Schulbeginn

Die langen Ferien sind vorbei. Und somit die Zeit des allmorgendlichen Ausschlafens und des allabendlichen spät zu Bett gehen dürfens. Als ich noch ein Kind war sagte man oft: “jetzt beginnt der Ernst des Lebens” oder zu Vorschüler/innen sagte man augenzwinkernd:”Sei froh, dass Du noch nicht zur Schule mußt”…und machte uns damit Angst vor der Schule.

Ich habe meinen Sohn vor solchen Aussagen weitgehend fern gehalten und versuche auch die Kleine, stolze Vorschülerin, vor diesen Negativ-Sätzen zu bewahren. mein Großer geht gerne zur Schule. Er ist ein guter Schüler und saugt alle Information wie ein Schwamm regelrecht auf und die Kleine freut sich darauf, bald wie ihr Bruder zur Schule gehen zu düfen, Lesen ,Schreiben und Rechnen lernen zu dürfen.

Mein Großer hat das  Glück, dass er ein Stückchen relativ ungefährlichen Schulweg von der Schule in den Hort selber gehen kann. Die meisten Schulkinder, Horkinder und Kindergartenkinder werden, gerade in der Stadt überallhin nur noch im Auto gefahren oder sitzen im Kinderwagen, bis sie fast nimmer rein passen.

Kinder öfter zu Fuß gehen zu lasssen bringt viele Vorteile mit sich:

  1. Direkte Umgebung kennen lernen
  2. Beitrag zur Nachhaltigkeit
  3. Körperliche Ertüchtigung
  4. Räumliche Orientierung
  5. Den Schul/Kindergartenweg mit allen Sinnen erfahren

Ad1) Vom Auto aus gesehen flitzt die Landschaft an den Kindern nur so vorbei. Zu Fuß kann man viel mehr entdecken- natürlich nur, wenn dazu die Zeit ist. Es lernt auch Zeiteinteilung: Am Hinweg muß ich mich beeilen. Am Heimweg habe ich Zeit, da sehe ich mir dann etwas bestimmtes, Interessantes (z.B. ein besonderes Haus) genauer an

Ad2) Auch Kinder dürfen stolz auf sich sein, einen Betag zum Klimaschutz zu leisten. Bahn-Bim und Busfahren finden eigentlich alle Kinder sehr spannend und jedes mal “Auto stehen lassen” ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz!

Ad3) Viele Kinder machen viel zu wenig Bewegung. Hocken zuhause vor Fernseher oder Computer(spielen), und sitzen über ihrern Hausaufgaben. In der Folge sind zu viele Kinder schon zu dick und/oder haben Haltungsschäden. Der Vorteil wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist liegt darin, dass die Kinder bei jedem Wetter zumindest ein Minimum an Bewegung an der frischen Luft haben. Das ist gut für die Fitness, für den natürlichen Bewegungsdrang, für Muskeln-Sehnen und Knochen und für das Immunsystem.

Ad4) Ins Auto steigt man dahheim ein und am Ziel aus-zumindest für die Mitfahrer/innen im Fond ist der Weg so ziemlich uneinsichtlich. Werden Strecken mit dem Fahhrad oder zu Fuß zurückgelegt, so erfährt (ergeht) das Kind neue Dimensionen. Es lernt die Weite von Strecken einzuordnen, lernt seine Umgebung kennen und erwirbt somit einen Orientierungssinn.

Ad5) Im Auto kriegt man wenig von der Umgebung mit- mit Ausnahme von mehr oder weniger verschwommenen Bildern der Umgebung oder anderer Autos (wenn man an der Kreuzung das Fahrzeug zum Stehen bringen muß). Per pedes (zu Fuß) oder mit dem Fahhrad unterwegs zu sein bedeutet auch, den Weg mit allen Sinnen z erleben. Man riecht im Frühling die blühenden Bäume, das frisch gemähte Gras im Sommer, (leider auch den Gestank der Autos), spürt den Wind auf der Haut, hört Strassengeräusche, Vogelgezwitscher oder das Bellen einen  Hundes. Wenn man leise ist hört man sogar seine eigenen Schritte oder im Winter das Knirschen des Schnees.

Kindergatenkinder müssen auf ihren Wegen natürlich immer begleitet werden. Je älter die Kinder werden, umso mehr sollte man sie auch mal (relativ ungefährliche Wege) alleine gehen lassen. Die Kinder lernen dabei, Verantwortung zu übernehmen und genießen es, einmal nicht unter der “Fittiche” von Erwachsenen zu stehen. Sie dürfen ihr Tempo selber wählen und freuen sich darüber, dass man es ihnen zutraut, einen Weg oder eine Besorgung alleine zu schaffen. Wichtig ist dabei, die Kinder gut vorzubereiten. Verkehrsregeln sicher zu kennen, ein höflicher Umgang mit fremden Menschen und der nötige Mißtrauen gegenüber Fremden (nie mitgehen!) sind die Voraussetzungen dafür, dass ein Kind “alleine” losgeschickt werden kann. Natürlich kann man nie alle Risikofaktoren ausschalten.

Mich tröstet immer der Gedanke, wenn ich meine Kinder “von der Leine lasse” und auf sich selbst gestellt  ziehen lasse, daß sich Kinder unter der Käseglocke nicht frei entwickeln und entfalten können und auch Kinder ein Recht auf ein wenig Freiheit und Selbständigkeit haben.

In meiner Stadt kenn ich mich aus

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