Ökologische und faire Kleidung- gibt es das?

Bildquelle:http://www.forum-csr.net/News/5688/GerechteLhnefralle.html

Verlockungen im Einkaufscenter

Ich schlendere durch ein Einkaufscenter. Der sich ankündigende Frühling nach dem langen Winter und ein Blick in meinen Kleiderschrank erwecken in mir den Wunsch nach ein paar neuen Kleidern. Meine Lieblingsschuhe sind schon ziemlich abgelatscht und ein neues, hübsches Shirt könnte auch nicht schaden. Bunte, hübsch dekorierte, frühlingshafte  Auslagen machen Lust auf Shopping. Dennoch bin ich ziemlich ratlos, in welches Geschäft ich gehen könnte.

Ich bemühe mich schon lange, möglichst ökologisch und auch sozial fair zu konsumieren. Um Billig-Discount-Läden habe ich immer einen großen Bogen gemacht. Zu schwer die Vorwürfe gegen die Betreiber von Kik, Primark & co.

Gibt es saubere Kleidung?

Auch gegen andere, selbst teurere Modeketten gab es immer wieder Vorwürfe. Es schien aber, als würden sich etliche Modeketten nach den schmutzigen und unschönen Aufdeckungen über Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern wie Bangladesch, China oder Indien doch bemühen, bessere und höhere Standards einzuführen. So besserten sich ökologische und soziale Standards bei H&M z.B. enorm. Auf der Plattform clean clothes kann man sich über saubere und weniger saubere Firmen informieren.

Frustrierend ist für mich die Erkenntnis: Gute Geschäfte gibt es praktisch nicht. Nah dran sind etwa Grüne Erde oder Armed Angles, beide führen einen Online Shop.

Ich stehe also im Einkaufscenter und blicke mich um: Ich kann hier zwischen schlimm, sehr schlimm und sehr sehr schlimm wählen.

Ich hole mein Handy (auch kein fair produziertes, wenigstens verwende ich es schon lange und hoffe, dass es noch lange hält) hervor und öffne die Seite „https://rankabrand.de/“. Eine Seite,wo Private populäre Firmen unter die Lupe nehmen und auf soziale und ökologische Standards untersuchen.

Nach dem Marktcheck der angebotenen Geschäfte gehe ich etwas ratlos in ein Geschäft, dass auf der „rankabrand Homepage“ noch nicht bewertet ist, aber zumindest entsprechend seiner Firmenphilosophie soziale und faire Kleidung begrüßt und in Oberitalien produzieren lässt (was natürlich keine Auskunft über die Zulieferfirmen macht…).

Die Freude über  mein neues Shirt ist getrübt. Vielleicht mache ich es nächstes mal wie mein Sohn, der nur noch in gut bewerteten Online Stores einkauft.

Besonders frech finde ich ja, dass Edel-Marken teils noch schlechtere soziale und ökologische Standards haben als Discounter, obleich bei der enormen Gewinnspanne ihrer Textilien eine faire Belohnung und die Sicherstellung ökologischer Mindeststandards sichergestellt sein müsste.

Eine weitere faire- und auch kostengünstige Möglichkeit ist es, in Secondhandläden und auf Flohmärkten einzukaufen! Auch das „Nachtragen“ noch guter, bereits getragener Kleidung unter Freunden oder Geschwistern, die aus ihren Sachen rausgewachsen sind, macht Sinn!

Erwähnen möchte ich noch die Möglichkeit des Upcyclings. Altes und Gebrauchtes wird aufgepeppt und so entstehen modische Einzelstücke, innovatische Taschen und mehr. Ob die trendigen Taschen von Freitag aus LKW Planen, Gürtel und vieles mehr aus wertlosem Zeugs.

Auch selber kann man kreativ werden. Als ich noch ein Kind war, hatte meine Familie nicht viel Geld. Mein Vater starb sehr früh und meine Mutter brachte meine Geschwister und mich allein über die Runden. So war es oft ein notwendiges Muss, kreativ zu sein und aus alten Kleidern neue hübsche Stücke um zu nähen.

Meine Kinder und ich haben jedenfalls beschlossen, nur noch in Shops zu gehen, die zumindest unter die  Kategorie „weniger schlecht“ fallen, wobei ich da besonders meine Kinder bewundere, die hier auf Trend Marken verzichten und sich bewusst für einen sozialen Einkauf, gegen Chemie-Schleudern und gegen Kinderarbeit und Unterbezahlung entscheiden!

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