DIY Lavendelseife mit Taiwan Swirl

Lavendelseife

Ich wollte endlich auch mal eine so schön marmorierte Seife rühren, wie man sie auf vielen Seifenblogs sehen kann oder auf etlichen Seife-Ständen findet. Topfmarmorierungen oder solche mit Löffel oder Quirl gelingen mir ohne Probleme, auch andere Musterungen mit transparenten Einlegern aus (selbst gemachter) Glycerinseife oder Einlegern aus Seifenresten, Seifen mit Streifen, Punkten und viele andere bunte Seifen habe ich schon gerührt, jedoch “Secret Swirl” und “Taiwan Swirl” habe ich noch keine schönen hingekriegt.

Vor Jahren schon habe ich mir einen sogenannten Dividor bestellt; eine Seifenform, die man durch Einschieben von Trennwänden in Kammern unterteilen kann. Leider war mein erster Taiwan-Swirl” Versuch wenig von Glück gekrönt. Ich verwendete ein nicht geeignetes Duftöl und mein Seifenleim verwandelte sich in “Blitzbeton”: manche Öle/Düfte/Farben können den Verseifungsprozess derart beschleunigen, dass der Seifenleim so schnell andickt, dass er nicht mehr zum Memorieren taugt.

Mein zweiter Versuch scheiterte daran, dass die Form nicht abdichtete und ein Großteil des Leims unten rausgeronnen ist. Ich habe die Seife dann auch falsch geschnitten und hatte somit nur einen mittigen bunten Streifen.

Da ich noch viel Seife zuhause hatte und ich keine unnötigen Seifenberge rühren wollte, die dann nicht genutzt werden, ließ ich das mit der besonderen Marmorierung ruhen.

Jetzt, wo die Vorräte sich dem Ende neigen und ich wieder ein paar schöne Seiflein (auch für Weihnachten) benötige, wagte ich mich doch erneut an den sogenannten Taiwan Swirl. Sicher wird man im Netz perfektere Taiwan-Swirl Seifen finden, aber ich bin doch ganz happy mit meinen Seifen und auch froh darüber, dass es endlich mit dieser Marmorier-Technik geklappt hat!!!

Ich habe also diesmal auf eine nicht schnell andickende Mischung von Ölen für den Seifenleim geachtet und ätherische Öle verwendet von denen ich weiß, dass sie den Prozess der Verseifung nicht beschleunigen. Die Dividor-Seifenform habe mit schlechtem Gewissen mit Frischhaltefolie ausgeschlagen und umwickelt. (ich will Plastik Müll vermeiden; ich werde die Form demnächst mit Silikon abdichten!)

Vorbereitungen- Lavendelseife mit Taiwan Swirl

Vorm Seife-Rühren am besten alles zurechtlegen:

  • Schutzausrüstung: Handschuhe und Schutzbrille (notfalls eine Schwimmbrille)
  • eine grammgenaue Waage
  • 1 großen Topf aus Edelstahl oder Email (keinen Alutopf!)
  • 1 Kochlöffel
  • 1 Stabmixer
  • 1 Becher zum Abwiegen des NaOH (ich nehme immer Joghurtbecher, die ich dann gleich wegwerfe)
  • 1 stabiles Plastikgefäß oder alufreier Kochtopf zum Anrühren der Natronlauge
  • Becher zum Anrühren der Farbe
  • alle benötigten Öle und Fette, Farben, ätherische Öle zum Beduften
  • Seifenformen (notfalls tun es auch Chipsdosen, aufgeschnittene Milchpackerl,…)
  • mindestens eine Stunde Zeit

Ich habe alles gut vorbereitet: Die Form zusammengeschraubt (ich habe einen Dividor aus Einzelteilen, den man zusammenschrauben muss) und rundherum abgedichtet, Farbe in Plastikbechern angerührt, die ätherischen Öle zur Beduftung geöffnet und bereit gestellt. Dann habe ich mich zügig ans Arbeiten gemacht.

