11.03. und 12.03.: Zwei traurige Jubiläen!

12. März:  Der „Vorabend“ des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland

Der 12. März gilt als „Vorabend“ des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland. Der ORF und viele Medien bemühen sich um eine Aufarbeitung dieses wichtigen Themas. Gerade in Zeiten, in denen in vielen Ländern der Nationalismus wieder erstarkt, Wirtschaftskrisen die Welt, der Geld doch so wichtig ist, erschüttern ist es wichtig die Vergangenheit genau zu kennen, um nicht die selben zweimal zu machen. Wobei ja einige Seltsamkeiten zu beobachten sind: Die Wirtschaftskrisen scheinen nur die armen Mitmenschen und die Mittelschicht zu treffen, der neue Geldadel, der immer reicher wird und mit Hilfe unverschämt großer, mächtiger und korrupter Konzerne in die Politik eingreift wie einst der Erb-Adel, wird trotz Wirtschaftskrisen immer reicher.

Manche Medien bemühen sich um das Thema auch mit sehr seltsamen Überschriften; so las ich in einem bekannten Grasblatt vor wenigen Tagen: „Hitlers Mord an Österreich“, „Wie bitte?“ Nach Jahren der Aufarbeitung der Geschichte, wird nun Österreich wieder als Opfer dargestellt? Keine Frage, sicher wollten bei weitem nicht alle Österreicherinnen und Österreicher den Anschluss haben. Dennoch halte ich es für grundfalsch und sogar brandgefährlich, Österreich wieder in die Opferrolle zu stecken, ein Land, dass zwischen 1939 und 1945 unzählige bestialische Verbrechen an Jüdinnen und Juden, an Roma und Sinti, an Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Beeinträchtigungen, an Menschen mit psychischen Problemen und an Menschen die nicht ins Bild des strammen Deutschen gepasst haben, verübt hat.

Bei all der, überaus wichtigen, Aufarbeitung der Ereignisse um den 12. März geht noch ein wichtiges, ebenfalls trauriges Jubiläum medial unter:

11. März: Die Atomkatastrophe von Fukushima jährt sich zum 7. Mal

Am 11. März jährt sich zum 7. Mal die Atomkatastrophe von Fukushima.

Erinnern wir uns an die Chronologie der Katastrophe vom 11.März 2011 in Japan:

11.März 2011: Ein heftiges Erdbeben erschütterte den Nordosten Japans. Das Beben der Stärke 9,0 löste zudem einen Tsunami aus. Die über 23 Meter hohe Flutwelle des Tsunamis rollte wie eine Walze über die Küste, zermalmte Städte und Dörfer unter sich und kostete über 19.000 Menschen dasLeben.

Die Stromversorgung und somit das Kühlungssystem des küstennahen Atomkraftwerks Fukushima, welches das Erdbeben heil überstanden hat, wurden beschädigt. In der Folge überhitzten die Brennstäbe im Inneren der Reaktoren  und diese beginnen zu schmelzen. Alle Bewohner im Umkreis von drei Kilometern rund um das AKW wurden evakuiert.

12. März: Da das Kühlwassersystem nicht mehr funktionierte, wurden die Reaktoren nun mit Meerwasser gekühlt. Auf Anordnung der Regierung wurde die Evakuierung der Anwohner auf einen Umkreis von 20 Kilometern rund um das zerstörte Kraftwerk erweitert.

14/15 März: Besorgte Meldungen von Explosionen in den Gebäuden der Reaktoren drei und vier des beschädigten AKW von Fukushima erreichten die Welt. Laut japanischer Behörden blieben die Reaktoren dabei aber intakt.

25. März: In beschädigten Reaktorgebäuden wurden große Mengen radioaktiv verseuchten Wassers entdeckt. 11.500 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser wurden in den Pazifik geleitet!

31. März: Viele Europäerinnen und Europäer hatten (und haben bis heute) Angst vor verstrahlten Lebensmitteln aus Japan, z.B.Fisch aus dem Pazifik. Die EU verabschiedete neue Grenzwerte für die radioaktive Belastung von Lebensmitteln aus Japan. Diese waren absurderweise weit weniger streng als jene nach der Tschernobyl-Katastrophe. Nach heftiger Kritik hob die EU die Grenzwerte wieder an.

12. April: Japan bewertete das Atomunglück von Fukushima endlich realistischer und vergab für den GAU (größter anzunehmender Unfall) die Höchststufe 7. Fukushima wird damit als genauso verheerend eingestuft wie die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl.

6. Juni: Die japanische Regierung bestätigte Kernschmelzen in drei Reaktoren, zu denen es bereits kurz nach Beginn der Katastrophe zu gekommen war. Die in den ersten Tagen freigesetzte Radioaktivität war doppelt so hoch, wie zunächst angenommen.

30. August: Ministerpräsident Naoto Kan und sein Kabinett traten zurück.

3. Oktober: Die japanische Regierung schätzte die Kosten für die Stilllegung und den Abbau der zerstörten Atomreaktoren auf umgerechnet 10,6 Milliarden Euro.

17. November: Radioaktiv verseuchte Stichproben begründeten das Verkaufsverbot von Reis aus der Region Fukushima.

16. Dezember: Laut japanischer Behörden war das Atomkraftwerk in Fukushima ab diesem Zeitpunkt wieder unter Kontrolle.

21. Dezember: Laut der Betreiberfirma Tepco soll die Stilllegung der Reaktoren bis zu 40 Jahre dauern.

22.Februar 2012: Tepco kündigte an, den Meeresboden vor dem Katastrophenkraftwerk mit einer 73.000 Quadratmeter großen Betondecke zu versiegeln, um die Kontaminierung des Ozeans einzudämmen

Fukushima heute:

Die Aufräumarbeiten in Fukushima dauern bis heute an. Noch immer tüfteln Wissenschaftler daran, Tonnen mit verseuchtem Wasser zu reinigen. Auch wurde in verseuchten Gebieten Boden abgetragen, um die Gegenden rund um Fukushima wieder bewohnbar und nutzbar zu machen. Auch diese Böden sind Sondermüll und werden derzeit zwischengelagert.

Lernen aus den Fehlern der Vergangenheit
Ob 11. März oder 12. März; Fukushima oder der Anschluss an Nazi-Deutschland: Die Geschichte lehrt uns, sorgsam mit unserer Welt und unserer Zukunft umzugehen. Die Augen offen halten in allem was wir glauben, in allem was wir tun und auch Achtsamkeit in dem was wie konsumieren, etwa die Nachfrage, ob der Billig-Stromanbieter Atomstrom nutzt?
Ich wünsche uns allen eine wunderschöne Zukunft und auch, dass die (zumindest die meisten) Menschen aus den Fehlern der bitteren Vergangenheit gelernt haben!

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