Almrausch 2015

Georgina- das Kälbchen

Wieder waren wir eine Woche auf der Wansingalm. Gemeinsam mit meiner besten Freundin und ihren Kindern fuhr ich mit  meinen Kinder mit dem Zug nach Kärnten. Wir tauschten Stadt- Alltag mit Kühe treiben, Kühe melken, Kälber füttern, Wandern durch blühende Almwiesen, Spielen am Bach,…

Ich bin sehr froh, dass ich es meinen Kindern einmal im Jahr erleben kann, mitten in der Natur zu leben und sie schon seit sie klein sind eine tiefen Verbindung zur Natur und ihren Geschöpfen aufbauen konnten. Und was tut sich so oben auf der Alm? Hier ein Tagebuch unserer Erlebnisse auf der Almwoche:

Tag 1- Freitag

Bei Prachtwetter reisen wir diesmal auf “unsere” Alm… schon zum  5 .Mal. Und diesmal wollen wir die Strecke rauf wieder zu Fuß gehen. Die vielen Orchideen bewundern und wahrnehmen, in welcher Abgeschiedenheit und Ruhe wir die kommende Woche verbringen dürfen. Doch kaum oben ist es aus mit der Ruhe. Meine beste Freundin und seit ein paar Jahren Hüttenmitbewohnerin kommt mir mit der jüngsten Tochter der Almbäuerin aufgeregt entgegen: “Schnell, ein Kalb kommt grad zur Welt”… und kaum eine halbe Stunde später ist die hübsche Georgina auch schon da!

Georgina

Georgina 2

Tag 2- Samstag

Am Nachmittag ist ein Gewitter angesagt. Da diese öfter heftig ausfallen, hier in den Bergen, planen wir eine kleine Wanderung zum herrlichen Luckasee. Ein kleiner See, mitten in hübscher Bergkulisse und Heimat abertausender Babyfrösche! Obwohl das Wasser kalt ist wagen es die Kinder im See zu schwimmen.

Lucka See

“Baby-Fröschlein”

Tag 3- Sonntag

Am Sonntag erwandern wir den “Bachlweg” nahe Rennweg. Pünktlich um 7h in der Früh fahren wir mit dem Milchwagen runter ins Tal und dann geht es weiter zur Endstation der “Tschu Tschu-Bahn”. Entlang des wunderschönen und fast ebenen Weges können die Kinder auf Schautafeln viel über die Gegend und den Lebensraum Bach erfahren.

Tag 4- Montag

Meine Tochter und ein paar der Almkinder spielen im “Hexenhaus”, einem alten Heuschuppen. Mein Sohnemann und die Kinder meiner Freundin bauen Dämme am Bach. Aufregung gibt es, nachdem der kleine Sohn meiner Freundin eine Schlange sichtet. Vermutlich eine Kreuzotter!

Tag 5- Dienstag

“Eine Kuh kriegt ein Kalb!” Wir sind bereit für eine Wanderung auf das “Hirneck”. Bei diesen Neuigkeiten werfen wir aber den Rucksack in die Ecke und stürmen in den Stall. Dort ist die Aufregung groß. Das Kalb liegt verkehrt und die Kuh will trotz intensiver Bemühungen nicht aufstehen. Nach ungezählten vergebenen Bemühungen die Kuh zum Aufstehen zu motivieren, wird sie per Gurte und Traktor hochgehievt. Der Tierarzt eilt herbei. Beherzt hilft er der Kuh und zieht unter größter Anstrengung das Kalb heraus. Leider ist der kleine Stier tot. Doch es ist noch ein zweites Kalb da. Tragischer Weise stirbt auch dieses kurz vor seiner Geburt. Traurig schleichen wir aus dem Stall. Die Kuh wirkte so traurig- so eine schwere Geburt und beide Jungen tot. Auch  der Anblick der beiden toten Kälber war herzzerreißend. Mit ziemlicher Verspätung und etwas verstört treten wir unsere Wanderung an. Heute stehen noch zwei Gipfelstürme auf dem Programm. Nach der Erwanderung des Luckasees mit meiner Freundin und ihren Kids wandern meine Kinder und ich weiter zum Hirneck und auf die Karlshöhe. Neben traumhaften Aussichten auf die schöne Landschaft und die Wansingalm durchwandern wir blühende Hochalmen und passieren wir (klopfenden Herzens) grasende Kühe.

Gipfelsturm

Tag 6- Mittwoch

Heute steht Fischen am Programm. Wir fischen im Almteich frische Forellen und Saiblinge. Mein Sohn ist ganz stolz. Fisch selber gefangen, selber ausgenommen, selber gewürzt und selber aufgegessen! So schmeckt es am besten!

fangfrisch

frischer Fisch

Tag 7- Donnerstag

Heute plündern wir die Heidelbeerfelder. Wir schaffen über einen halben Liter und kochen leckere Heidelbeermarmelade (2 Gläser). Vorsichtig zupfe ich auch Arnikablätter und lege sie in Alkohol. So sind wir mit Tinktur für das kommende Jahr und mit Marmelade für die nächsten Wochen versorgt!

Tag 8- Freitag

Nach einer Woche auf der Alm, die wie immer viel  zu schnel vergangen ist, kommt die Zeit, Abschied zu nehmen. Wir gehen zu Fuß runter und nehmen einen uralten Pfad. Wehmütig blicken wir zurück- aber wir wissen: Nächstes Jahr kommen wir wieder!

Am Schattseitweg nach St. Peter

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