Tierische Mitbewohner- Familienmitglieder auf 4 Beinen

Kaninchenbabies

In unserer Familie leben auch vierbeinige Mitbewohner. Warum lebt eine Familie, die möglichst ökologisch und CO-neutral leben möchte mit einem Hund und anderen Tieren unter einem Dach?

Hunde, bzw. die Futtermittelindustrie produzieren leider ziemlich viel CO2. Mittlerweile ist aus unserem treuen Begleiter und ehemaligen “Resteverwerter” ein Luxus-Lebewesen geworden, dem in vielen Familien nur das Beste kredenzt wird.

Warum dann gerade ein Hund? Ich wollte, dass meine Kinder mit Tieren groß werden. Wir hatten als die Kinder noch ganz klein waren eine zeitlang ein altes “Pflege-Meerschweinchen” und eine Schildkröte, die leider viel zu früh verstorben ist. Ich wollte, dass die Kinder soziale Umgangsformen lernen und Verantwortungsbewusstsein übernehmen lernen. So zog Labrador Hündin Lisa in unsere Familie ein. Lisa hätte ursprünglich zur Therapiehündin ausgebildet werden sollen, aber sie erwies sich als zu stürmisch und verspielt. Aber sie ist der beste Familienhund, den man sich wünschen kann.

Als mein Sohn dann 12 Jahre alt war, durfte er sich Bartagamen nehmen. Er hatte das Glück, 2 Bartagamen zu bekommen, die aus dem naturhistorischen Museum stammten, als diese noch Reptilien hatten und erhielt diese samt original Riesen-Terrarium aus dem Museum.

Kinder mit 12 Jahren sind meist schon in der Lage, sich selbstständig um ein Tier zu kümmern. Normalerweise müssen Eltern hier nur noch kontrollieren. Wobei es auch nicht gut ist, wenn man immer nachfragt, “hast Du “…” eh schon gefüttert?”, da könnte das Kind frustriert werden, weil es glaubt, dass man ihm die Obsorge des Tieres nicht zutraut.

Es gibt sicher Kinder, die schon früher, mit 10 oder 11 Jahren die Pflege für ein Tier übernehmen können und andere, die mit 12 noch überfordert sind. Bei meinem Sohn klappte die Pflege seiner Schützlinge von Anfang an anstandslos. Ich übernehme nur, wenn er auswärts übernachtet.

Wenn ich von einem Tier ab “12” spreche, heißt das nicht, dass ein Tier für jüngere Kinder nicht geeignet ist, im Gegenteil. Man muss sich nur im Klaren, sein, dass das Kaninchen der 8jährigen Tochter, oder das Meerschweinchen des fünfjährigen Sohnes, im Prinzip von den Eltern gepflegt wird, und das Kind mithilft. Durch die Mithilfe erlernt das Kind aber Verantwortung zu übernehmen. Und es entwickelt Mitgefühl und hat auch einen Seelentröster, dem man auch ganz geheime Sachen ins Ohr flüstern kann.

So wollte ich auch von Anfang an, dass die Kids mit einem Tier aufwachsen. Und ob der sozialen Kompetenzen der Hunde, wollte ich für meine Kinder einen Hund, dessen Pflege natürlich ich zu übernehmen habe, wobei die Kinder auch hier teilweise Pflege-Arbeit wie Füttern, Bürsten usw. übernehmen. Nur Gassi gehen wollen sie noch nicht alleine, obwohl ich ihnen das mittlerweile schon zutrauen würde (das mit dem Sackerl und den Gackerl…), aber wozu sind denn Eltern da!

Zum 12. Geburtstag bekam nun auch meine Tochter ihre “eigenen” Haustiere. Sie durfte sich bei einer verantwortungsbewußten Züchterin von der “Kleintierzucht Donaustadt” zwei an Hunde gewöhnte Zwergkaninchen aussuchen, die nun seit Mitte November bei und mit uns wohnen.

