21.03. Tag des Waldes 2018

Wald als ökologisch und kulturell wertvoller Lebensraum

Ich freue mich darauf, wenn es endlich wieder wärmer wird. Ich freue mich, mein Rad nach Ostern (vorher wird es wohl nichts bei der derzeitigen Wetterlage!) aus dem Winterschlaf zu wecken und mit meinem Sohn oder meiner Freundin durch den schönen Wienerwald zu radeln. Ich habe das Gefühl, dass sich meine Seele im Wald mit Energie auftankt und ein Blick über den schönen Wienerwald ist der Lohn des mühsamen Aufstiegs, den ich, gerade nach der langen Winterpause, nur schwer schnaufend bewältige.

Wald ist ökologisch und kulturell wertvoller Lebensraum. Und bei nachhaltigem Wirtschaften kann er sogar über Generationen hinweg wirtschaftlich genutzt werden und wertvoller Lebensraum bleiben.

Bewaldetes Europa

Noch im Mittelalter war Europa größtenteils bewaldet. Die Menschen fürchteten sich vor diesen dunklen Wäldern, durch die nicht nur Bär und Wolf, sondern auch zwielichtige Gestalten, die nichts Gutes im Sinn hatten, streiften. Diese Wälder mussten unter mühsamer Schufterei landwirtschaftlichen Flächen weichen. Die Landschaft wurde offener, Europas Kulturlandschaften entstanden. Diese kleinräumigen Landschaften mit Waldinseln und Resten der Wälder in höheren Lagen, die großteils nachhaltig bewirtschaftet wurden, bildeten trotz „Umbau“ durch den Menschen Lebensraum für Mensch und Natur. Erst die industrialisierte Landwirtschaft mit ihren großen Maschinen, Monokulturen und Pestizid- und Düngemitteleinsatz, forderte ihre  Tribute in der Natur, wie einen massiven Rückgang vieler Tier- und Pflanzenarten. In Polen und Rumänien finden wir noch heute große Urwälder, wie sie größtenteils in Europa verschwunden sind.

Wald für Palmöl und Papier

Kurzfristiges Denken lässt aber noch immer hektarweise wertvolle Wälder Kahlschlägen und Ödnissen für Tropenhölzer, Palmölplantagen oder Papier verschwinden. Wobei unser ökologisches gewissen für ferne Länder wesentlich ausgeprägter ist als für unsere Heimat. Für uns ist es klar, dass der sibirische Tiger und der Indische Elefant zu schützen sind, vergessen aber, dass die Bauern in Indien oder Südostasien genauso von Ernteausfällen betroffen sind als hier im reichen Österreich wo ein Dutzend Wölfe und ein paar zurückgekehrte Fischotter zum Problem für heimische Bauern werden und schon, kaum dass sich die Tiere von ihrer Ausrottung ein wenig zu erholen beginnen, von Abschüssen die Rede ist.

Schützt die Wälder

So ist es auch beim Wald- in Österreich und in ganz Europa. Dass Brasiliens Wälder zu schützen sind ist für uns im reichen, schönen Österreich ganz klar, unsere Moore schützen wir da schon weniger und drainieren sie zum Teil noch immer. Und nicht weit, in Rumänien und Polen, wo es im Gegensatz zu Österreich noch nennenswerte Urwälder gibt, sollen uralte Laubwälder Opfer von Kahlschlägen für die Papierindustrie werden.

Rettet den Regenwald fordert einen Stopp der Rodungen in Polen (hier der Link zum Unterschreiben).

Verschwinden die Wälder, verschwinden auch die Tiere- unter anderem der  Orang Utan, der immer mehr Lebensraum in Indonesien verliert, weil Regenwälder für Palmölplantagen gerodet wurden und werden. Der berühmte Panda, Wappentier des WWF, erholt sich nur, weil sein Lebensraum konsequent geschützt wird und auch Korridore zwischen den Rest-Wäldern, wo die Tiere leben, geschaffen Werdern, wo sich die Bären geschützt bewegen können.

Auch Österreich hat bemerkenswerte Wälder, nicht die Fichtenforste, wo standortfremde Bäume (Fichten im Flachland) als Monokultur vor sich hinkränkelnd, sauber in Reih und Glied gepflanzt wurden, sondern Auwälder wie der Nationalpark Donau Auen vor den Toren Wiens oder der wunderschöne Wienerwald, der bis Wien hineinreicht und größtenteils recht naturnaher Wirtschaftswald ist, im Bereich des Linzer Tiergarten stellenweise sogar Urwaldcharakter hat.

Lebensraum Wald: Baum des Jahres und Tiere des Jahres 2018

In den Auwäldern der Donau-Au findet man auch den Baum des Jahres 2018 – Die Pappeln: Schwarzpappel wie Weißpappel (Silberpappel) sind schnellwachsende Gehölze. Sie gehören zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae), zu der auch die Weiden gehören, wie auch die uns zu Ostern erfreuende Salweide (Palmkätzchen). Pappeln sind zweihäusig, das heißt es gibt männliche und weibliche Pappeln. Männliche und weibliche Vertreter sind gut an ihren Katzen zu Unterscheiden. Die Bestäubung übernimmt der Wind.

In den Wäldern tummeln sich auch viele Tiere des Jahres: den Igel, das Säugetier des Jahres, dessen Vorfahren schon zu Zeiten der Dinosaurier unsere Erde bevölkerten, findet man in Wäldern, aber auch in reichhaltigen Kulturlandschaften und sogar in Städten, wo sie sich in Gärten und Parks tummeln. Der Vogel des Jahres, der Star, war ursprünglich an Waldrändern von Laubwäldern beheimatet, folgte dem Menschen aber bis in die Kulturlandschaften.

Auch der Grasfrosch, Amphibie des Jahres, ist mitunter in Wäldern zu finden. Zum Laichen bevorzugt das Tier dann kleine Teiche oder Tümpel. Grasfrösche sind zwar relativ weit verbreitet, leider werden viele Grasfrösche, ebenso wie viele Erdkröten, auf ihren Laichwanderung, von Autos überfahren.

Auch das Insekt des Jahres, die Gemeine Skorpionsfliege, krabbelt und fliegt in unseren Wäldern herum oder stiehlt gar einer Spinne, die zwischen den Bäumen ihr Netz gespannt hat, das Futter.

In Auwäldern findet man dann auch die Blume des Jahres, den gefährdeten langstieligen Ehrenpreis.

Den Wert der Wälder erkennen

Ich wünsche mir, dass mehr Menschen den Wert der Wälder erkennen. Ihren wahren Wert und nicht nur den kurzfristig-wirtschaftlichen. Wälder sind Lebensraum für viele, mittlerweile bedrohte Tierarten (Hirschkäfer, Schwarzspecht,…) und auch seltene Pflanzenarten.

Wald ist wertvoller Erholungsort für uns Menschen und nachhaltig, schonend genutzt, können Wälder noch für viele Generationen erhalten bleiben.

Und- das Wichtigste zu Schluss- Waldschutz ist auch Klimaschutz!

Jeder Wald ist schön. Jeder auf seine Art.

Hier also ein paar Wald-Bilder zum Tag des Waldes- aus verschiednen Wäldern dieser Welt

 

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