Naturkosmetik aus dem Kochtopf: Cremes und Deo

Cremes&Deo

Seit ich aus zeitlichen Gründen keine Workshops mehr zum Seife- und Cremes rühren anbiete, vergesse ich oft, meine eigenen Vorräte aufzufüllen. So sind nicht nur meine Vorräte für Stückseife, Schmierseife und Zahnseife ausgegangen. Auch meine Cremetiegel sind alle leergeschmiert! Auch jene, die meine Schüler/innen bei der letzten “Cremes für Ziegen in Afrika” Aktion gerührt haben.

Zwischenzeitlich habe ich Kokos-Lotion von den Seychellen geschmiert, aber nun wird es wieder Zeit für eine urea-haltige Vitaminbombe für meine Haut! Und gut gekühlt habe ich gleich ein paar Weihnachtsgeschenke!

Viele Menschen leben im Alltag bewußt und gesund, ernähren sich biologisch und von ausgewählten Produkten. Bei der Kosmetik denken aber die meisten nicht viel nach und cremen in der Werbung angepriesene “Supercremes” aus der Drogerie auf ihre Haut. Oder aber sie kaufen sogar extra teure Pflegeprodukte aus der Parfümerie oder gar hypoallergene und ebenfalls schweineteure Cremes aus der Apotheke, ohne einen Blick auf die Inhaltsstoffe des Produkts ihres Vertrauens zu werfen .

Viele dieser Kosmetikprodukte enthalten nämlich Inhaltsstoffe, die zum Teil als sehr bedenklich gelten, ja sogar als krebsfördernd oder krebserregend eingestuft sind. Die allermeisten Produkte enthalten Mineralöle, fast alle das zumindest für die Umwelt äußerst problematische Palmöl und andere oft toxische Zusatzstoffe. Dabei nehmen wir auch über die Haut diese Stoffe in unseren Körper auf.

Bei den Cremes habe ich ein Rezept für trockene, bzw. reife Haut und ein Rezept für junge/unreine Haut zusammengestellt. Für Mischhaut mische ich beide Creme-Typen.

Für die Rezepte bitte in die Überschriften klicken!

Pflegende Rosencreme für trockene und reife Haut


Ich habe für dieses Rezept sorgfältig passende Öle für trockene Haut und zur Vorbeugung gegen Fältchen ausgesucht. Da die Creme auch für meine Mutter gedacht ist, die sehr empfindliche Haut hat und schnell allergisch gegen Inhaltsstoffe reagiert, habe ich nur wenige, dafür hautberuhigende Extrakte in die Wasserphase gerührt

Ölphase Wasserphase
  • 6g Avocadoöl
  • 6g Mandelöl
  • 6g Sheabutter
  • 6g Wildrosenöl
  • 6g Nachtkerzenöl
  • 6g Schwarzkümmelöl
  • 8g Emulsan
  • 8g Tegomuls
  • Reines ätherisches Rosenöl zum Beduften
  • 60g Rosenwasser (Rosenhydrolat)
  • 60g Aloe Vera Wasser (Aloe Vera Hydrolat)
  • 20 Tr. Kamille- Extrakt
  • 10 Tr. Algen- Extrakt
  • 20 Tr. Aloe Vera- Extrakt
  • 10 Tr. Calendula- Extrakt
  • ½ TL D-Panthenol
  • 1TL Vitamin E (oder ACE)
  • 5 Tr. Alpha Bisabolol
  • 14g Urea

Wässrige Bestandteile und Fettphase getrennt in sauberen Töpfen erhitzen- NICHT KOCHEN! (auf etwa 50-60 Grad- ich schätze die Temperatur am Topfrand ab), nun die Wasserphase tropfenweise in die Fettphase einrühren- und kaltrühren. In saubere(!) Tiegel füllen. Ev. mit 2Tr. Antiranz und/oder 15Tr. Biokons konservieren.

Durch den hohen Anteil an Urea (Harnstoff, wasserbindend, gut für trockene Haut) wird die Creme sehr weich. Fester wird sie, wenn man den Urea-Anteil reduziert oder den Harnstoff wegläßt. Eventuell kann man auch etwas Bienenwachs (4-6g) zu den Ölen geben.

Die Menge reicht etwa für 3 Tiegel Cremes a 50ml.

😞Nachtrag: Shame on me: Schon wieder ist es mir passiert: Ich achte darauf palmölfrei zu leben, stelle mir meine “palmölfreie” Naturkosmetik selber her, verwende dabei pflanzliche Emulgatoren und komme bei Recherchen im Internet plötzlich drauf, dass “meine” Emulgatoren (Emulsan und Tegomuls) Palmöl enthalten. Laut meiner Recherchen gibt es nur einen pflanzlichen Emulgator, der als Rohstoff kein Palmöl verwendet: Xyliance. In Zukunft ersetze ich Emulsan und tegomuls also durch diesen Rohstoff. Im obigen Rezept: 16g Xyliance für eine palmölfreie Naturkosmetik

Creme für junge/unreine Haut

Junge Haut ist oft sehr sensibel oder neigt manchmal zu Unreinheiten. Diese Creme ist für junge Haut gedacht, die zu Unreinheiten neigt. Ich verwende nur biologische, kaltgepresste Öle, da auch über die Haut nicht nur Inhaltsstoffe, sondern auch Schadstoffe aufgenommen werden.

