierter Landwirtaschhaft und reinem, von der Natur entkoppeltem Profitdenken vieler Menschen.

Der Einsatz neuer Materialien und (Plastik), bzw. die Verschwendung und achtlose Entsorgung dieses Stoffes sorgte für eine Vermüllung der Meere in einem Maße, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar galt. Die Nutzung nuklearer Energie und deren Folgen sorgten für Jahrhunderte unbewohnbar gemachte Landstriche. Die Gewinnung und Verbrennung fossiler Brennstoffe führt zu ölverschmutzten Stränden, zu Klimawandel und Schadstoffen in der Luft, die Mensch und Tiere krank machen.

Pestizide und eingeschleppte Krankheiten wie parasitäre Milben und Pilze töten viele Insekten und bescherten uns das berühmte Bienensterben, Bienen sind aber nötig um Blütenpflanzen (unter anderem auch Kirschen, Äpfel, Erdbeeren, …) zu bestäuben.

Noch ist die Artenvielfalt auf unserem Planeten sehr hoch. Noch wurden auch noch längst nicht alle Arten entdeckt; Insekten und Mikroorganismen existieren in eine derart großen Vielfalt, dass es praktisch unmöglich ist, alle zu beschreiben, aber selbst unter Reptilien oder gar Säugetieren gibt es immer wieder Neuentdeckungen.

Die größte Artenvielfalt beherbergt der tropische Regenwald. Die Geschwindigkeit dessen Zerstörung für die Gewinnung von Aluminium (Bauxit, aus dem unter hohem Energieeinsatz Aluminium gewonnen wird) oder Flächen für Soja- oder Palmöl Anbau ist derart schnell, dass zu befürchten ist, dass viele Tier- und Pflanzenarten verschwinden, bevor sie entdeckt werfen. Dabei ruhen die Hoffnungen vieler Mediziner/innen und Pharmazeut/innen auf Pflanzen aus dem Regenwald, um daraus neue Medikamente gegen Krebs oder andere Krankheiten zu gewinnen. Noch gibt es zu wenige Kooperationen mit der indigenen Bevölkerung, die oft über ein hohes Wissen über die gemeinen Pflanzen und deren therapeutische Wirksamkeit verfügen.

Weitere Gründe für das durch Menschen verursachte aktuelle massenaussterben sind:

•Trophäenjagd (Nashorn, Tiger)
•Zerschneiden und Zerstören von Lebensraum
•Meeresverschmutzung
•(Öl, Plastik)
•Klimawandelunddie Folgen wie Übersäuerung der Ozeane
•Überfischung und rücksichtsloser Massentourismus
Die momentane Aussterberate von schätzungsweise 3 bis 130 Arten pro Tag liegt 100 bis 1000 mal über dem natürlichen Durchschnittswert.
Während wir dem Überfluss frönen, leben wir in in einem Zeitalter des unglaublichen Verlustes:
  • 75 % der weltweit kommerziell genutzten Fischbestände sind voll ausgeschöpft oder werden übernutzt.
  • Drei Viertel der genetischen Vielfalt von landwirtschaftlich genutzten Kulturpflanzen sind verschwunden.
  • 40 % der in Europa vorkommenden Tierarten stehen auf der roten Liste,sind also gefährdet. Spitzenreiter sind Amphibien und Reptilien mit je 78- 79%.
  • Weltweit sind jede dritte Fisch-, jede achte Vogel- und jede vierte Säugetierart akut gefährdet.
Gemäss dem „Living Planet Report 2010“ des WWF bräuchten wir die Ressourcen von 2,8 Erden, wenn alle Menschen auf der Welt so wie wir „Westländler“ leben würden.
Weltweit werden demnach täglich Tiere und Pflanzen ausgerottet- und das, obwohl noch längst nicht alle Arten entdeckt sind! Manche Arten werden so für immer verschwinden, ohne je entdeckt worden zu sein.
Allein im Amazonas wurden seit 2001 1200 neue Tierarten entdeckt, das entspricht 3 neuen Arten pro Tag!
17 Prozent der Waldfläche Amazonienswurden in den vergangenen 50 Jahren zerstört – ein Gebiet doppelt so groß wie Spanien. Etwa 80 Prozent der im Amazonas gerodeten Waldflächen war für die Rinderzucht!
Tag der Artenvielfalt

Viele Organisationen veranstalten am Tag der Artenvielfalt Aktionen, bei denen Schulklassen mithelfen dürfen, um etwa auf geschützten Wiesen oder auch in Wien im Lainzer Tiergarten die Artenvielfalt unter den Tieren, Pflanzen und Pilzen zu erheben.

Noch blüht unserer Erde, och ist die Artenvielfalt recht groß und noch wäre die Erde zu retten, die an einer Vielzahl an Problem leidet wie Klimawandel, Vermüllung der Meere, Luftverschmutzung, Artensterben, Pestizide und vieles mehr.

Und auch von einer Katastrophe würde sich die Erde mit ihrer Natur wieder erholen, aber ist nicht gesagt, dass der Mensch eine von ihm ausgelöste Katastrophe überleben würde.

Ein vernünftiger Lebenswandel, ein nachhaltiger Lebenstil und Rücksicht auf die folgenden Generationen und unsere Natur (bzw. naturnahe Umgebung) würde auch unsere Existenz noch für die nächsten Generationen sichern!

Ausblicke in die Zukunft:

Um die Artenvielfalt des Planeten langfristig zu erhalten, gilt es zu handeln!

  • Klimaschutz (ist Artenschutz UND Menschenschutz!)
  • Erhaltung natürlicher Lebensräume
  • Förderung kleinstrukturierter Landschaft ->Biolandwirtschaft statt Agrarindustrie
  • Grundlagenforschung, ev. Nachzuchten
  • Schutz von Feuchtgebieten und anderen sensiblen Biotopen
  • Schutz der Regenwälder und Weltmeere
  • Aufklärung der lokalen Bevölkerung
  • Stärkung der lokalen Wirtschaft
  • Ökotourismus mit Unterstützung der Anrainer (aus Wilderern werden z.B. Nationalpark-Ranger)
  • Kein Kauf oder Handel mit geschützten Tieren (oder Teilen von ihnen)
  • Kein Kauf von Produkten aus Tropenhölzern
  • Vermeidung von Produkten mit Palmöl (Palmöl ist laut etlicher Studien auch gesundheitsschädlich)
  • Bevorzugter Kauf von Produkten aus ökologisch- und sozial fairem Handel (Bio-Produkte, Produkte mit Transfair- Siegel)
  • Heimischen Produkten den Vorzug geben (Forelle statt Tiefsee-Fisch )
  • Generell: Augen auf beim Kauf!

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