Zeit des Umdenkens

Zeit der sozialen Kälte

Als Mutter von 2 Kindern macht man sich wahrscheinlich automatisch Sorgen und Gedanken um die Zukunft. Die Kinder bringen ein gutes Zeugnis nach hause. Planen ihre Zukunft, träumen vom Meeresbiologie-Studium oder von einem Job als Tierpflegerin.
Ich wünsche meinen Kids die beste Zukunft, die es gibt. Medienberichte machen mir aber große Sorgen. Unruhen in Ägypten und der Türkei. Bürgerkriege, und auch in Österreich, der soziale Strukturwandel. Arme werden immer ärmer, während es immer mehr Millionäre gibt. Dem nicht genug, scheint auch die Natur verrückt zu spielen.

Zeit der Extreme

2 Jahrhunderthochwässer in 10 Jahren. Rekordkälte abgelöst von Rekordhitze gefolgt von Rekordkälte und erneuten Regenschauern…Ist das normal?

Vielleicht. Es gab immer schon Extremwetterlagen. Es gab immer schon Mikroklimata und Perioden, in denen das Klima abwich. So war es in der frühen Neuzeit in Europa kälter als sonst (kleine Eiszeit), verursacht vermutlich durch Vulkanausbrüche am anderen Ende der Welt. Auch im Biedermeier soll ein heftiger Vulkanausbruch für ein kühles Klima gesorgt haben.

Auffallend ist allerdings, dass Naturkatastrophen rund um den Globus häufiger werden. Teils mag der Klimawandel schuld sein. Klimawandel heißt ja nicht überall wärmeres Klima. Klimawandel bedeutet, dass die Durchschnittstemperaturen auf der Welt steigen. Lokal kann es also auch durchaus kälter werden, etwa wenn der Golfstrom versiegen sollte. Ob das passieren kann, wird kontrovers diskutiert.

Der Schaden der Extremwetterlagen wird nun durch Maßnahmen verstärkt, welche die Politik  in den letzten Jahren gefördert hat.  Intensive Landwirtschaft etwa fördert die Bodenerosion. Kaputte Böden können weniger Wasser aufnehmen und werden leicht weggeschwemmt. Folge: Murenabgänge.

Bäche wurden und werden begradigt, Wiesen und Feuchtgebiete drainagiert (entwässert). Folge: bei Hochwasser können diese natürlichen Retentionsgebiete (natürliche Auffangbecken) kein Wasser aufnehmen und die oft viel zu nahe an Wasserläufe gebauten Häuser und Gebäude werden überflutet.

Zeit des Wegschauens

Was machen wir Menschen angesichts dieser Tatsachen? In den Medien klagt man über die Wirtschaftskrise. Über den Klimawandel wird nur kurz am Rande der Katastrophenmeldungen diskutiert. Ein Ausstieg scheint zu unbequem. Wegschauen wird zum Motto der Zeit.

Und dennoch. Ich habe Hoffnung. Die Menschen haben den Ausstieg von FCKW geschafft, auch wenn die Folgen,  das Ozonloch noch lange bleiben und und in der Atmospäre das eingebrachte Gift noch immer gegen uns arbeitet.

Die Menschen haben es auch geschafft, den sauren Regen zu besiegen. Heutige Jugendliche kennen das oberste Umweltproblem meiner Generation kaum mehr.

Zeit des Umstiegs

Der Umstieg auf ein klimafreundliches Leben schreckt aber viele ab. Zu unbequem. Es gibt herausragende Pioniere wie einen Franzosen, der mit seinen Kindern Klimaneutral und erdölfrei lebt und den Strom für seinen Computer mit dem Ergometer erzeugt.

Es gibt auch Ansätze in der Industrie. Vielleicht wegen dem drohenden Aus des schwarzen Goldes, vielleicht wegen der immer schmäler werdenden Geldbörserl; aber etwa beim Sprit fressenden SUV- eine absolute Unnötigkeit in der Stadt, setzt sich laut „Autotouring“ ein neuer Trend zu sparsameren „Mini-SUVs“ durch. Na denn- immerhin.

Die Wende weg vom verschwenderischen Leben wäre so einfach, nur bräuchte es neben kuragierten Bürger/innen auch engagierte Politiker/innen. Solange die aber unter den Fittichen der Großindustrie stehen (die, wie ich glaube, eigentlich das Sagen haben) ist es ein Problem.

Warum sind trotz wachsender Müllberge Mehrweggebinde praktisch ausgestorben? Warum werden nicht stärker Kleinstkraftwerke oder Photovoltaikanlagen gefördert?

Klar, Leute, die wenig gut verdienen können sich solche Maßnahmen nicht leisten. Können sich nur einen spritfressenden Gebrauchtwagen kaufen und Kleidung aus Billigketten (die ihre Arbeiter/innen oft ausnehmen).

Würde man Bio stärker fördern und faire Preise für um die Welt verschiffte Ware, so könnten sich auch Menschen mit kleinem Budget die bessere Qualität leisten. Die Umweltschäden eingerechnet (Flurschäden, Artensterben, CO2 Rucksack durch Transatlantikflüge usw.) wären Glashaustomaten aus Spanien oder Erdbeeren im Winter aus Südafrika wohl um ein Vielfaches teurer als Erdbeeren im Juni aus der Steiermark. Die Realität sieht aber leider anders aus.

Zeit des Umdenkens

Ich habe 2 Kinder, denen ich eine schöne Zukunft wünsche. Die Hoffnung stirbt zu letzt, also will ich daran glauben, dass immer mehr Menschen die Zeichen der Zeit erkennen und umdenken.

  • Öfter mal mit dem Rad fahren
  • wenn es geht Öffis statt Auto benutzen
  • wenn schon im Auto, dann mit Mitfahrer/innen
  • Ökologisch bewusst und fair einkaufen (Fairtrade-Siegel, Bio-Ware)
  • Regionalen Produkten den Vorzug geben
  • Energie sparen: Stecker raus, sparsame Geräte
  • umweltfreundliche Hygieneartikel (z.B. Seife)- warum nicht selbst gemacht?
  • Bewusstes Konsumverhalten. Qualität statt Quantität. Langlebige Qualität bei Möbel und Kleidern statt billigem Wegwerf-Ramsch. Hochwertiges Essen statt zu viel Billigem, dass oft noch verpackt in der Tonne landet…

Zeit der Hoffnung

Die Liste ließe sich lange noch fortsetzen. Vielleicht ist sie eine Anregung für nachhaltiges Leben; was jeder von uns tun kann- ohne großartig auf Lebenskomfort verzichten zu müssen- dass auch unsere Kinder und deren Kinder noch einen Planeten Erde vorfinden, auf dem man in Frieden leben- und überleben kann.

Mädchen aus Bocas (Panama) (privat)

 

3 Filmbeiträge zum Thema

Leider sind die Beiträge auf mobilen Geräten zum Teil nicht direkt abrufbar, daher hier die Links:

Al Gores Klimatheorie: http://www.youtube.com/watch?v=elPm0I_wRmM (Cartoon)

Kontext TV- Energiewende: http://www.youtube.com/watch?v=lg8B-HlM6eY

Eine unbequeme Wahrheit: http://www.youtube.com/watch?v=j5l7zy1qL8s&list=PL1CD8B4AF942907BE

 

 


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