Österreich als Klima Opfer?

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Wir hockten vom Fernseher. Die Kids kuschelten sich links und rechts an mich und wir warteten auf das Hauptprogramm. In ZIB ließ eine Meldung die Kinder aufhorchen “Österreich wird stärker vom Klimawandel getroffen als viele andere Länder”, hieß es. (siehe Bericht http://science.orf.at/stories/1746335/)

Emotionale Kälte

Während die Kinder erschrocken blicken, spüre ich eine gewisse emotionale Kälte in mir. Ha, wie wenn wir das nicht schon lange wüssten, was der Klimawandel bringen wird. Außerdem, außer einem kurzen Aufschrei wird sich nichts ändern. Weil, die Lobby der Industrie ist zu stark um in der Politik genügend zu bewegen. Die Bequemlichkeit der Leute ist zu stark um ihr Leben umzukrempeln, obwohl viele kleine Schritte vieler Menschen enorm viel bringen würden und unser Klima retten könnten.

Es braucht ja gar nicht einen Haufen utopisch anmutender Grünmenschen, Sonderlingen oder Ökos, die in Filzpatschen auf dem Radl fahren und sich vegan oder freegan ernähren und bei Demos gegen die Zustände der Welt protestieren.

Ökologisch Denken ist nur für ein paar Spinner…

Ökologisch zu denken ist mehr als das Gedankengut von ein paar Spinnern und das sollte in der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts längst angekommen sein. Es braucht den Mut und das nachhaltiger Verständnis ganzer Gesellschaften, zu verstehen, dass es sich lohnt, ab und an (vielleicht sogar einmal in der Woche) auf das Auto zu verzichten. Dass es sich lohnt, nicht immer das neueste Handymodell haben zu müssen und dass es sich lohnt, bei Lebensmittel und Kleidung auf die Herkunft zu achten, Fairness bei der Erzeugung, ökologische Aspekte, zurückgelegte Transportkilometer und Arbeitsbedingungen der Produzent/innen mit einzubeziehen.

Manchmal frage ich mich, warum mich diese Nachrichten mittlerweile so kalt lassen? Vielleicht wird zu oft davon berichtet? Nein, zur Zeit hört man ja fast nur von radikalen Terroristen und in anderen Zeiten sind meist wirtschaftliche Themen ganz oben auf der Liste. Ich denke, ich muss kaum ein schlechtes Gewissen haben, ich fahre kein Auto, ich achte beim Einkaufen auf Regionalität, BIO und Fairtrade Artikel. Meine Kinder gehen mit offen Augen durch die Welt und haben ein höheres ökologisches Bewusstsein als viele Erwachsene.

Hoffen auf eine interlektuelle Wende

Nein, ich denke, wir tun (fast) alles was wir können (ein bisserl mehr geht immer noch ;-)); aber mich frustriert die Ignoranz vieler Menschen, die Ignoranz der Politik und die bleibende Stärke mancher Lobbyisten, die die Entwicklung nachhaltiger Technologien bremst und die Umsetzung politischer Strategien. Und würde ich angesichts dieser Umstände nicht innerlich abkühlen und abstumpfen, müsste ich durchdrehen. Dennoch, allein meiner Kinder wegen, gebe ich dennoch weiterhin mein Bestes und hoffe, dass es mir möglichst viele Menschen gleichtun und wer weiß, vielleicht kommt sie ja doch noch, die interlektuelle Wende und die Menschen kapieren, dass nur ein Umdenken ihre Existenz retten kann.

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