Weltrecyclingtag

Am Montag, 18.03., ist Weltrecyclingtag

Wie ich ein Kind war, kauften wir die meisten Getränke in Mehrwegflaschen. Als ich etwas älter wurde, gab es sogar Milch in Pfandflaschen zu kaufen, die nicht nur von uns gekauft wurde. Ein Blick in die Einkaufswägen zeigte: Die Milch in den Pfandflaschen kam sehr gut an.

In den 1990er Jahren begann ich mit dem Rucksack um die Welt zu reisen. ich wunderte mich, dass in Venezuela, in Mexiko, aber auch in vielen europäischen Ländern, Getränke in Wegwerf-Flaschen angeboten wurden. Damals gab es in Österreich praktisch nur Glasflaschen, Mehrweggebinde, auf die ein Pfand eingehoben wurde.

Nur wenig später setzte sich in Österreich, in nur wenigen Monaten, die PET Flasche voll durch. Ich hatte damals den Eindruck, dass dieser Siegeszug der Plastikflaschen staatlich gelenkt wurde. Milch im Packerl oder Getränke in PET Flaschen waren oft in Aktion. Getränke in Pfandflaschen praktisch nie. Schleichend, aber dennoch erstaunlich schnell, waren die Glasflaschen aus den Supermarktregalen verschwunden. Bis auf Mineralwasser und Bier. Mittlerweile gibt es auch Mineralwasser fast nur noch in der PET Flasche, allerdings bieten einzelne Unternehmen aber auch wieder die Glas Pfandflasche an und bei Bier dürfte die Plastikflasche nicht so gut ankommen, dafür die Bierdosen, die umwelttechnisch gesehen noch katastrophaler sind.

Mittlerweile haben wir das Ergebnis dieses Siegeszuges der Plastik.Wegwerf-Flaschen: Rund 40 Tonnen Plastik spült allein die Donau jährlich ins Meer. Insgesamt wabbern in den Weltmeeren an die 150 Millionen Tonnen (!!!) Plastikmüll, 12,5 Millionen Tonnen Plastikmüll kommen jedes Jahr dazu. Im Meer schwimmt 60 x mehr Mikro-Plastik-Müll als Plankton (kleinste im Meer schwebende Lebewesen wie Algen oder Kleinkrebse) und in rund 30 Jahren wird es in den Meeren mehr Plastik als Fische geben.

Was geht mich das an?

Fische fressen verwechseln das Plastik mit Plankton und sterben mit vollem Magen. Meeresvögel angeln sich Plastikmüll aus dem Wasser und verfüttern diesen sogar an ihre Jungtiere. Während nun manche Tiere mit vollem Magen verhungern, darunter auch Schildkröten, die Plastiksackes für Quallen halten oder Wale, sterben Meeresvögel, weil das Plastik ihren Magen durchlöchert. Giftstoffe im Plastik, wie Weichmacher, Flammschutzmittel, hormonähnliche Phtalate oder das berüchtigte Bisphenol A reichern sich in der Nahrungskette an und landen mit dem Speisefisch auch auf unseren Tellern.

Wir, die von klein an mit Plastik groß werden, aus Plastikflaschen trinken, in Plastik verpacktes essen verzehren und als Kind Plastikspielzeug ablutschen, essen so auch Plastikmüll mit unserem Fisch. Und nicht nur im Fisch- sogar im Honig wurde Mikroplastik nachgewiesen.

Eine Babywindel braucht 200 Jahre, bis sie völlig zerfallen ist, eine PET Flasche 450.

Aluminium

Neben Plastik gibt es noch einen weiteren Problmstoff in der Verpackungsindustrie: Aluminium. Vor über 100 Jahren noch kaum bekannt, boomte der Stoff für die Herstellung von Feldgeschirr ab dem 1. Weltkrieg. Aluminium war damals sehr teuer und konnte fast mit Gold aufgewogen werden.

