Frühlingsgefühle…Ab in die Natur!

Ich hole die Kinder ab. Fröhlich hüpfen sie mir in T-Shirts und Sandalen entgegen. „Mama, gehen wir Trampolin springen? Kriegen wir ein Eis? Biiiieteeeee!“ Die Kleine und der Große sind sich einig. Nach längeem Hin und Her einigen wir uns auf ein Kugerl Eis und trotten im Sonnenschein zufrieden nach hause. Endlich wird es wieder wärmer.  Eis essen und kurzärmelig draußen sitzen, ich hab nimmer geglaubt, dass wir das noch vor Juli machen können. Allseits erwacht die Natur wieder…aber was ist das eigentlich, Natur?

Was ist Natur (für mich)?

Vor einigen Jahren schrieb ich über dieses Thema auch un meiner Diplomrbeit. ich fragte über 300 Menschen, was denn Natur für sie bedeuten würde:

Es gab dabei keinerlei negative Assoziationen wie Gefahr, Angst, Ekel oder ähnliches.

Auffallend waren die vielen Mehrfachnennungen: so wurden etwa saubere Luft, Bäume und Tiere von vielen Menschen genannt. Vielfach waren die Aussagen der Personen auch stark emotional gefärbt (Assoziationen mit Harmonie, etc.).

Keine Nennungen bezogen sich auf unbelebte Natur (Gesteinsformationen oder ähnliches) oder extreme Habitate wie Wüsten, Nord- und Südpol oder heiße Quellen. Die Aussagen mancher Personen glichen Definitionen, etwa „Natur ist das Gegenteil von Kultur“, während andere Befragte Natur mit persönlichen Interessen (Sport, Freizeit), oder auch „dem Göttlichen“ beschrieben

Das gängige Bild von Natur

Die Umfrage spiegelt auch das gängige Bild von „Natur“ wieder, wie es von der Gesellschaft geprägt wird:

mit „Natur“ wird häufig Lebendes oder Blühendes assoziiert; grüne (naturnahe) Kulturlandschaften werden „natürlicher“ bewertet als „leblos“ wirkende „echte“ Naturlandschaften. Karg wirkende Naturlandschaften (wie Wüsten oder ähnliches) wurden nie genannt, sehr oft aber (Blumen-)Wiesen und Wälder.

Die Überschaubarkeit, vielleicht aber auch das Vertraute, scheint uns zu Wiesen aber auch zu Wälder zu ziehen.

Natur bedeute für viele Menschen also Grün, Leben, harmonie. In einem Streitgespräch mit einem ehemaligen Studienkollegen, als ich begeistert von der „Natürlicheit der wenig frequentierten Abschnitte der Donauinsel erzählte, behauptete dieser:l „Na, die Donauinsel ist ja keine Natur, da setz ich mich lieber ins Auto und fahr in die echte Natur!“ Echte Natur? Gibt es eine unechte natur? Die Donauinsel ist quasi ein „Natur aus zweiter Hand“ Gebiet. Der Mensch schuf die Basis, in den Ruderalgebieten macht die natur den Rest, wie sie es auch nach Erdbeben, Lawinnabgängen undd dergleichen tut. Natur aus zweiter hand wären auch Hilfen für Korallen, die an manchen Korallenriffen angeboten werden. Natur aus zweiter Hand unterscheidet sich also von „echter“ Natur insofern, das die basis artificial, also künstlich ist.

Was ist „echte Natur“?

Aber was ist nun „echte“ Natur? Wälder? In Österreich Fehlanzeige, naturnahe Wälder gibt es viele, z.B große Teile des Wienerwaldes, aber echte unberührte Urwälder gibt es in Österreich kaum. Lediglich Restbestände. Almen? Auch Fehlanzeige. Almen sind sehr naturnahe, artenreiche Kulturlandschaften. Also auch vom Menschen geschaffen. Echte Natur im engen Sinn gib es also kaum in Österreich. Also denke ich mir, wozu ins Auto steigen (ich habe ja eh keines), CO2 in die Luf blasen wenn es ja sowieso kaum mehr „echte“ Natur gibt. Und die Kinder und ich genießen es, wenn wir per Skates oder Fahrrad diese wenig frequentierten Zonen der Donauinsel erreichen und staunen, wie wild und naturnah sich die „Natur“ hier mitten in Wien auf dem künstlichen Betonsockel entwickelt hat.

In diesem Sinne: Raus in die Natur!

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