Der Gipfel des Klimas- Klimagipfel in DOHA

Gemütlich schlendere ich mit den Kindern vom Hort nach hause. Wir sind alle müde und freuen uns auf einen gemütlichen Feierabend. Die Kinder haben in der Schule Rechnen, Lesen und Schreiben geübt und auch ich freue mich nach einem Tag mit einem Haufen mehr oder weniger überdrehter Jugendlicher, denen ich Biologie und Chemie näher zu bringen versuche darauf, endlich die Beine hoch zu recken.

Wir kommen am Heimweg an einem Einkaufscenter vorbei. Menschen mit prallen Einkaufssäcken steigen in dralle, Benzin verschlingende Monsterautos (SUV´s) um die hochgebirgsähnlichen Häuserschluchten Wiens per Allrad bewältigen zu können.

In welcher Welt leben wir? Jedes Kind weiß, dass der Klimawandel schon begonnen hat, dass wir Ressourcen schonen müssen, sparsam mit fossiler Energie umgehen müssen und dennoch- jeder hofft, der andere wird es schon machen. Wir leben in einem sehr fortschrittlichen Land. Klar, muss man auch noch in Österreich an Gender- und Diversity-Themen arbeiten, sprich ist auch in Österreich die Gleichstellung zwischen Frauen, Männern, Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen und mit unterschiedlicher Hautfarbe noch nicht gänzlich umgesetzt. Doch wir haben in diesen Bereichen viel erreicht. Ich bin immer wieder verwundert, wenn ich alte Filme, vor allem Nachrichten oder Interviews aus den 1970ger Jahren sehe. Wie froh bin ich dann, nicht mehr diesem veralteten Frauenrollen entsprechen zu müssen.

Auch im Umweltschutz ist viel passiert. Mir ist aufgefallen, dass 15jährige zwar Tschernobyl kennen, aber der saure Regen und Waldsterben Themen sind, die sie nicht kennen, weil sie diese Probleme nicht mehr erleben mussten.

Dem Klimaschutz aber scheinen wir machtlos gegenüber zu stehen. Über die Jahre sind die Pfandflaschen praktisch völlig verschwunden und nur noch Plastikgebinde im Angebot. Wir haben gelernt, statt qualitativ und bewusst einkaufen zu gehen, Billiges in großen Mengen zu ramschen- auf Kosten derNatur, des Klimas, der Umwelt, der Menschen in Schwellen und Drittweltländern, die zu Niedrigstlöhnen produzieren.

Endlich sind wir da. Freudig begrüßt uns unser lieber Hund. Daheim ist es gemütlich warm. Die Kinder spielen und ich setze mich an meinen Computer und beginne zu grübeln. In ein paar Tagen soll ein neuer Klimagipfel in Katar den drohenden Klimawandel abwenden. Es sind Katastrophen wie Hurrican Sandy, die uns immer wieder die Auswirkungen des Klimawandels vor Augen halten.  Und wenn selbst eine Metropole wie New York in den Fluten untergehen muss, ist das ein Grund, wieder mal über Klimaschutz zu reden.

generell scheint es mir, die Welt hat Wichtigeres zu tun, als Klima zu schützen. Die Finanzmärkte halten uns in Atem und was sich in der Wallstreet tut ist wichtiger als die Dicke des Packeis oder das Überleben der Eisbären…bis eben eine Unwetterkatastrophe, ein Hochwasser oder ähnliches uns wachrüttelt. Und selbst dann scheinen die Zahlen des finanziellen Verlustes wichtiger und drastischer als das menschliche Leid.

Gegen den Klimawandel zu kämpfen bedeutet Umdenken, bedeutet Arbeiten an sich. Es ist weniger der Komfortverlust, als ein bewusstes Leben.

Der Verzicht auf das Prestigeobjekt Kaliberauto zugunsten eines sparsamen Kleinwagens- oder – noch besser- der Umstieg auf Öffis (zumindest in der Stadt problemlos möglich)

Der Verzicht auf Fleisch einmal oder- besser- zweimal in der Woche

Die Reise nach Berlin im Nachtzug statt mit dem Flugzeug

Wiederbefüllbare Getränkeflaschen statt Dosen oder PET-Flaschen aus dem Automaten

Korb oder Stoffsackerl statt Plastiksackerl an der Supermarktkasse

Obst und Gemüse lose (oder am Markt) kaufen, statt in Plastik verpackt

Regionalen Produkten den Vorzug geben

Stosslüften statt Dauerkippen

Die Liste ließe sich noch lange weiter führen. Und ich denke, wenn jeder von uns tut, was in seiner/ihrer macht steht, ein bißerl umdenkt, vielleicht sogar Freunde oder Nachbarn oder verwandte motivieren kann, dann sind wir dem Klimaschutz ein großes Stück näher gekommen.

Und vielleicht sollten wir immer bedenken: Wir Menschen rotten niemals die Natur aus, die Natur hat weit größere Katastrophen überlebt. Wir Menschen rotten lediglich ein paar Arten aus…und wenn wir so weiter machen uns selbst! (Dann braucht uns der Maja Komet nimmer auf den Kopf zu fallen ;-))

 

 

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