Taiwan Swirl:

Für den Taiwan Swirl benötigt man einen Dividor und füllt die Kammern mit unterschiedlich gefärbten Seifenleimen. Wichtig: Der Leim sollte noch relativ dünnflüssig sein. Nebeneinander sollen sehr kontrastreiche Farben sein- dann sieht man die Marmorieren besser. Wenn man keinen Dividor hat, kann man eine Grundfarbe in seine Form (Kastenform oder aufgeschnittenes Milchpoackerl einfüllen und aus größerer Höhe mittig die zweite Farbe einfüllen, sodass die zweite Farbe tief in den Seifenleim eindringen kann.

Nach dem Einfüllen der Seifenleime entfernt man die Trennwände und fährt mit dem Schaschlikspieß zuerst quer in wellenförmigen Bewegungen durch den Leim, dann noch mal in Längsrichtung (siehe Skizze)

Taiwan-Swirl-Anleitung

Taiwan-Swirl-Anleitung

Wichtig ist beim Taiwan Swirl nun auch die Schnitttechnik:

Nach dem Ausformen (nach frühestens 12 Stunden- die Seife soll kalt und schon etwas erhärtet- aber immer noch “butterweich” sein) die Seife in Blöcke schneiden (die Blöcke sollen der Breite der Seifen entsprechen) und dann den Seifenblock um 90 Grad kippen und jetzt wie gewohnt die Seifen schneiden.

Die besondere Schneide Technik hat den Grund, dass man das Muster nur parallel zu Oberfläche sieht.Man könnte nun den Block aufstellen und Längsscheiben runterschmeißen, das ist aber äußerst unpraktisch. Also unterteilt man den Seifenblock in 2-4 Teile (je nach gewünschter Größe) und schneidet jetzt quer. Wenn man einfach in herkömmlicher Art Stücke runterschmeißet sieht man von der Musterung gar  nichts und hat einfach nur einen bunten mittigen Streifen (ist mir so einmal passiert!)

Hier noch das Rezept für die Seife:
Zutaten Zubereitung
  • 300g Olivenöl
  • 290g Sonnenblumenöl
  • 250g Kokosöl
  • 150g Sheabutter
  • 335g destilliertes Wasser
  • 135g NaOH
  • 6 TL Zucker (für den Schaum)
  • 3 TL Kochsalz
  • etwas Seifenpigment oder Lebensmittelfarbe
  • 10g Sonnenblumenöl zum Abmischen der Farbe
  • Ätherisches Lavendelöl zum Bedurften der Seifte
Schutzbrille aufsetzen und Schutzhandschuhe anziehen!

Waage, Gefäße, Duftöl, Farbe, Löffel und Stabmixer griffbereit legen.

Mit einer grammgenauen Waage feste Öle abwiegen und langsam bei geringe Hitze Hitze zum Schmelzen bringen. Topf beiseite stellen.
Flüssige Öle genau abwiegen und zu den verflüssigten Fetten geben.
Wasser abwiegen, NaOH abwiegen und langsam in das Wasser rühren. Vorsicht! Spritzer vermeiden, Dämpfe sind ätzend, nicht einatmen!

Immer das NaOH ins Wasser geben und nicht umgekehrt

(MERKE: Erst das Wasser, dann die Lauge, weil sonst spritzt Dir was ins Auge!)
Keine Gefäße aus Aluminium für die Lauge verwenden und nichts aus dünnen Plastik wie Joghurtbecher: Die Lauge wird so heiß, dass ein Joghurtbecher schmelzen kann und verträgt sich nicht mit Alu. Daher Emailtöpfe, Edelstahltöpfe oder stabile Plastikbehälter verwenden.

Die NaOH-Lauge und die Öle abkühlen lassen. Idealerweise auf ca. 40°C. Ich schätze die Temperatur ab, indem ich die Wärme der Topfwand fühle, genauer geht es natürlich mit einem Thermometer. Wichtig: Lauge und Öle sollten in etwa gleich warm und nicht zu heiß sein!

