Palmölfrei leben- schwerer als gedacht!

Palmölfrei leben

Seit bald 2 1/2  Jahren versuchen wir nun palmölfrei zu leben. Kein Problem, sollte man meinen. Meine Idee, erdölfrei zu leben, gab ich ja ohnehin auf, knapp, nachdem die Idee geboren wurde. Erdöl- frei zu leben geht praktisch nicht, wenn man in der Stadt wohnt und Lebensnotwendiges kaufen muss. Wir wollen auch zeigen, dass man ressourcenschonend und umweltbewusst leben kann ohne den Komfort einschränken zu müssen oder auf gewohnte Alltagsprodukte verzichten zu müssen. Alles was wir essen oder konsumieren kommt von irgendwo her. und selbst wenn ich regionalen Produkten den Vorzug gebe, werden die Produziert, gelagert und transportiert. Mit der Kutsche zum nächsten Bauern fahren wo Gemüse traditionell angebaut wird gibt’s vielleicht noch in entlegen Flecken der Welt, irgendwo in Südostasien oder im Amazonas. Und vielleicht noch in Rumänien, aber selbst dort nimmt das industrielle Leben zu.

Ich möchte auch nicht in einer Einsiedelei leben sondern ein modernes, urbanes Leben führen, nach ökologischen und sozialen Prinzipien. Heißt also, erdölfrei leben geht nicht. Nicht einmal plastikfrei schaffen wir. (man denke an die Unmengen von Plastikmüll nach jedem Einkauf).

Und was ist mit Palmöl? Ich dachte, gut, ich rühre meine Kosmetik selber, ich weiß, dass in meinen Seifen kein Tropfen Palmöl steckt und in meinen Cremes? In manchen Bestandteilen ist auch Palmöl drin, etwa in den Emulgatoren. Ich kann aber Palmöl sparen, der Anteil an Emulgatoren ist verschwindend klein im Vergleich zum benötigten Öl.

Bei den Lebensmitteln muss man wirklich Detektiv spielen um nicht Palmöl im Einkaufswagen zu haben. Oft liest man nur “Pflanzenöle”, hier steckt oft Palmöl drin. Und gerade grün und ökologisch wirkende Lebensmittel strotzen neben den üblichen verdächtigen der großen Konzerne (man denke an Margarine, Kartoffelchips, Nougatcreme,…) vor Palmöl. Vegetarische  Lebensmittel, z.B. vegetarische Wurst wirbt auf der Verpackung mit der Verwendung von Micheiweiß. Im Kleingedruckten steht dann: Palmöl. Und auch vegane Lebensmittel dürfen Palmöl enthalten- ist ja kein tierisches Produkt

Veganer/innen & Vegetarier/innen

Fördern also gerade die Veganer/innen , jene bewussten Menschen, welche nicht mal Kühe für Milch eingesperrt wissen wollen, mit ihrem Speiseplan (Sojaprodukte, …) eine regenwaldvernichtende Landwirtschaft? Es klingt provokant, und ich bin ja auch selber ovo-lacto-Vegetarierin, aber ich fürchte schon, dass wenn mehr oder sehr viele Menschen vegan leben würde, diese sehr negative Auswirkungen auch auf unser Klima hätte. Sojaplantagen und Palmölplantagen brauchen bekanntlich Raum. Beide haben es gerne tropisch. Noch gibt es Primärwald (also ursprünglichen Urwald) aber immer mehr dieser Naturschätze muss Palmölplantagen weichen. Und viele Arten (unter ihnen die imposanten Orang Utans) verlieren ihren Lebensraum.

Ich versuche den Eiweißbedarf meiner vegetarischen Tochter und meinen mittels heimischer Gemüse (Bohnen,…) und Milchprodukten zu decken. Sojaprodukte kommen  nur äußerst selten auf den Tisch. Und Palmöl versuchen wir eben weitgehend zu vermeiden. Leider ist in so vielen Produkten versteckt, dass uns das nicht immer gelingt. Es steckt auch in Lebensmittel, wo man es nicht vermuten wie Tsatsiki usw. …

Als Fazit bleibt: Erdölfrei geht also nicht, palmölfrei leider auch nicht (ganz). Aber man kann erdölsparend leben: Plastik vermeiden wo es geht (Verpackungen sparen, keine Sackerl nehmen,…), regional einkaufen, mit Öffis fahren,… und man kann palmölsparend leben. Und immer seltener rutscht ein palmölhaltiges Produkt in unseren Einkaufskorb- wir bleiben also am Ball!

 

 

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