Martinigansl: Gans viel Tierquälerei

Bildquelle:Cornerstone; pixelio.de

Wie die Kinder noch kleiner waren, feierten sie in Kindergarten und Hort alljährlich das Lichterfest. In Anlehnung an das Martinsfest zogen sie dann mit Laternen herum, sangen Lieder und meist gab es für alle herrliche Kürbiscremesuppe zu essen. Heuer gehen wir zu St. Martin “Gansl essen”. Natürlich nur die Fleischesser in der Familie- und selbstredend in Bioqualität! Für die Vegetarierinnen gibt es Gemüselaibchen.

Alljährlich im November geht es um den Tag des des heiligen Martin vielen Gänsen an den Kragen. In privaten Küchen und vielen Gasthäusern werden Gänse gefüllt, geschmort und schließlich als Festtagsbraten verspeist. Am 11. November ist Martinstag, nach christlicher Tradition wird an diesem Tag das Fest des heiligen Martin gefeiert. Und noch heute ziehen Kinder mit Laternen am Martinstag durch die Straßen und essen eben viele Menschen gerne ihr “Martinigansl”.

Der Legende nach sind die Gänse selbst schuld, dass sie zum Festtag des hl. Martin im Kochtopf landen. Im Jahr 371 sollen sie den Heiligen Martin durch ihr Geschnatter verraten haben. Dafür endeten die “Verräter” damals schließlich im Kochtopf, und tun es noch heute.

Laut Spiegel essen die Deutschen rund 5.000.000 Gänse jeden Herbst. In Österreich landen rund 500.000 Gänse auf den Tellern.

Die meisten Gänse werden in Polen und Ungarn gemästet. Zum Glück der Gänse ist in vielen Ländern, auch in Österreich und Deutschland, das Stopfen der Gänse verboten. Nicht verboten ist aber der Import von Produkten aus Stopfgänsen.

Bei der Stopfgans handelt es sich um Gänse, die zwangsernährt werden. War es früher die Bäuerin, die der Gans einen Trichter in den Hals steckte und Brei hineinstopfte, so geschieht dies heute meist industriell-maschinell- das ohnehin schon grausame Stopfen wurde noch grausamer. Die Gänse werde in enge Käfige gepfercht, bekommen ein Metallrohr in den Hals gesteckt (wobei etliche Gänse verletzt werden) und dann beginnt die grausame Zwangsernährung, bis die Gänse eigentlich todkrank werden. Und diese Fettleber wird dann zu Pastete verarbeitet. Man isst somit die Leber einer Gans, die unheilbar an Leberzirrhose leidet und deren Leber eigentlich nicht mehr richtig arbeiten und entgiften kann. Mahlzeit!

Gänse in Mastbetrieben” in Osteuropa leiden noch heute enorme Qualen. Die Mäster verdienen nicht nur an den Gänsen. Oft werden die Gänse bis zum Schlachten viermal gerupft und gestopft. An der Stopfleber als Delikatesse und den Federn verdienen sie mehr als an den Gänsen, die um unter 10€ beim Diskonter verkauft werden. Um die Qualen zu ertragen, werden die geschundenen Gänse neben Getreidebrei auch mit Antibiotika gemästet. Was zur Folge hat, dass sich auf Gänsen aus diesen Qualzuchten problematische, antibiotikaresistente Keime (Streptokokken) finden. Solche Keime gehören auch zu den gefährlichen Krankenhauskeimen.

Was können wir als Konsument/innen also tun?

Wir könnten auf vegetarische Alternativen ausweichen, oder, wenn man man dies nicht möchte

eine heimische Biogans aus Freilandhaltung verspeisen

In diesem Sinne: Gans viel Glück und einen schönen Martinstag ohne Gänseleid!

 

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