Ölphase Wasserphase
  • 6g Avocadoöl
  • 6g Kokosöl
  • 6g Distelöl
  • 6g Sheabutter
  • 6g Wildrosenöl
  • 6g Schwarzkümmelöl
  • 8g Emulsan
  • 8g Tegomuls
  • 60g destilliertes Wasser
  • 60g Aloe Vera Wasser (Aloe Vera Hydrolat)
  • 20 Tr. Kamille- Extrakt
  • 20 T. Aloe Vera-Extrakt
  • 10 Tr. Calendula- Extrakt
  • 10 Tr. Teebaumöl
  • ½ TL D-Panthenol
  • 5 Tr. Alpha Bisabolol
  • 1TL Vitamin E (oder ACE)
  • 14g Urea

Wässrige Bestandteile und Fettphase getrennt in sauberen Töpfen erhitzen- NICHT KOCHEN! (auf etwa 50-60 Grad- ich schätze die Temperatur am Topfrand ab), nun die Wasserphase tropfenweise in die Fettphase einrühren- und kaltrühren. In saubere(!) Tiegel füllen. Ev. mit 2Tr. Antiranz und/oder 15Tr. Biokons konservieren.

Sollte ein Öl mal nicht vorhanden sein: kein Problem, einfach durch ein anderes ersetzen; ich habe etwa letztens diese Creme gerührt und dann Schwarzkümmelöl durch Sonnenblumenöl ersetzt. Es gibt viele Bücher, wo man Eigenschaften von Ölen nachlesen kann oder man durchforstet das Internet nach glaubenswürzigen Seiten oder Blogs.

Auch diese Creme ist aufgrund des hohen Harnstoff-Anteils sehr weich. Läßt man diesen weg oder reduziert die Menge erheblich, wird die Creme fester.

Die Menge reicht etwa für 3 Tiegel Cremes a 50ml.

😞Nachtrag: Shame on me: Schon wieder ist es mir passiert: Ich achte darauf palmölfrei zu leben, stelle mir meine “palmölfreie” Naturkosmetik selber her, verwende dabei pflanzliche Emulgatoren und komme bei Recherchen im Internet plötzlich drauf, dass “meine” Emulgatoren (Emulsan und Tegomuls) Palmöl enthalten. Laut meiner Recherchen gibt es nur einen pflanzlichen Emulgator, der als Rohstoff kein Palmöl verwendet: Xyliance. In Zukunft ersetze ich Emulsan und tegomuls also durch diesen Rohstoff. Im obigen Rezept: 16g Xyliance für eine palmölfreie Naturkosmetik.

Deo Rollon

Ich war lange auf der Suche nach dem “perfekten” Deo. Im Handel erhältliche mag ich gar nicht mehr. Da hab ich immer das Gefühl, mir einen Chemie Cocktail unter die Achseln zu schmieren. Selbst bei den aluminiumfeine Deos steckt ja meist jede Menge problematisches Zeugs drin. Und grade bei frisch rasierter, irritierter Haut nimmt der Körper viele dieser Inhaltsstoffe auf!

Ich hab eine zeitlang viel herumexperimentiert, war auch mit einigen Produkten, diversen Deocremes und Deosticks einigermaßen zufrieden, aber schließlich habe ich auf der Seite http://schwatzkatz.com/deo-roller-selber-machen/ das für mich perfektes Deo Rezept entdeckt, welches ich leicht abgeändert nun immer verwende. Den fertigen Rollon am besten im Kühlschrank aufbewahren. Hält aber auch ohne Kühlschrank wunderbar lange (bei mir waren es ungefähr 6 Monate, mindestens hält der Deo aber einen Monat).

Zutaten Zubereitung
  • 100 ml Hydrolat oder destilliertes Wasser 
  • 10 gr Natron
  • 1/2 – 1 TL Xanthan (ausprobieren, s. Beschreibung)
  • 15-20 gr Kokosöl
  • 5 gr Stärke oder Ton-/Kieselerde
  • 10 Tropfen ätherisches Öl (Teebaum, Orangen, Lavendel, Zitronen)

Das Kokosöl im Wasserbad oder bei kleiner Hitze erwärmen, bis es flüssig ist.

Hydrolat leicht anwärmen (auf etwa 40°, bzw. handwarm, Natron hinzufügen, gut durchquirlen (ev. auch mit dem Stabmixer), sodass das Natron sich auflöst. 

Anschließend nach und nach 1/2 TL (kann u.U. auch mehr sein) Xanthan hinzufügen, bis ein Gel entsteht.

Ganz am Ende das Kokosöl und die ätherischen Öle hinein tropfen.

Das Gel in geeignete Gefäße umfüllen und idealerweise kühl stellen.

Sollte dasDeo Roller Gel immer noch zu flüssig sein, kann man vorsichtig (Staubfilm, rühren, Staubfilm, rühren) noch mehr Xanthan dazugeben, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Meist klappt das Gel von Anfang an, ab und an dauert’s ein wenig.

 

Eventuell kann man das Deo mit 2Tr. Antiranz und/oder 15Tr. Biokons konservieren.

Eigentlich sollte man nur auf die Haut schmieren, was man auch essen würde. Aber wohl niemand würde all diese giften Stoffe in unserer Kosmetik essen!!!

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Nachrühren, für eine gesunde Haut!

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