15.02.: Internationaler Tag des Flusspferds

Das gefährlichste Tier Afrikas

Wißt Ihr, liebe Leserinnen und Leser, wer das gefährlichste Tier Afrikas ist? Viele vermuten den Löwen oder vielleicht Hyänen, vielleicht noch der Leopard oder eine gefährliche, giftige Schlange. Weit gefehlt! Das gefährliche Tier Afrikas, das weit mehr Todesopfer fordert als alle anderen gefährlichen Tiere, ist ziemlich klein- die Anopheles Mücke. Ihr Stich kann die Malaria übertragen, eine durch winzige Einzeller (Plasmodien) ausgelöste Krankheit, die jedes Jahr mehr als eine Milliarde Opfer fordert.

Das gefährlichste Säugetier Afrikas

Wißt Ihr was das gefährlichste Säugetier Afrikas ist? Jetzt denkt Ihr sicher „Klar, das müssen jetzt die Löwen sein! Wieder weit gefehlt- es ist weder der Löwe, noch der Leopard, noch der Jaguar, noch eine Hyäne. Das gefährlichste Tier Afrikas ist ein tagsüber sehr träger, strikter Vegetarier: Das Flusspferd.

Flusspferde können sehr aggressiv werden und dann schon mal einen Fischer attackieren. Noch gefährlicher wird es, wenn Camper/innen zu nahe an einem Fluss ihr Zelt aufschlagen und dieses Zelt auf dem „Weg eines Flusspferdes“ liegt. Dann nämlich trampelt das Flusspferd, wenn es nachts an Land trottet um zu Grasen, einfach drüber, ohne Rücksicht auf Verluste, und zertrampelt Zelt samt darin schlummernden Camper/innen.

So kommt es, dass mehr Menschen Opfer von Flusspferden werden, als von Löwen oder anderen Raubtieren.

Zwergflusspferd und Großflusspferd

Heute existieren noch zwei Flusspferd Arten: Das Zwergflusspferd und das Großflusspferd. Das Zwergflusspferd lebt in und an sumpfigen Flussläufen westafrikanischer Regenwälder von Liberia, Sierra Leone, Guinea und der Elfenbeinküste. Das Großflusspferd lebt im mittleren und südlichen Afrika. Es war früher bis Nordafrika verbreitet und wurde zuerst im Nil entdeckt, woher es auch seinen Namen bekam „Nilpferd“. Da Flusspferde in Nordafrika längst ausgestorben sind und im Nil nicht mehr zu finden sind, ist die Bezeichnung „Nilpferd nicht mehr passend und „Flusspferd“ ist treffender.

Traditionell werden Flusspferde  in die Ordnung der  Paarhufer eingeordnet. Genetische Test ergaben allerdings, dass die nächsten lebenden Verwandten der Flusspferde Wale sind.

Das Zwergflusspferd ist nur halb so groß wie das Großflusspferd und ist mit einer Körpermasse von 245 bis 275 Kilogramm wesentlich leichter als das Großflusspferd, welches 1300-1500kg (Weibchen) bzw. 1500-1800kg (Männchen)schwer werden kann.

Auch im Verhalten unterscheiden sich beide Arten: Das Zwergflusspferd ist viel mehr an Land zu beobachten als das Großflusspferd und kann auch nicht so lange unter Wasser die Luft anhalten wie dieses. Großflusspferde fressen vorwiegend Gras, Zwergflusspferde auch Früchte und Blätter.

Gefährdete Flusspferde

Mag sein, dass Flusspferde dem menschen gefährlicher werden als Löwen. Fakt ist dennoch, der Mensch ist für Flusspferde gefährlicher als umgekehrt:

Beide Flusspferdarten sind akut von Aussterben bedroht. Vom gemeinsam mit dem Breitmaulnashorn, nach dem Elefanten schwerste Landtier, das Großflusspferd, leben schätzungsweise noch 125.000 bis 150.000 Tiere in freier Wildbahn, Tendenz weiter sinkend. Vom Kleinflusspferd leben schätzungsweise gar nur noch 2000-3000 Tiere in freier Wildbahn, aber so genau weiß das keiner; ihr Vorkommen liegt teilweise in Kriegsgebiet.

Flusspferdbeobachtungen

Auf unserer Reise nach Tansania im Sommer 2017 konnten wir in etlichen Nationalparks Flusspferde beobachten. Einmal beobachteten wir sogar, wie Flusspferde in einem Kleinen Tümpel einen toten Artgenossen aus dem Wasser buxierten. Warum? Vielleicht, weil beim Verwesen des Kadavers die Gesundheit der anderen Tiere gefährdet ist? Vielleicht weil der Geruch des Kadavers störte? Oder war es gar eine Art Totenritual? Ich fand keine Hinweise darauf in der Literatur und auch unser Guide hatte dieses Verhalten zuvor noch nie beobachtet.

Hoffen wir, dass es noch viele Jahre Flusspferde noch in freier Wildbahn geben wird und nicht nur in Tiergärten!

 

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