Moby Dicks Tod

Mein Großer ist ein Naturliebhaber und – so scheint es- Biologe in spe. Geht es nach seinigen derzeitigen Berufswünschen, tritt er später in meine Fußstapfen und studiert Biologie. Allerdings hat er aber nicht vor, sich wie ich auf Ökologie und Lehramt zu spezialisieren. Mein Sohnemann ist ein riesiger Fan von Walen. Er liebt Wale und Delfine über alles und seinetwegen haben wir in Panama extra die Buckelwale „besucht“, die wir vom Fischerboot aus ehrfürchtig beobachten durften.

Der unrühmliche Tod von Moby Dick

Kurz vor den Osterferien lasen wir im Standard einen traurigen Bericht von einem gestrandeten Wal. (-> zum Bericht). Es handelte sich um einen toten Pottwal, der selben Walart wie aus Herman Melvilles Roman. Mein Sohn, der das Buch gelesen hat und dabei  eine tiefe Sympathie für den weißen Wal empfand, war sehr traurig, als die Buchfigur ewig vom hasserfüllten Ahab gejagt und verfolgt wurde. So traurig das Ende des Buches auch war, er freute sich dennoch, dass Moby Dick entkommen konnte.
Pottwal mit Baby
Bildquelle: de.wikipedia.org

Müllkippe Meer

Umso trauriger war nun für ihn der Bericht des so sinnlos verstorbenen Wals. Ein Riese der Meere, verstorben an 17 kg Plastik. Der gestrandete Wal erregt Aufsehen, viel mehr als die zahllosen Schildkröten und andere Tiere, die ebenfalls an den Unmengen im Meer wabbernden Plastikabfällen verenden (-> siehe Bericht plasticocean). In den Meeren gibt es 6 mal mehr Platik wie Plankton und eine Plastikinsel in der Größe Mitteleuropas schaukelt durch den Pazifik.

Ein Plastik-Gewächshaus im Magen

Zurück aber zu dem verendeten Wal. Es ist kaum vorstellbar, dass das arme Tier ein ganzes Gewächshaus (Plastikfolien für ein ganzes Gewächshaus!) in seinem Magen hatte. Welche Qualen musste er wohl erleiden, bevor er starb? Wie leicht wäre sein Tod zu verhindern gewesen, wenn die Gemüsebauern Spaniens ihre Unmengen an Plastikabfällen geregelter entsorgen müssten. Aber hier wie immer dann, wenn Unschuldige leiden oder zu Tode kommen müssen: Kurzsichtige Profitgier und Gewinnmaximierung kostet im Endeffekt viel mehr als etwa die geregelte Müllentsorgung kosten würde. Der nachhaltige Blick nach vorne, das Wissen und die Bereitschaft so zu handeln, dass noch zukünftige Generationen eine lebenswerte Welt vorfinden könnten, würde so viel Leid ersparen, tierisches, wie etwa das des gestrandeten Pottwals, wie menschliches, z.B. ausgebeutete Arbeiter in China oder Kindersklaven unserer „modernen Welt“ in Afrika:

 

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