Während Öle und Lauge abkühlen vermischt man abm besten 10g Öl mit den Pigmenten in einem Plastikbecher, z.B. Joghurtbecher.

Nun die Lauge langsam zu den Ölen geben und umrühren. Man sieht sofort, das Öl beginnt mit dem Verseifungsprozess. Nun könnte man lange und fest rühren, bis man einen Muskelkater bekommt und riskiert dennoch, das sich der Brei der nicht ordentlich verbindet- oder man greift zum Stabmixer und püriert. Ein paar Minuten pürieren reichen. Der Seifenbrei sollte die Konsistenz einer dünnen Cremesuppe haben. Einen Teil des Seifenbreis vermischt man mit der vorbereiteten Farbe, der größere Teil kommt in die vorbereitete Form. Nun gießt man aus größerer Höhe den farbigen Brei mittig in die Form (oder gießt die verschiedenen farbigen Leime in die verschiedenen Kammern des Dividors) und macht mit einem Stäbchen Zickzack-Muster.

Die fertige Seife warm einpacken, auf die Heizung stellen oder bei 50°C für ca. eine Stunde in den Ofen (Wärmeschrank). Dann mindestens über Nacht auskühlen lassen, noch weich in Stücke schneiden (Schnitttechnik beachten!) und 4 Wochen reifen lassen.

 

Die NaOH Menge ist so berechnet, dass die Seife mit 6% überfettet ist. Möchte man mehr Rückfettung (sollte max 10% sein), nimmt man nur 135g NaOH. Will man eine festere Seife mit nur 4% Überfettung (weniger sollte man nicht überfetten), so nimmt man 134g NaOH.

Haltbarerer und fester sind Seifen mit weniger Überfettung (Anteil der nicht mehr verseiften, also frei in der Seife befindlichen Öle), pflegender solche mit mehr. Insgesamt sollte die Überfettung aber zwischen 4% und 10% liegen.

bitte wie immer NaOH, Wasser und Öl-Menge nachrechnen und kontrollieren, mittels verseifungstabelle oder dem Online-Tool bei naturseife.com

Lavendelseife

Lavendelseife

Die Seifenbienen und der Schmetterling (man erkennt am Bild die rauchen Oberflächen) sind aus den Resten des Seifenblocks geformt. Ich musste relativ viel wegschneiden und wollte diese duftende Seife jedoch weiterverwenden und weder als Rest-Seife lagern noch wegwerfen. Also presste ich die Reste noch weich in eine Silikonform und stellte diese bei 100 Grad für eine Stunde in den Ofen. Einpaar mal rührte ich um, die Masse schmolz war und fügte sich gut in die Formen, dennoch ist die Haptik der Seitentüre etwas rauh, aber durchaus verwendbar! In die Herz-Silikonformen legte ich ausgestochene Blätter aus Rest-Seife (Siehe DIY-Seifenreste Verwertung)

Etwas ärgert mich, dass die rechte Farbe (hätte blau sein sollen) grün geworden ist und somit nicht sehr kontrastreich zum mittigen, (aufgrund des Olivenöls gelblichen) Weiß. Ich hatte leider auch kein Titanoxid zuhause, dann hätte ich den ungefärbten Seifenleim weiß einfärben können.

Ich merke immer, dass meine Hände total austrocknen, wenn ich -etwa im Urlaub- längere Zeit (eine Woche genügt) meine Hände mit “normaler” Flüssigseife wasche. Dann geht es mir wieder so, wie zu jener Zeit, bevor ich meine Seife selber rührte: Ich hatte immer total trockene Hände und im Winter waren sie oft sogar blutig-rissig an den Knöcheln. Seit ich meine Hände mit selbstgerührter Stück- und Flüssigseife wasche, brauche ich nichtmal mehr Handcreme!

Ich wünsche viel Spaß beim Seife rühren, Gutes Gelingen und Pflegendes Händewaschen!😁

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *