Tagebuch einer (zu kurzen) dreiwöchigen Abenteuer-Rucksackreise mit Kindern durch Kambodscha, Vietnam und Laos

Angkor Wat

In diesem Sommer zog es uns wieder in die Ferne. Wir machten eine wunderschöne, dreiwöchige Abenteuer-Rucksack-Reise durch Indochina; durch Kambodscha, Vietnam und Laos. Wir reisten durch beeindruckende Landschaften, lernten eine wundervolle Kultur kennen  und hatten Begnungen mit unglaublich liebenswürdigen und freudlichen Menschen! Die drei Wochen gingen viel zu schnell vorbei doch diese drei Länder und vor allem seine liebenswürdigen Menschen, werden immer einen Platz in unserem Herzen haben!

Tag 1- Abreise aus Wien

Endlich, der heißersehnte Tag unserer Abreise ist gekommen. Aus ökologischen Gründen wollen wir ja nur mehr alle 2 Jahre fliegen. Und in ferne Länder oder Südamerika kommt man eben nur per Flug. Klar, wir könnten ganz auf diese Reisen verzichten, aber ich denke durch verantwortungsvolles und bewusstes Reisen, durch Besuchen von Nationalpark usw. kann man auch einen Beitrag zum Umweltschutz in den betreffenden Ländern leisten und kleine Strukturen (Familien, Guesthouses) fördern.
Wir fliegen nach Bangkok, von dort müssen wir nach Siem Reap weiterreisen-es gibt keine Flüge von Wien nach Kambodscha. In Kambodscha holen wir unsere Visas, wo wir das einzige Mal während unserer Reise übers Ohr gehaut werden, weil wir für die (noch) 9jährige Tochter ein Visum kaufen müssen, das erst ab 12 Jahren zu kaufen ist (Kinder bis 12 sind „free“)

Tag 2- Tonle Sap, Siem Reap

Etwas müde kommen wir in Siem Reap in Kambodscha an. Wir wollen hier den Tonle Sap, den größten Süßwassersee Asiens und vor allen auch Angkor Wat besuchen. Die Ruinen von Angkor trotzen seit 1000 Jahren dem Dschungel und sind imposante Zeugen einer untergegangenen Kultur.
Wir beziehen ein einfaches, sauberes Hotel (East Side Hotel) und unternehmen eine (überteuerte) Tour auf dem Tonle Sap. Die Menschen hier haben ich in Jahrhunderten an extrem stark pendelnde Pegelstände des Tonle Sap angepasst, der während der Trockenperiode vom Tonle gespeist wird. In dieser Zeit leben die Leute in Stelzenhäusern und vom Ackerbau. Wenn während des Monsuns der Mekong anschwillt, speist der Mekong den See und die Fließrichtung des Wassers ändert sich. Der Pegel steigt um etliche Meter und viele Menschen leben in Hütten, die auf Flößen gebaut sind.
Entgegen vieler negativer Berichte aus dem Netz war unsere Tour sehr interessant. Unser Guide war der Sohn eines Fisches, welcher vor 10 Jahren bei einem Sturm auf dem See umgekommen ist. Sehr authentisch erzählter er über die Menschen seines Dorfes und deren Probleme.
Nach einem leckeren Abendessen in der Stadt (die Besitzerin des Restaurants sprach als Tochter eines ausgewanderten Deutschen fast fließend Deutsch) fielen wir erschöpft und müde ins Bett!

Tag 3- Angkor, Siem Reap

Wir nehmen ein Tuk Tuk (Moped mit anmontiertiertem Anhänger mit Sitzfläche) zum nahen Angkor Wat. Bei brütender Hitze wollen wir zumindest die wichtigsten Tempel bestaunen. Wir erklimmen die Treppen des beeindruckenden Angkor Wat, staunen in Angkor Thom (Bayon Tempel) über die mystischen Gesichter. Wir erfreuen uns an dreisten Affen in Angkor Wat und Angkor Thom und staunen im „Lara Croft Tempel“ Ta Phrom über die dschungelüberwachsenen Ruinen. Etwas stressig wird es, als eine Gruppe chinesischer Tourist/innen durch den Tempel zieht. Das tolle an diesem Tempel ist die Ursprünglichkeit- er wurde quasi so belassen, wie er vorgefunden wurde. (natürlich finden Erhaltungs- Pflege- und Sicherungsarbeiten statt)

Tag 4- Weiterreise nach Phnom Penh

In der Früh fahren wir mit dem am Vortag gebuchten „Luxusbus“ nach Phnom Penh, in die Hauptstadt von Kambodscha. Der Luxusbus entpuppt sich nicht nur als nicht sehr komfortabel sondern als ziemlicher Klapperkasten. Dementsprechend unbequem werden die nächsten 6h. Spannend wird es allerdings, als wir während der „Pinkelpause“ nicht nur schlammige Wasserbüffel ums Eck entdecken, sondern gegrillte Spinnen (Riesenkrabbenspinnen) und Heuschrecken. Entschädigt werden wir auf der Fahrt auch durch tolle Landschaft, leider bekomme ich nur wenige der vielen tollen Fotomotive (Ochsenkarren, Wasserbüffel, Zeburinder, ganze Familien auf einem Moto (Moped) auf ein Bild…

Tag 5- Phnom Penh und Weiterreise nach Kratie (Irrawada Delfine)

Wir treffen uns mit einem netten Tuk Tuk Fahrer, den wir am Vortag kennen gelernt haben. Er führt uns durch die Stadt und zeigt uns die wichtigsten Sehenswüdigkeiten, unter anderem auch den Königspalast. Wir fahren an den irritierend luxurösen Reichenvierte vorbei. Die wenigen Reichen protzen mit ihren Riesen Autos (meisten überdimensionale SUVs) in den engen Gassen, wo sich sonst (fast) nur Motos tummeln.
Nach der Stadtrundfahrt fahren wir mit einem Minibus nach Kratie, einem Ort am Mekong wo wir hoffentlich die seltenen Irrawadi Flussdelfine sehen können. Meine Tochter mag den engen Minibus, der platzsparend mit Menschen und deren Gepäck (incusive uns) beladen ist, gar nicht, dafür sind wir rasch am Ziel. Wiedermal ist ein Leiches ein Hotel- und eine Delfin-Tour für den nächsten Tag zu bekommen. Der Family Room kostet 10 Dollar und ist sauber und OK.
Abends spazieren wir durch den charmanten Ort, vorbei an französischen Kolonialhäusern. Wir treffen viele freundliche Menschen und sehr viele liebe Kinder und speisen in einem sehr guten Restaurant direkt am Fluss- mit Blick auf Fischer und Einheimische und Touristen, die sich am Steg treffen und auf den Sonnenuntergang warten.
Ich werde fast schon süchtig nach Khmer Curry mit Reis. Mhmmh!!

Tag 6- Delfin-Tour in Kratie

Frühmorgens um 7h startet unsere Tour zu den Delfinen. Mit dem Tuk Tuk geht es über holprige Straßen durch keine Dörfer und vorbei an träge grasenden Wasserbüffel und fröhlich winkenden Kindern. Erschütternd beobachten wir, wie uns eine Familie am Moto überholt. Die Mutter trägt das Baby in den Armen- es hängt an einer Infusion…
Mopedfahrer tummeln sich auf den Straßen am Weg zum Markt, ihre Fahrzeuge sind teilweise so überladen, dass ich es fast nicht glauben kann, dass man so fahren kann. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir eine Bootsanlegestelle am Mekong. Wir klettern in ein schmales Motorboot und mit knatterndem Motor fahren etwa eine halbe Stunde über das trübe Wasser, bis wir an einer flachen Stelle (Baumwipfel ragen aus dem Wasser) die ersten Delfine sehen.
Ehrfürchtig beobachten wir die Delfine, während unser Bootsführer in einem Baum etwas sucht (Vogeleier oder Früchte?
Nach etwa einer halben Stunde lassen sich die tollen Tiere nicht mehr so gut beobachten und ziehen weiter. Nun kommen auch andere Boote mit Touristen. Wir haben die Delfine in aller Ruhe beobachten können und fahren glücklich und zufrieden wieder zurück.
Wir besuchen noch eine Aufzuchtstation für die vom Aussterben extrem bedrohten Weichschildkröten, die eine tolle Erfolgsbilanz aufweisen können!
Letztlich bestiegen wir noch den Mönchsberg. Am Aufstieg sind Statuen von Bettelmönchen dargestellt, wie man sie in Laos und Kambodscha öfters antreffen kann. Wir hören Gibbons (auch während der Delfin Tour hörten wir diese) und treffen viele freundliche Mönche (nicht nur leblose Statuen). Oben haben wir eine tolle Aussicht über den Mekong und meine Tochter entdeckt mit ihren scharfen Augen beim Abstieg sogar eine kleine Schlange. Zurück in Phnom Penh gehen wir hungrig essen- es ist unser Mittag-Abendessen) und kaufen uns noch leckeres Obst. Mangos sind nirgendwo so lecker wie hier! Wir buchen eine Fahrt nach Pnom Penh und ein Zimmer dort. Unser Vermieter verspricht uns auch, dass wir garantiert ein Ticket für eine Mekong Delta Tour nach HCMC (Ho Chi Minh City, früher Saigon) bekommen würden.

Tag7-Mekongdelta Tour

Frühmorgens (6h) Start unserer Delta Tour mit einer 6 stündigen Schifffahrt ins Delta. Fasziniert beobachten wir das Treiben am und auf dem Fluss: vorbeiziehende Kähne, Fischer in wackeligen Booten, Bauern, die ihre Zeburinder oder Wasserbüffel treiben oder mit ihnen im Wasser baden. Wir sehen Ochsenkarren, winkende Kinder, Wäsche waschende Frauen und erreichen schließlich die Grenze zu Vietnam.

Die Einfahrt in die Stadt Can Tho ist absolut unglaublich. Einfach nur schön: bunte wackelige Häuschen auf Stelzen, Menschen, die sich im und am Wasser tummeln und dazwischen wieder Kühe: Wasserbüffel und Zeburinder

Tag 8- Mekongdeltatour und Weiterfahrt nach HCMC (Saigon)

Wir müssen wieder früh raus aus den Federn: Um 6h Früh startet die Tour zum Floating Market, wir besuchen den größten, den es im Delta gibt: Riesige Boote und Schiffe preisen ihre Waren an, dazwischen Händler in Ruderbooten, die Obst (Melonen, Ananas) in großen Mengen kaufen und in den Straßen und Märkten der umliegenden Städte weiterverkaufen. Wir besuchen noch eine Reisnudelmanufaktur, wo wir mithelfen dürfen und eine Fabrik, in der Reis poliert und anderswertig weiterverarbeitet und verpackt wird. Wir beobachten die hart arbeitenden Arbeiter, sehen das Lager mit meterweise gestapeltem Reis (inclusive Kakerlaken).

Vor der Weiterfahrt nach HCMC besuchen wir noch ein Restaurant; Ratte, Frosch und Schlange stehen auf der Speisekarte. Schlangen und Frösche werden hier in Terrarien gezüchtet und mein Sohn ist mutig und probiert Schlange. Gar nicht mal so schlecht 🙂

Beim nächsten mal würde ich einen Tag länger im Delta bleiben: mit dem Ruderboot zur Storcheninsel und zur Fledermauspagode, an Obstgärten und Reisfeldern und Bambushainen vorbei und zum Markt on Dhong Dien…

Ziemlich ungemütliche Weiterfahrt per Bus nach HCMC. Dafür landen wir mitten im Backpacker Viertel. Nachdem wir ein Zimmer für 35 Dollar ablehnen, werden wir von einer netten Frau angesprochen und bekommen ein sauberes Privatzimmer um 15 Dollar. Wir entdecken noch einen Souvenir Shop. Die Kinder kaufen sich „Tröten“ aus wunderschön verzierten Wasserbüffelhörnern und ich erstehe Aufnäher für unsere Rucksäcke und die Trolleys der Kids.

Tag 9- Fahrt zum Cat Thien Nationalpark

Fahrt im super gemütlichen Liegebus (!!) zum Cat Thien Nationalpark. Wir werden irgendwo im Nirgenwo rausgelassen und sollen per Taxi weiter fahren. Ein grantelnder Xe Om (Motorradtaxi) Fahrer spricht uns an. Mit den Kindern will ich sicher nicht per Motorrad (noch dazu ohne Helm) weiterfahren. Der Motorradfahrer organisiert uns ein Taxi- für uns und ein mit uns wartendes deutsches Pärchen. Er verlangt einen unverschämt hohen Preis. Nach hartem und zähenVerhandeln werden wir dann doch in den Nationalpark gebracht- zu einem akzeptablen Preis.

Wir kommen in der „Green Bamboo Lodge” unter- ein absolut paradiesischer Ort, unweit zur Fähre in den Nationalpark und um ein Vielfaches günstiger, als eine Nächtigung im Nationalpark!!

Abends gibt es den besten Tofu, den ich je gegessen habe, in der Lodge treffen wir den freundlichsten Hund der Welt und auf der Veranda unserer Lodge landet ein wunderschöner Hornrabe und lässt sich fotogen ablichten!

Unter den Moskitonetzen und den Geräuschen des Dschungels schlafen wir besonders gut!

Tag 10-Cat Thien Nationalpark

Frühmorgens stehe ich auf. Ich beobachte einen mit den Füßen rudernden Fischer und „unterhalte“ mich mit einem Gibbon im Nationalpark. Wir unternehmen eine Tour ins Gibbon Rescue Center, wo Gibbons und adere Primaten aus Gefangenschaft aufgepäppelt und nach einem Jahr in der Regel in die Freiheit entlassen werden. Wir sehen eine Spinne, die vortäuscht nur 4 Beine zu haben, um als Beute für Vögel uninteressant zu werden („Ätsch, schau her, ich bin keine Spinne“) und viele Tausendfüßler. Nach dem Besuch dieser Affeninsel wandern zum Krokodilsumpf. Leider beginnt es in Strömen zu regen, so werden wir nicht nur (trotz Gore Tex Jacken) bis auf die haut nass, es lassen sich leider auch weder wilde Wasserbüffel noch Krokodile blicken. In der Ferne hören wir Gibbons singen. Wir werden von einem Ranger aufgelesen, der uns mit hoher Geschwindigkeit über holprige Straßen durch Schlammpfützen und Schlaglöcher zurück bringt.

Wir freuen uns auf unsere gemütliche Lodge, nur die Kleidung wird wohl nicht trocken werden bis zu unserer Weiterreise…

Wir können die Green bamboo Lodge nur wärmstens weiterempfehlen: Tolle Lage in schöner Natur, erstklassiges Essen, schöne Zimmer und eine junge, nette, perfekt englisch sprechende Leitung (Familienbetrieb)!

Tag 11-Weiterreise nach Na Thrang

Weiterreise nach Na Thrang. Schweren Herzens reisen wir ab. Es war soo schön im Cat Thien Nationalpark und in der Green bamboo Lodge. Aber wir wollen ein paar Tage an den Strand. Nach dem herzlichen Abschied werden wir zu Hauptstraße gebracht. Als unser Bus vorbeifährt, telefoniert der Inhaber der Green Bamboo Lodge mit dem Fahrer, der seinen Wagen stoppt. Wir werden zum Bus gefahren und fahren durch wunderschöne Berglandschaften. Wir sollen um 15h in einen anderen Bus umsteigen, leider ist der Bus nach Na Thrang aber schon um 13.30 abgefahren. Nach einigen Diskussionen erfahren wir, dass es einen zweiten Busbahnhof gibt, hier soll ein Bus um 15h fahren.

Schnell steigen wir mit einem bekannten Pärchen in ein Taxi, erwischen den Bus nach Na Thrang und kommen nach langer Fahrt dort mit nur kleiner Verspätung an. Per Taxi geht es ins Hotel, an einer ruhigen Bucht gelegen (leider haben wir kein Zimmer auf der Walinsel mehr bekommen).

Tag 12-Strandtage in Na Thrang (1)

Strand!!

Die Sonne lacht vom Himmel und das im Zimmer verteilte und über Nacht schon fast trockene Gewand sorgt für ziemlichen Mief. Noch vorm Frühstück sind die Kinder am Strand, buddeln im Sand und suchen nach Muscheln und Meeresschnecken. Die Kinder schnorcheln im warmen Meer und plantschen im Pool. Ich mache mich auf Entdeckungsreise und erkunde hinter unserem Strand noch weiter leider ziemlich verwahrloste Strände an wunderschönen Palmenhainen. An einer Bucht schwemmt die Strömung Müll und Schmutz aus einer nahen Schiffswerft an. Hier finde ich besonders viele schöne und große leere Muschel- und Meeresschneckenschalen. Nach einer halben Stunde erreiche ich ein hübsches Fischerdorf mit sehr netten Bewohnern und neugierigen Kindern.

Meine Tochter will auch Muscheln sammeln und so machen wir uns nach dem Mittag essen nochmal zum Fischerdorf auf. Wir treffen wieder die freundlichen Fischer. Eine Frau drückt mir ihr Baby in die Hand und will stolz, dass ich alles fotografiere, ihre Kinder, ihren Mann, ihr Boot.

Abends schwimmen wir noch im Pool und bei der abendlichen Karaoke Party singen die Kinder mutig mit.

Tag 13-Strandtage in Na Thrang (2)

“]Noch ein Tag am Strand!

Gemäß dem Motto „Cook it, Bread it Peet it or leave it“ trinken wir in dem sauberen Hotel erstmals frisch gepresste Obstsäfte (Ananas, Papaya, Mango, Melone,…). Mhmmmh! Lecker! Wir überstehen alles ohne Bauchweh oder Durchfall!

Mit Sohn und Tochter wandere ich noch zweimal zum Fischerdorf, um leere Muschel- und Schneckenhäuser zu finden. Leider fangen sich meine Tochter und ich trotz Sonnencreme einen schlimmen Sonnenbrand ein (der erste meiner Tochter). Meine Tochter und ich gehen bei Ebbe über eine schmale Landzunge auf eine kleine Insel, die nur bei Ebbbe im Trocken betreten werden kann. Dort treffen wir einen Fischer, der Würmer zum Angeln und Muscheln sammelt. Überhaupt treffen wir überall am Strand auf Muscheln sammelnde Menschen, vor allem Frauen. Meine Tochter findet noch ein riesiges leeres Haus einer Meeresschnecke und freut sich sehr.

Abends fahren wir mit dem Taxi zum Bahnhof. Leider waren die Liegewagen ausverkauft, so nahmen wir Soft Seat Tickets (=1. Klasse Sitzabteile). Leider war er Wagen nicht so erstklassig wie erwartet, eng und muffig. Meine Tochter ist gar nicht begeistert und raunzt, dann aber schläft sie wie erwartet als erste ein. Irgendwie bekommen wir alle ein Mützchen voll Schlaf, auch wenn es nicht sehr bequem ist!!!

Tag 14-Weiterreise nach Hue

Meine Tochter ist entsetzt: Ein kleiner Bub pinkelt auf die Holzdielen des Zuges und seine Eltern sagen nichts! Etwas gerädert von der Nacht im Zug genießen wir die wunderschöne Aussicht, als der Zug über den Wolkenpass fährt (eine Wetterscheide). Leider kommt die landschaftliche Schönheit auf den Fotos nicht raus. Müde erreichen wir Hue. Wieder mal bekommen wir schnell ein Taxi und ein Zimmer. Wir besichtigen die Altstadt und eine Zitadell und gehen auf einen Markt, wo ich „Cà phê cứt chồn“ [Ca Phe Chon] / fox-dung coffee / weasel coffee), die vietnamesische Variante des berühmten indonesischen Schleichkatzenkaffes „Kopi Luwak“ erstehe, nchdem ich am Kaffee gechnuppert habe und mein Sohn verzückt ruft : „Mama, den musst kaufen! Bitte“

Nicht dran denken, dass Schleichkatzen die Kaffeekirschen gefressen und ausgeschieden haben, bevor er geröstet wurde, der Kaffee schmeckt nämlich wunderbar! Würzig und nach Schokolade. Stolz packen wir so den teuersten Kaffee der Welt in unser Reisegepäck. Unser netter Vermieter vermittelt uns ein Homestay in Hanoi.

Tag 15-Hue und Weiterreise nach Hanoi

Gegen 8h treffen wir uns mit dem Taxifahrer, der uns gestern vom Bahnhof abgeholt hat. Wir besichtigen den wunderschönen Parfümfluss, eine Pagode, beobachten Mönche beim Gebet und sehen Frauen zu, die traditionelle Hüte und Räucherstäbchen anfertigen. Anschließend reisen wir weiter nach Hanoi.

In Hanoi werden wir von unserem Gastgeber abgeholt. Erst sind wir beim Anblick des abgewohnten und überfüllten Häuschens entsetzt. Aber die Gastgeber sind extrem herzlich und die Zimmer zwar sehr klein, aber blitzsauber. Wir nehmen die Zimmer und werden auf leckeres Abendessen (Nudeln, Frühlingsrollen, Gemüsesuppe) und frisch gebrautes Bier eingeladen. Abends feiern wir den Geburtstag meiner Tochter in der „Roof Top bar“ mit coolem Ausblick über die Stadt und ihrem chaotischsten Kreisverkehr (den zu überqueren zur Mutprobe ausartet).

Wir schlendern zum Nachtmarkt und bewundern das Treiben und das riesige Angebot an Waren aller Art. Faszinierend sind für uns die handgefertigten Origami Grußkarten- Zierliche Kunstwerke aus Papier.

Zurück in der Herberge überrascht sie unser Gastgeber mit einem Blumenstrauß.

Tag 16-Halongbucht

Bei einem leckeren Frühstück überlege ich mit fasziniert, was doch alles auf kleinstem Raum untergebracht werden kann: 9 Gäste, zwischengelagertes Reisegepäck, Kinder, Köchin und Küche, Tour Büro und sogar ein Haus Schrein!

Um 8h starte unsere Tour zur legendären Halongbucht. Wieder sauge ich während der Fahrt die tolle Landschaft förmlich in mich auf: die bereits bekannten Zeburinder und Wasserbüffel, spielende Kinder, Motos, Reisfelder….Mit uns reisen 5 Japaner, zwei Kanadier, ein Engländer und wir 4. Der Guide ist sehr nett. Wir halten an einem Shoppingcenter für Touristen. Anders an in China versucht uns aber niemand zwanghaft etwas aufzuschwatzen und auch die Preise sind moderat.

Erst tauchen in der Ferne die Felsen der „trockenen“ Halongbucht auf. Al diese wieder hinterm Horizont verschwinden erreichen wir die Küste und sehen in der Ferne die Kalkfelsen. Mit einem gemütlichen kleinen Schiff geht es aufs Meer. Es gibt leckeres Essen und dann sind wir mitten in den Felsen. Was für ein großartiges Rundum Panorama!!

Wir besuchen noch eine schön beleuchtete Tropfsteinhöhle, in der es brütend heiß ist. Voll mit schönen Eindrücken kehren wir nach Hanoi zurück, wo uns unsere nette Gastgeberin leckere Krebse, Shrimps und selbst gemachte Fischwurst auftischt.

Tag 17-Mai Chau

4:30, der Wecker klingelt. Wir wollen mit der Familie unserer Gastgeber nach Mai Chau und dort auf einen lokalen Markt wo wir viele verschiedene Ethnien (Minderheiten) der Bergdörfer in ihren bunten Trachten sehen werden. Die Kinder sind fast nicht wach zu kriegen. Im Auto warten schon unsere Gastgeber. Wir fahren in die Berge. Unterwegs halten wir an zum Frühstücken. Aufgrund eines Missverständnisses bekommen meine Tochter und ich rohe Eier in die eigentlich lecker schmeckende Gemüsesuppe. Vorsichtig löffeln wir Suppe und Gemüse rund um die Eier weg. Meine Tochter freundet sich immer mehr mit den Kindern unserer Gastfamilie an und mit holprigem Englisch und Händen und Füßen können sie sich auch unterhalten. Mit dabei sind auch die Köchin (eine Thai) und eine sehr liebe Freundin der Familie.

Am Markt kommen wir aus dem Staunen nicht heraus: Schweine werden verpackt und per Moto verfrachtet. Dafür dürfen sie dann 5(!) Jahre frei herumlaufen, ehe sie geschlachtet werden. Eine Frau belebt einen sterben Fisch in einem Schaffel wieder, Frauen in bunten Trachten und mit Kindern am Rücken feilschen, während alte Frauen in edlen, bunten Gewändern Stoffe begutachten. Es werden Tiere angeboten, Fleisch, Gewürze und Kleidung aller Art. Mittags gibt es tolles Essen im Kreise der ganzen Familie unseres Gastgebers. Es gibt Reisschnaps und Reiswein aus einem Krug mit Bambusstrohhalmen.

Nachmittags baden und plantschen die Kinder an einem kleinen Wasserfall mit den Kindern des Dorfes und den Kindern unseres Gastgebers und haben sichtlichen Spaß!

Im Dorf tummeln sich neben Hunden (mit Babies), Katzen und Hühnern noch Enten, Schweine, Katzen, Zeburinder und natürlich Wasserbüfffel.

Die Reisterrassen in Mai Chau waren nicht so groß und schön wie jene in Sa Pa (welche wir nicht besucht haben- aus zeitlichen Gründen), dafür ist die Tour absolut authentisch, aufregend, herzlich, persönlich, und fast „Touristenfrei“. Einfach nur ein herrlicher Tag. Wir verabschieden uns herzlich von den Eltern unseres Gastgebers, fahren durch spektakuläre Landschaft zurück. Wir halten noch an drei besonders malerischen Punkten und besuchen einen letzten kleinen Straßenmarkt. Spätabends fallen wir müde- aber glücklich ins Bett!

Tag 18- Louang Prabang (1)

Der Abschied von unserer Gastfamilie ist rührend. Wir werden noch beschenkt (Kaffee, Kaffezubereiter, Kleinigkeiten für die Kinder) und die Kinder dürfen mit der Gastgeberin noch eine Runde mit am Moto fahren. Wir haben nun echte Freunde in Vietnam und meine Tochter will der gleichaltrigen Tochter meiner Gastgeberin schreiben!

Wir wollen heute nach Laos fliegen. Mit dem Bus wären wir 2 Tage unterwegs, also kraxeln wir mit etwas schlechtem Gewissen in den Flieger und fliegen mit einer Propellermachine von Hani nach Louang Prabang. Ich vergesse mein Schweizer Taschenmesser im Rucksack und bin ganz geknickt, dass ich meinen Alleskönner bei der Sicherheitskontrolle abgeben muss. Dank einer netten vietnamesischen Flugbegleiterin kann ich zurück zum Check in geschleust werden und mein Taschenmesser mit dem Großgepäck auf die Reise schicken (in einer riesigen Schachtel verpackt.

So viel Hilfsbereitschaft gibt es auch nur hier!!!! 🙂

Der Flug mit der Propellermaschine ist erstaunlich ruhig und nach kurzem Flug können wir in Laos einreisen. Gut, dass ich noch genügend Reserve Dollar dabei habe. Das Visum muss in Dollar bezahlt werden!

Ich freue mich, als mit den Koffern und Rucksäcken tatsächlich auch mein Messer ankommt, dann fahren wir mit dem Taxi (das einzige Taxi mit dem wir in Laos fahren, ab jetzt gibt es nur mehr Tuk Tuks) in die Stadt. Wir beziehen ein etwas überteuertes, etwas zu kleine Zimmer, dafür mit direktem Blick auf die morgendliche Prozession der Mönche und auf Wat Sene, einem beeindruckenden Wat. Außerdem funktioniert die Klospülung nicht und wir müssen mit der Brause den Dreck runterspülen…

Abends besuchen wir den Nachtmarkt und kaufen zahlreiche Souvenirs. Wir essen köstlichen, gegrillten Fisch und trinken frische, leckere Fruchtsäfte. (Der Urlaub ist fast vorbei, da wird man etwas mutiger).

Tag 19- Bettelzeremonie und Mahoud-Training

Der Wecker klingelt um 05:15; um 05:30 b3ginnt die Bettelzeremonie, bei der die Mönche von den Gläubigen Kugeln aus Klebreis in spezielle Schalen bekommen. Die Zeremonie ist beeindruckend. Lästig sind nur ein paar unverschämte Touristen, die sich quasi „vor die Mönche werfen“, um die besten Bilder zu kriegen.

Um 9h fahren wir zu einem Elefantendorf. Mit einem größeren Tuk Tuk („Auto-Tu k Tuk) geht es über eine holprige Straße durch den Dschungel zum Elefantendorf, wo schon die Dickhäuter warten. Ich wundere mich über eine Touristin, die ohne Scheu zu den Elefanten geht und die riesigen Tiere einfach so streichelt. Jeweils zu zweit besteigen wir nun über eine Plattform die Elefanten, die gut gepolstert die Tragbänke auf ihren Rücken tragen. Mit fällt auf, dass die Mahouds sehr liebevoll mit den Tieren umgehen, die Spitzhake kommt nie zum Einsatz. Wir wandern eine Stunde lang durch tropischen Regenwald, quer feldein! Es macht Spaß oben auf den Elefanten zu schaukeln!

Nach einem stärkenden Mitttagessen fahren wir mit einem sehr schmalen Boot zu den Pak Ou Höhlen. In diesen Höhlen versteckten viele Mönche und Einheimische ihre wertvollen Buddha Statuen vor den zerstörerischen Kriegen, die das Land im 20 Jahrhundert erschütterten.

Wir bekommen Unterricht und lernen die wichtigsten Elafantenkommandos, bevor wir uns selbst al Mahoud probieren dürfen. Hürde 1, den Elefanten erklimmen. Ihm sagen, er soll gehen. Meiner hört nicht auf mich, gut dass der eigentliche Mahoud dabei ist. J

Wir reiten auf den Elefanten eine enge Treppe hinunter. Behutsam gehen die Tiere Stufe für Stufe runter und dann durch dicken Schlamm in den Mekong zum Baden. Auf einen geheimen Befehl hin schütteln uns die Tiere ins Wasser und wir landen im Fluss. Nach einer halben Stunde Baden und Plantschen mit den sanften Riesen klettern wir wieder auf ihre Rücken und reiten zurück. Ein tolles und beeindruckendes Erlebnis!

Im Dorf angekommen, trauen nun auch wir uns die Elefanten so zutraulich zu streicheln wie die Touristin, die ich anfangs beschrieben habe. Wir dürfen die Elefanten noch mit Bananen füttern, elche sie mit ihren starken Rüsseln unglaublich sanft und zart nehmen.

Abschließend besuchen wir noch ein „Whiskey-Dorf“, wo neben traditionellen Reiswein und Reisschnaps auch traditionelle Textilien am Webstuhl gefertigt werden. Leider sind zahlreiche Wildtiere (Geckos, Skorpione, Kobras) in Schnaps eingelegt, als traditionelle Medizin. Die fahrt zu diesem Dorf führt über wilde Piste, wir werden ordentlich durcheinandergeschüttelt und ich bin froh, dass meine Bandscheiben noch intakt sind!

Abends besuchen wir wieder den Nachtmarkt, meine Tochter feilscht und handelt und weil ich einen Elefanten Keramikelefanten meines Sohnes zerbrochen habe (mir ist ein Sackerl mit Souvenirs aus der Hand gerutscht) muss ich ihm einen Ersatz kaufen! Abendessen in einer engen Gasse voller Garküchen.

Am Markt treffen wir einen Mann, der ein ganz tolles Projekt in Laos initiiert hat. Er hat als junger Mann einen Verlag gegründet und schreibt mit ein paar wenigen Mitarbeiter/innen selber Bücher für die Kinder, damit die Laoten endlich mehr lesen- mit große Erfolg. Ich kaufe ein Buch bei ihm in Englisch/Laotischer Sprache: Eine Sammlung traditioneller Geschichten aus Laos: „The cat that medidated“,

Wir ziehen in ein neues Guesthaus, wir haben doppelt so viel Platz, das Klo funktioniert und wir zahlen nur die Hälfte.

Abends erklimmmen wir noch den Tempelberg mit fantastischer Aussicht über die Stadt und herrlichem Sonnenuntergang am Mekong. Am Weg runter treffen wir ein Mönche, die sich ganz locker mit uns unterhalten.

Tag 20- Louang Prabang

Wieder klingelt der Wecker um 05:15. Meine Tochter wollte an der Zeremonie teilnehmen, aber sie schläft zu tief. Als sie um 06:30 aufwacht und zu mir kommt, ist die Prozession (dauert von 05:30 bis 06:30 a.m.) fast vorbei. Wir sehen noch ein paar Mönche und kaufen Klebreis. Die Verkäuferin führt uns zu einem Wat, wo die Mönche gerade ihr Frühstück bereiten. Wir müssen niederknien, ein paar sehr junge Mönche kommen und wir legen Reis mit unseren Händen in ihre Schalen. Dann beten die Mönche und singen. Wir dürfen wieder aufstehen und gehen tief beeindruckt zurück ins Hotel, wo mein Sohn noch immer schläft.

Nach einem fast französischen Frühstück mit leckerem Kaffee und Croissants machen wir uns mit einem Tuk Tuk zu den Kuang Si Wasserfällen auf. Dieser Wasserfall ist der schönste, den ich je gesehen habe. Beim Wasserfall ist noch ein Bär-Rescue Center untergebracht, wo die seltenen „Moon Bears“ und „Sun Bears“ nachgezüchtet, aufgepäppelt und wieder in die Freiheit entlassen werden.

Am Weg zurück nach Louang Prabang fahren wir an wunderschönen Reisterrassen vorbei und machen Halt an einer Tankstelle, wo ganz junge Hundewelpen rumwuseln.

Wir besuchen die vielen Tempel von Louang Prabang und reffen einen deutsch sprechenden Mann in einem Tempel, der als eines von 37 Kindern in die ehemalige DDR in die Schule geschickt wurde (in Vietnam wurden mehr Kinder in die DDR geschickt).

Um 6h gönnen wir uns noch eine traditionelle laotische Massage (für die Kinder gibt es eine sanfte Ölmassage. Die Massage ist eine Mischung aus Wohltun und Schmerz und nachher fühle ich mich wunderbar. Um 7h kommt der Bus nach Vang Vieng. Es ist ein Liegebus mit richtigen Betten!

Tag 21- Vang Vieng

Um 4h Früh ist der Bus in Vang Vieng. Schlaftrunken steigen wir aus und warten im strömenden Regen (zum Glück gibt es einen Unterstand) auf ein Tuk Tuk. Wir fahen in unser Guesthouse, welches ich noch in Louang Prabang reserviert habe.

Müde kommt die Besitzerin des Guesthouses in einem fleckigen Badetuch, das aussieht wie blutverschmiert (gruselig!). Das Zimmer ist sauber und geräumig und wir schlafen noch ein paar Stunden. Um 8:30 starten wir aber zu unserer Tour: Wir wollen Höhlen erkunden, über Reisfelder wandern und ein Khmerdorf besuchen. Mit einer sehr lauten Gruppe aus Korea erklimmen wir ein Tuk. Die Koreaner gehen Kajak fahren, wir fahren etwas weiter und gehen mit einem Guide wandern. Die Höhlen erkunden wir mit Stirnlampen. Sie sind extrem glitschig und rutschig und wir müssen sehr aufpassen, aber sie sind wunderschön! Wir erkunden 3 Höhlen und wandern dann durch das Dorf wo wir den Einheimischen zusehen können.

Nach dem Mittagessen schwimmen wir mit LKW Reifen durch eine enge Höhle. Leider trüben die lauten Koreaner das Erlebnis etwas.

Abend miete ich mit den Kindern och ein kleines Motorboot mit Fahrer und gleiten den Fluss entlang und bewundern die tolle Landschaft und die karstberge.

Noch vor 2 Jahren war Vang Vieng ein Party Hotspot. Junge Touristen aus aller Welt betranken sich oder nahmen andere Drogen und fuhren im berauschten Zustand auf den Tubes den Fluss runter. Leider kamen dabei auch viele Urlauber zu Tode, so machte die Regierung Schluss mit Party“ und heut eist Vang Vieng wieder ein ruhiger und beschaulicher Ort. 

Tag 22- Vientiane

Um 9h geht der saubere und wirklich komfortabel und gemütliche kleine Bus von Vang Vieng nach Vientiane. In Vientiane besuchen wir mit einem Tuk Tuk die Goldene Stupa (Nationalheiligtum), beobachten Mönche bei einem Ritual, als sie in einem Kloster auf einem Turm stehend eine riesige Trommel schlagen.

Wir besuchen noch den surrealen Buddha Park, der ca. 30km außerhalb der Stadt liegt. Dort sehen wir eine junge sterbende Katze, deren intensive Blicke mich noch lange verfolgen….

Abends ein letztes leckeres Abendessen in Laos…

Abends dann das letzte leckere Abendessen in Laos. Mit dem Nachtzug geht es nach Bangkok und von dort am nächsten Tag dann zurück nach Wien. 🙁

Hier ein paar Eindrücke unserer wunderbaren Reise:

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