Aluminium kommt in der Natur fast nur gebunden vor. Vorwiegend findet man Aluminium als Bauxit (Erz aus verschiedenen Aluminium-Mineralien, Eisenoxiden, Tonmineralien und Titanoxid). War früher Ungarn einer der weltweit wichtigsten Aluminium-Lagerstätten und Produzenten, so wird heute das meiste Bauxit in Brasilien gewonnen. Zum Leiden des brasilianischen Regenwaldes und der dir wohnenden indigenen Bevölkerung.

Aluminium wird noch immer als Zusatz in Kosmetika oder Arzneimitteln verwendet (Mittel gegen Sodbrennen) oder zum Desinfizieren von Trinkwasser, obwohl viele Indizien darauf hindeuten, dass Aluminium krebserregend ist oder auch Demenz auslösen kann.

Die Herstellung von Aluminium aus Bauxit ist extrem energieintensiv und hinterlässt Tonnenweise hochätzenden Rotschlamm als Abfall. Ein überlaufendes Rotschlammdepot in einem Aluminiumwerk nahe des ungarischen Dorfes Kolontár löste 2010 eine humanitäre- und Umweltkatastrophe aus. Menschen und Tiere starben im ätzenden Schlamm und die Umwelt wurde auf Jahre verseucht.

Aluminium zu recyceln schon nicht nicht nur die tropischen Regenwälder in Brasilien sondern spart Unmengen an Energie. Aluminium aus Bauxit zu gewinnen ist energieintensiv, Aluminium einzuschmelzen verbraucht weit weniger Energie.

Glas

Ähnlich verhält es sich bei Glas. Glas aus Quarzsand und einigen weiteren Zutaten herzustellen benötigt viel Energie. Glas lässt sich aber gut reinigen und wiederverwenden (Pfand) und Glas weg zu schmeissen wäre sehr schade, da man auch Glas gut wiederverwertet kann. Allerdings nur sortenrein. In den Glascontainer darf nur Verpackungsglas- und das nach färben getrennt. Fensterglas oder andere Glassorten haben eine andere chemische Zusammensetzung und können die Herstellung von Glas stören.

Es macht Sinn, Abfall zu vermeiden – oder zu recyceln, wo er sich nicht vermeiden lässt!

 

  1. Müll zu vermeiden, wo es nur geht (das eigene Stoffsackerl zum Einkaufen mitbringen)
  2. angefallenen Müll konsequent zu recyceln. Besonders wichtig bei Glas und Metallen (Aluminium)
  3. Plastik sortenrein trennen und recyceln. So können aus PET Flaschen wieder PET Flaschen gemacht werden!
  4. Auch Papier ist z schade zum Wegwerfen und kann zu neuem Papier verarbeitet werden. Kein Hygienepapier in den paiercontainer- die Fasern von Hygienepapier (Taschentücher Servietten, WC Papier) sind zu kurz für einen erneuten Recyclingprozess
  5. Problemstoffe gehören in die Problemsammelstelle
  6. Upcycling statt Wegwerfen: Immer mehr Designer recyceln alte Kleidungsstücke und Puppen diese wieder auf. Auch Möbel können aufgepeppt und wiederverwendet werden. Generell gilt oft, besser weniger und qualitätsvolle Ware kaufen und diese länger nutzen, statt immer kaufen und wegwerfen und kaufen und wegwerfen,…
  7. Elektroschrott gehört zur Sammelstelle. manchmal können Bastler auch Leben in alte Geräte einhauchen!

Auch mit Kindern kann man aus alten Sachen, schöne neue machen. Basteln mit Wegwerfmaterialien ist eine Möglichkeit, Kindern zu vermitteln, dass man nicht immer neue Dinge kaufen muss und neben vermitteltem Umweltbewusstsein schont Basteln mit Wegwerfmaterialien auch das Geldbörserl. Und macht kreativ, denn die Materialien (leere Johurtbecher, Orangennetze, Ketchupflaschen,… kann man den Kindern einfach zur Verfügung stellen und sie frei experimentieren lassen. Vorsicht ist geboten, wenn man mit Konservendosen arbeiten will, die sind scharfkantig und sollten nur im Beisein von Erwachsenen bearbeitet werden.

 

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