Die Wiesen den Kindern!

Ich hole meine Kids ab, vom Kindergarten und vom Hort. Praktisch für mich, denn der Große geht in eine Hortgruppe, die in einer Kindergartengruppe des Kindergartens meiner Kleinen integriert ist. Treu an meiner Seite, wie so oft, meine an der Leine ziehende Hündin. Am Weg zum Kindergarten findet sie viele Spuren ihrer Artgenossen. Schnuppert interessiert und markiert entlang des Weges immer wieder ihre Route, um den anderen Hunden ihre Dominanz zu zeigen. Irgendwann beginnt sie sich wie irre um die eigene Achse zu drehen. Ich kenne dieses Schauspiel- von meiner Hündin, von dem verstorbenen Rüden meiner Mutter und von zig anderen Hunden. Plichtbewußt zücke ich mein Sackerl und befördere damit in den Mistkübel, was weder auf Weg oder Strasse noch in die Wiesenstreifen gehört, in den Mistkübel. Niemand von uns käme auf die Idee, seine eigenen Hinterlassenschaften überall verstreut herumliegen zu lassen.

Ein Stückchen weiter kindergartenwärts beobachte ich einen jungen Vater. Seine Tochter, vielleicht zwei Jahre alt, krabbelt vergnügt in einem Wiesenstreifen, pflückt Blumen, sammelt Blätter und genießt das warme Novemberwetter.

Eigentlich ein süßer Anblick. Das Kind spürt die feuchte Erde unter seinen Händen und ist in diesem Moment eins mit der Natur. Hoffentlich spürt die Kleine nicht bald mehr zwischen ihren Fingern, denke ich und meine damit die vielen Hundstrümmerl, die in vielen Grünflächen und oft auch auf Wegen, herumliegen. Viele Menschen hassen deswegen die Hunde, die aber können nichts dafür…sie müssen halt.

Als Hundhalterin UND Mutter, und wohl auch etwas berufsbedingt als Ökopädagogin und Biolehrerin, bin ich der Meinung, das die Grünflächen Wiens den Kindern (und auch den größeren Menschen)  gehören sollte. Das Mädchen mit den Blumen in der Hand war ein wirklich entzückender Anblick, mitten in der Stadt, besonders auf von Hundehaltern beliebten Wegen, würde ich es allerdings meinen Kindern nicht erlauben, sich in die Wiesen zu setzen oder darin zu krabbeln, obwohl ich mich stets bemühe ihnen Naturnähe zu vermitteln.

Wären die grünen Flächen sauberer, müsste man sich nicht vor Hundstrümmerln, Glasscherbern oder mancherorts gar Schlimmeren fürchten (z.B. weggeworfene Spritzen), so könnte man Kindern, so könnte man sich selbst an warmen Tagen auch mitten in der Stadt ein Stück Naturgenuss gönnen. Könnte man, denn momentan bleibt dieser Genuß nur jenen vorbehalten, die besonders mutig und unerschrocken sind, und die ein wenig Hundedreck an Händen oder Schuhen nicht abhalten kann.

Ein Kommentar

  • Interessante Ausfuehrungen! Ich werde mich damit in Zukunft mehr auseinandersetzen! Freue mich auf die naechsten Beitraege!

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