Der Zahn der Zeit und seine ökologischen Folgen

Ich mag Sprüche wie “Die gute alte Zeit” oder “Früher war alles besser” überhaupt nicht. Weder kann ich erkennen, dass die Kinder und Jugendlichen von heute generell schlechter sind als wir damals (ein paar wenige schwierige Charaktere gab und gibt es damals wie heute), noch könnte ich generell sagen, dass früher alles besser war. Es gab schon früher Kriminelle, Drogen und andere Probleme. Um die Rechte der Frauen stand es noch vor wenigen Jahren viel schlimmer als heute (auch wenn noch immer viele Frauen für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden als Männer), Kinder wurden geschlagen (die “gesunde Ohrfeige” war anerkannter Erziehungsstil) und noch viele andere Umstände waren früher sicherlich nicht besser als heute (wobei “früher” an sich schon ein sehr vager Begriff ist!).

Schlimm hingegen empfinde ich jene “natürlichen Zeitzeugen”, die uns vor Augen führen können, was etwa der Klimawandel mit unserem Planeten anstellt. Und diesbezüglich war es “früher” tatsächlich besser.

Die Kinder und ich waren im Juli mit dem Postbus am Großglockner. Wir führen mit der historischen Gletscherbahn, welche in den 60er Jahren direkt zum Gletscher führte. Heute geht von da ein Wanderweg los Richtung Gletscher, wo Tafeln aufgestellt sind, bis zu welchem Jahr der Gletscher bis zur Tafel reichte. Es ist ein weiter Weg bis zum Gletscher! Ein weiter Weg, der einer Zeitreise gleicht. Die Kinder und ich suchten die Tafeln, bis wohin in unseren Geburtsjahren der Gletscher noch reichte. Es war tragisch anzusehen, wie rapide die Pasterze in den letzten Jahren und Jahrzehnten dahinschmolz…

Nochmals wurde mir dieser Zahn der Zeit bewusst, als wir im August nach Afrika flogen. Wir bereisten etliche Nationalparks in Tansania und reisten dann noch weiter auf die Seychellen. Auf den Seychellen freuten wir uns auf ein paar Schnorchel Ausflüge. Aber statt bunter Korallenriffe sahen wir zwar (noch) viele bunte Fische und sogar eine Meeresschildkröte, aber leider sind die Korallenriffe selber fast völlig tot. Ausgebleicht und abgebrochen. Nur ein paar wenige kleine Korallen waren wieder zu sehen. Die Riffe haben sich von einer verheerenden Korallenbleiche von 1998 als Folge von El Niño bis heute nicht erholt.

Tag für Tag leben wir ein Leben auf Kosten von Menschen in anderen Erdregionen, etwa Afrika, wo es stellenweise immer trockener wird oder Pakistan, wo der Monsun heuer eine Rekord Katastrophe verursacht hat. Viele, wenn nicht die meisten Menschen in Afrika, südostasien oder Lateinamerika, führen ein äußerst bescheidenes Leben. Sie besitzen nur wenige Gebrauchsgüter, fast keine Luxusgüter, haben nur begrenzt Strom zur Verfügung und dennoch spüren gerade sie den Klimawandel am heftigsten, etwa wenn der Regen- und somit die Ernte ausfällt und das Geld fehlt, Lebensmittel am Markt zu kaufen.

Es ist unser immenser CO2 Ausstoß, der das Klima so einheizt und dazu führt, dass Gletscher schmelzen, das Wetter immer öfter verrückt spielt oder Regen- und somit Ernten ausfallen.

Was können wir tun, um das Klima zu schützen und die Natur für unsere Kinder zu erhalten?

Hier ein paar Beispiele (zum Nachmachen und Ausprobieren):

  • Öfter mal das Fahrrad nehmen oder zu Fuß gehen
  • Bahn- und Bus fahren verursacht weniger CO2 Emissionen als Auto- und Flugreisen
  • Regionalen Produkten den Vorzug geben
  • Strom- und Energie sparen: auf Standby verzichten- z.B. über Nacht oder wenn man die Wohnung verlässt den Stecker von Fernseher, Computer und co ziehen
  • Richtig Lüften statt das Fenster dauernd zu kippen (fördert auch ein gesundes Raumklima)
  • vernünftig und ressourcenschonend Einkaufen (Verzicht auf 1+1 gratis, wenn das zweite Produkt ohnehin nicht verbraucht wird und in der Mülltonne landet)

 

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