Haustiere sind Lebewesen mit eigen Bedürfnissen und Rechten. Sie sind gut für uns Menschen und unsere Pflicht ist es gut zu Ihnen zu sein und die Haustiere als Tiere und nicht als “reine Spielgefährten” oder “Kinder” oder gar als die “besseren Menschen” zu sehen. Für unsere CO2 Bilanz ist es sicher nicht gut, Haustiere zu haben, für die seelische Entwicklung der Kinder waren und sind die Tiere definitiv  gut und wichtig. Der Hund, die Bartagamen und auch die Kaninchen sind Pfleglinge und Begleiter, die behütet werden müssen und auch der Seele gut tun. So gilt es abzuwägen, Haustiere ja oder nein.

Fällt die Entscheidung für ein Haustier, müssen jedenfalls einige Punkte geklärt werden:

  • Ist ein Haustier in der Wohnung erlaubt?
  • Wer passt auf Hund, Katze, Kaninchen oder andere Haustiere auf, wenn man auf Urlaub fährt oder kann man den Hund vielleicht sogar in den Urlaub mitnehmen?
  • Haustiere kosten Geld: ein artgerechtes Gehege für Kaninchen mit Auslauf kostet mehr als der kleine Billigstall vom Baugeschäft
  • Manche Tiere müssen zu zweit gehalten werden: ein Meerschweinchen oder ein Kaninchen sind arm, während Hamster Einzelgänger sind und sich keinen Partner wünschen
  • vielleicht entwickelt sich das Tier nicht so, wie ich will- bin ich bereit zu akzeptieren, dass der süße Welpe anfangs Schuhe zerbeißt, in die Wohnung pinkelt und erzogen werden muss?
  • Tiere können krank werden und Tierarztkosten können das Haushaltsbudget ordentlich belasten

Sind diese Punkte geklärt und ist entschieden, welches Tier einziehen soll, stellt sich die Frage woher.

Tiere aus dem Tierheim haben oft eine schlechte Vergangenheit. Für erfahrene Tierhalter ist ein Tier aus dem Heim meiner Meinung nach die beste Lösung, denn man schenkt einem Tier ein gutes neues Plätzchen. Sind kleine Kinder im Haus, so muss man mit einem Tier aus dem Tier heim sicher vorsichtig sein. Mag der Hund oder die Katze Kleinkinder oder Kinder generell? Wir entschieden uns beim Einzug unseres Hundes letztlich doch gegen ein Tier aus dem Heim und nahmen einen Welpen, der sozusagen gemeinsam mit den Kindern groß wurde und nun ein echter Kinderfreund ist. Unsere Hündin durfte von Welpe an erleben, dass Kinder ihr nicht wehtun, sie durfte erleben, dass sie einen Rückzugsort (ihr Plätzchen- auf Empfehlung einer Hundetrainerin eine Flugbox) hat, wo sie die Kinder in Ruhe lassen müssen, wenn sie sich dorthin zurückzieht.

Wir entschieden uns also trotz schlechter CO Bilanz für Haustiere und achten bei der Fütterung und Haltung unserer vierbeinigen Hausgenossen darauf, dass dies wenigstens möglichst CO arm ist. Die Tiere bekommen genau wie wir, so weit es geht bio und regional zu fressen und der Hund bekommt meist Trockenfutter und ab und an ein Festmahl wenn meine Mutter ihre Gefriertruhe inspiziert und ein schon länger eingefrorenes Stück Fleisch entdeckt, dass sie nicht mehr essen möchte aber für den Müll eigentlich zu schade ist. So sparen wir wenigstens die Dosen.

Mit den süßen Langöhrchen meiner Tochter sind jetzt außerdem 2 strikte Veganer bei uns eingezogen, die von allen Haustieren unserer Familie definitiv den kleinsten ökologischen Fußabdruck haben.

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