Geld (allein) macht nicht glücklich

Endlich gibt´s wieder Taschengeld! Mein Großer bekommt 1 € Taschengeld in der Woche. Glücklich steckt er die Münze allwöchentlich in sein Börserl und kann sich nun endlich auch manchmal etwas kaufen, was die Mama (also ich) eigentlich nicht kaufen würde- solange keine moralischen oder sonstwelche Gründe dagegen sprechen.

Während er also seinen Euro wegpackt übrlege ich mir, wie das so mit Geld ist.  Macht Geld glücklich?

Nein! Posaunt da eine Stimme in mir. Wichtiger sind doch Freunde und Familie, ein geborgenes Zuhause und eine intakte Umwelt.

Und was ist mit den Leuten, die kein Geld haben? dröhnt da die andere Stimme. Geld macht nicht glücklich, stimmt schon, aber kein Geld macht auch nicht glücklich. Mütter in Äthiopien, deren Kinder am Hungertod sterben, weil sie sich die nötigsten Grundnahrungsmittel nicht leisten können oder Eltern in der Ukraine, deren Kinder aufgrund der atomaren Veratrahlung von Tschernobyl noch immer häufiger an Krebs erkranken als anderswo und deren Töchter und Söhne sterben müssen, weil sie sich notwendige medizinische Therapien nicht leisten können sind sicher nicht glücklich ob ihres Geldmangels. Und zu  akutem Geldmangel gesellen sich oft Frust, Zorn, Ärger, Unsicherheit…und dann sind auch die familiären Beziehungen gefährdet.

Seltsam, dass Geld am wenigsten dort glücklich macht, wo es im Überfluss da ist. Menschen, die gierig noch mehr haben wollen, obwohl sie alles haben, unsere Wohlstandsgesellschaft, wo viele Bürgerinnen und Bürger unzufrieden sind, weil sie noch mehr wollen. Dieses noch-mehr wollen treibt uns aber einerseits in die Unzufriedenheit, weil wir das, was wir haben nicht mehr sehen können. Die Unzufriedenheit führt die Mächtigen dazu, Raubbau an der Natur zu treiben, um Gewinne maximieren zu können, um noch mehr Menschen mit unnötigen Gütern versorgen zu können. Es führt Kraftwerksbetreiber dazu, Atomkraftwerke an riskanten Orten aufzustellen und den Anwohnern zu versichern, dass alles sicher und in Ordnung sei, bis der große Supergau passiert, wie vor 15 Jahren in Tschernobyl, wie jetzt aktuell in Fukushima.

Wenn Leute, die absolut kein Geld haben, das Nötigste zum Überleben hätten, wären gerade in den Slumgürteln der Metropolen viele nicht mehr auf Überleben durch Kriminalität angewiesen, könnten Mädchen und Buben zur Schule gehen und durch bessere Bildung mehr Zukunftschancen erwerben.

Nein, Geld macht nicht glücklich, wenn es um Macht und Gier geht. Wenn es um Überfluss geht und und um Geldsummen, die unser Verstand nicht mehr realisieren kann.

Und ja, Geld macht glücklich, wenn Geld einen Mindeststandard sichert, sauberes Wasser, qualitativ hochwertige Nahrung und Bildung garantiert.

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