Haus der Schnecken

Schnecken

Ich hole die Kinder ab. fröhlich kommt mir meine Tochter entgegengelaufen. „sieh mal Mama!“ sie streckt mir ihre Hand entgegen, in der 3 hübsche Schneckenhäuser liegen. „Die nehm ich mit. Sind eh leer!“ und steckt die Beute in die Hosentasche. Tags drauf kommt sie mir beim Abholen weniger stürmisch entgegen. Grund ist ein sehr junges Exeplar einer jungen Bänderschnecke, die sie vorsichtig in der Hand hält. Während die Schnecke,  schleimige Spuren af der Hand meiner Tochter hinterlassend, den Daumen meiner Tochter erklimmt, sieht sie mich mit großen Augen an: „Darf ich die in den Garten mitnehmen. Biiteeee?“

Mein Sohn zuckt mit den Achseln. Pragmatisch we immer meint er: wenns Glück hat und kein Vogel erwischt, kanns erwachsen werden.“

Vielleicht weil ich nichts dagegen hate, gegen einen schnecklichen Gartenbewohner, vielleicht die Äußerungen des Bruders, der vor den Vögeln im Garten warnte…meine Tochter jedenfalls entschied sich um um setzte die Schnecke behutsam in ein Gebüsch. Ich bewundete noch den durchscheidenden Körper des kleinen Tieres; man konnte wunderbar die Nervenstänge zu den Fühlern hin sehen, da fiel mir plötzlich wieder die Schneckengeschichte aus meinen frühen Kinderjahren ein- die Geschichte vom Schnecken-Haus.

Ein Schnecken-Abenteuer aus meiner Kindheit

Als ich noch ein Kind war, fuhr meine Mutter mit mir jedes Jahr an den Traunsee. Für eine Reise nach Italien reichte das Geld nicht, die Ferien am Traunsee bei meiner Tante waren aber mindestens genauso schön.

Ich war wohl so alt wie meine Tochter jetzt, da ging ich am Abend vor unserem See-Urlaub noch auf eine nahe Wiese (eigentlich ar es eine Brachfläche, die mittlerweise bebaut ist) und sammelte leere Schneckenhäuser. Im Sammeleifer wurde ich schlampig und irgenwann hörte ich auf, alle Schneckenhäuser auf Inhalt zu untesuchen. Stolz stellte ich mein pralles Säckchen voller Schneckenhäuser vorm Haus ab. Ein Glück, dass ich das Sackerl nicht ins Haus mitnahm.

Am nächsten Tag, Zeitig in der Früh, wollten wir ins Salzkammergut fahren. Der Zug würde bald fhren und wir mußten zu Bus. Da hörte ich meine Mutter draußen ziemlich schimpfen. „Was ist nur los mit Mutti?“ Ich war ziemlich verwundert, die Sonne schien, wir wollten zum Baden fahren und sie schimpfte so…da sah ich es auch:  die ganze Hausfassade war- bis zum Giebel- über und über voller Schnecken. Und meine Mutter stand schimpfend vorm Haus und fegte mit dem Besen die Tiere runter, so lange sie reichen konnte.

Ich glaube, meine Kinder kennen die Geschichte schon. Darum vergewissert sich meine Tochter mmer, dass die Schneckenhäuser eh leer sind oder nimmt gleich eine Schnecke auf der Hand mit…

…oder weiß.vielleicht überrascht auch sie mich eines Tages mit einem Haus voller Schnecken.

646559_web_R_K_by_Martin Gebhardt_pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.