HATSCHIE-IEE!! im Jahr des Waldes

Die Sonne strahlt, die Vögel zwitschern und fliegen aufgeregt herum- auf der Suche nach einem Nistplatz oder mit dem Nestbau beschäftigt. Wir sind im Garten meiner Mutter- nur mein Bruder fehlt. Hatschi- pardon- heuschnupfenbedingt.

Während es für für die meisten von uns einfach nur schön ist, im Frühling die Bäume und Büsche und Blumen blühen zu sehen, leiden manche furchtbar darunter. Und dieses Leid beginnt, je nach Härte des Winters, manchmal schon recht früh. Oder, so wie heuer, recht spät, dann aber gleich alle auf einmal. Die Frühblüher und all jene, die sonst ein wenig Zeit lassen beginnen dann fast zeitgleich mit ihrer Blütenpracht

Warum ist das so, warum blühen nicht alle Pflanzen auf einmal?, will mein 8jähriger Sohn wissen. Jede Pflanze sucht sich den für sich günstigsten Zeitpunkt zum blühen. Die Salweide („Palmkätzchen“) etwa blüht besonders zeitig und ist so die erste Nahrungsquelle für die eben aus der Winterstarre erwachenden Bienen. Frühblüher im Wald, das Leberblümchen, Schneeglöckchen der Buschwindröschen nutzen die Lichte des Waldes für sich, das heißt sie profitieren davon, dass die noch nicht nicht geschlossene Baumkronendecke Licht bis zum Boden des Waldes durchläßt. Sobald die Blätter voll entfaltet sind und nur noch wenig Licht bis zum Boden durchdringt, ist die Ära der Frühblüher wieder vorbei. Kenner erkennen die Pflanzen natürtlich an ihren Blättern, aber mit der Blüte muss man bis zum nächsten Frühjahr warten.

Auch haben die Pflanzen ganz unterschiedliche Tricks entwickelt. Die einen setzen auf Bienen, mit wunderschönen Blüten, die die Bienen anlocken sollen, verführerischen Duft und lohnendem Nektar. Die Bienen werden für ihre Bestäuberarbeit mit Nektar und Blütenpollen belohnt. Andere Pflanzen locken Fliegen an, das jene Pflanzen, bei denen wir die Nase rümpfen, wenn wir an ihren vermeintlich wohlrichenden Blüten schnuppern. Manche Arten haben ganz fiese Tricks, so etwa sperrt der Aaronstab durch seinen widerlichenen Aasgeruch angelockte Inekten regelrecht ein, bis er bestäubt wurde. Wiederum andere Pflanzen, dazu gehören sehr viele Gehälze, ersparen sich all diese Mühen, sie bilden recht einfache Blüten- und lassen sich einfach vom Wind bestäuben.

Welche Strategien eine Pflanze auch wählt, Frühblüher oder späterer Zeitpunkt, windbestäubt oder energieaufwändige Nektarproduktion, um Schmetterlinge und Bienen anzulocken, 2011 ist das internationale Jahr des waldes. Und ich finde der Wald- und generell alle Pflanzen sollten zu diesem Anlass einmal mehr gewürdigt werden. Pflanzen ermöglichen das leben auf der Erde. Pflanzen und wenige bakterienarten (Cyanobakterien) sind dazu befähigt CO2 zu verwerten, aus CO2 und Wasser Zucker herzustellen und somit Nahrung zu produzieren. Ganz nebenbei produzieren die Pflanzen auch Sauerstoff- für uns und alle Tiere lebensnotwendig!

Was aber tut die Menschheit? Profitmaximierung steht im Vordergrund, aus gesundem Mischwald werden kränkelnde Forster. Um den Energiebedarf zu stillen soll quardratkilopmeterwqeise Regenwald für Kraftwerke geopfert werden, so auch das rieige, in Brasilien geplante Kraftwerk Belo Monte, welche natur zerstört und indigenen Bevölkerungsgruppen die Lebensgrundlage raubt.

Aber auch wir sind nicht auf einer Insel der Seligen. Ganz Wien ist stolz auf seinen Nationalparlk vor den Toren. Ungehindert dessen will man diesen untertunneln und eine Autobahn bauen. OK, man baut keine <schneise mittendurch, aber eine Au ist ein sensibles, wassergebundenes Ökosystem. Es wird laufend an Revitalisierungen abgeschnittener Altarme gefeilt, einer Untertunnelung kann den Wasserhaushalt der Au massiv stören.

Ich blicke aus dem Fenster, die Sonne lacht vom Himmel, warum nicht mit den Kindern einen Ausflug in den ergrünten Wienerwald unternehmen?

 

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